Tag-Archive für ◊ Yarila ◊

Ivan Kupala – Tag 2

Am 2. Tag der Feierlichkeiten zogen dann die restlichen Gäste, einschließlich uns, nach.  Männlein und Weiblein übernahmen geschlechterspezifische Aufgaben und man bereitete sich schon mental auf die Feier vor.

Vorbereitung

Die Frauen durften Kränze für ihre Liebsten flechten und 2 Strohpuppen, Kostroma (Symbol der Weiblichkeit und der Erde) und den Yarila (Symbol der Männlichkeit und der Erde) basteln.

 

Derweil trugen die Männer den riesigen Scheiterhaufen zusammen, welcher am Abend angezündet wurde. Ebenso bauten Sie die Plätze zur Entfachung des heiligen Feuers und zur Verbrennung der Strohpuppe Yarila.

 

Fortsetzung…

Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung 3

Nachdem nun Yarila durch das heillige Feuer in den Himmel gelangt ist, braucht er natürlich auch weibliche Begleitung. Hierfür sieht der Brauch vor, dass eine Stroh-/Graspuppe in Form einer Frau im See ertränkt wird. Diese Puppe stellt die Fruchtbarkeitsgöttin (die Mutter-Erde) „Kostroma“ dar. Sie wird an einer Birke platziert und von einem Frauen-Reigen bewacht. Die Männer müssen diesen Reigen durchbrechen die Puppe schnappen und im See/Fluss versenken.

In der Regel werden 3 Anläufe von den Männern gemacht. Die Frauen erwarten die Männer mit starkem Willen, meterlangen Brennesseln, gut gepflegten angespitzten Nägel und Zähne! Doch alles Widerstand hilft nichts. Tradition sieht vor, dass Kostroma ins Wasser gehört. Natürlich werden die Männer vom Leiter der Veranstaltung gebeten, die Frauen nicht in den Boden zu stampfen und mit ihnen behutsam umzugehen!

Große TafelNach so viel Action, folgt nun das erste Bad. Davon gibt es kaum Fotos weil es ein sehr intimer- und Energie geladener Moment ist. Jeder wer will, kann ins Wasser steigen und die Energie der Sonnenwende tanken.
Doch die Männer müssen auch hier sehr auf der Hut sein. Denn die Rache der Frauen kann sehr böse sein. Denn… verheiratete -, schwangere- und ältere Frauen, die nicht beim „Kampf umd Kostroma“ mitgemacht haben, schleichen herum und sammeln die Kleidungsstücke der Männer ein… Tjo, und diese müssen dann, wenn sie nicht nackt rumlaufen wollen, ihr Eigentum freikaufen…
Kosten können ein Bussi sein oder eine bestimmte Frau einen ganzen Abend lang zu bedienen, zu hegen und zu pflegen!

Energie getankt und die Laune gehoben… folgt nun das Mal am gemeinsamen Tisch. Jeder hat etwas zu Essen mitgebracht und bereitgestellt. Jeder darf sich bedienen und sich satt essen.

Nun wird es auch langsam dunkel und es wird Zeit den großen Scheiterhaufen zu entfachen! Das Entfachen übernehmen ein Pärchen bestehend aus einem „Jungmann“ und einer „Jungfrau“ oder welches bald heiraten wird.

Das Entfachen wird begleitet durch das Trommeln eines Schamanen, Gesang des großen Reigens aller Beteiligten. Nachdem das Feuer immer mehr um sich greift, beginnt der Reigen sich um das Feuer zu drehen. Immer schneller und schneller. Dabei singen alle „Gari, gari, yasno, schtobi ne pogasla“ , heißt soviel wie „Brenne, brenne lichterlo, sodass du nicht erlischst!“

Nach ein paar Runden zieht ein Beliebiger den Reigen zum Feuer und wieder weg. Ihm machen es andere nach, bis nach und nacht der Reigen wie eine Sonne oder Blume aussieht, welche in der Mitte den Scheiterhaufen hat. Dabei entstehen Kräfte, sodass Menschen aus dem Reigen fliegen. Deshalb müssen sich alle gut festhalten aneinander!

Die Kräfte schwinden und der Kreis wird langsamer, bis er stehen bleibt. Trauben an Menschen stellen sich in den Funkenflug und genießen die Energie, die sie tanken. Ihnen gegenüber stehen Frauen und Männer mit Instrumenten und stimmen Folklore-Lieder ein. Gänsehaut ist das Gefühl welches die ganze Szenerie beherrscht.

Nachdem die Spitze umgeknickt ist fängt man mit Volksspielen an, wo es nun darum geht, dass das Mädchen sich langsam einen Mann aussucht (so in der Vergangenheit geschehen). Wir haben es so erlebt, dass die meisten eh schon vergeben waren und die Spiele mehr eine Bussi-Hascherei war! Alles sehr lieb und nett. Kein Zwang und keine Aufdrängung.

Das Feuer brennt langsam nieder, die Nacht wird immer älter und so langsam bereitet man sich für das zweite Bad vor. Es wird ein kleines Schiffchen angezündet und als erstes Opfer über das Wasser geschickt.

Die Beteiligten suchen sich Brettchen, zünden Kerzchen an und lassen diese auch schwimmen. Dabei wünschen Sie sich z.B. Gesundheit, Liebe usw.. Ebenso werden die Blumenkränze aufs Wasser geschmissen, wer halt einen geflochten oder von der Angebetenen geschenkt gekriegt hat.

Alle Baden. Um diese Aktion mit Gefühlen zu beschreiben so kann man es mit Geborgenheit und Liebe tun.

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Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung

Heiliges Feuer

Nachdem alles vorbereitet war, ließen wir das Fest beginnen! Die Männer durften sich erstmal in die Hände spucken und mächtig ins Zeug legen um das Heilige Feuer zu entfachen… den Rest erzählen die Bilder.

Nachdem die Flamme brannte, wurde diese zu einem Lagerfeuer getragen. Wir versammelten uns im Kreis und opferten etwas Met dem Feuer. Anschließdend wurde die „Bratina“ (Holzkelch in Form eines Pferdes oder Ente) im Kreis gereicht. Jeder nahm ein Schluck und sprach laut einen Wunsch aus. Sei es mehr Gesundheit, das Wohlergehen Russlands oder einfach nur ein fröhliches Fest feiern zu können.

Begleitet wurde diese Zeremonie von Frauengesang, von dem man Gänsehaut gekriegt hat. Man sang alte slawische Lieder über den Mittsommerfest, die Liebe und Gemeinschaft.

 

Verbrennung von Yarila

Nun wurde der sterbende Yarila vorgebracht. Frauen schluchzten und trauerten schrien dem sterbenden Sommer nach. Nach ein paar erfolglosen Reanimierungsversuche und eine kleinen aufheiternden Theatereinlage wurde Yarila vom Festzug zum Scheiterhaufen gebracht. Ein paar letzte Versuche wurden noch von ein paar Mädls unternommen um Yarila zu retten, aber es ist hoffnungslos. Yarila muss brennen!

Natürlich ist alles gespielt :)…

 

Fortsetzung…

 

Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung 2
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Tanz und Spiel

Begleitet wurde das Verbrennen von Yarila durch Musik, Tanz und Spiele. Nun ist Zeit ausgelassen zu tanzen und zu feiern, die Energie des Sommers zu spüren und diese auch zu tanken.

 

Fortsetzung…