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Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 2

Heilige

Nun musste die Kirche bzw. auch die Römer nicht nur die Feiertage für sich anpassen, sondern auch die Heiligen mussten „technisch“ die Weihenacht vervollständigen.

Odin

Nehmen wir Odin (o.a. Wodan), dessen Beiname  Jolnir ist – Gott des Julfestes. Nun deutet das Julfest auf die alte Bedeutung für das „Rad“ oder die „Zeit der Stürme“ hin. So soll Odin, den alten Sagen nach, persönlich dieses große Fest begründet haben.

In den germanischen Göttersagen, war er ein Verwandlungskünstler. Er konnte zwischen den Welten reisen, zwischen den Menschen und den Göttern. Mal kam er als Tier in unsere Welt, mal als ein alter Mann mit langem weißen Bart… und zu Neujahr zog er in seinem Streitwagen, gefolgt vom Totenheer über die Erde. Er brachte Fruchtbarkeit über die Felder und ehrte sein Gefolge mit Opfergaben.

Obwohl Odin als kriegerischer Gott und der Weihnachtsmann als gutmütiger alter Mann dargestellt wird, haben diese beiden Figuren doch vieles gemeinsam… 🙂

Frick

Odin’s Gemahlin, die Erdmutter Frick (auch Hel, Berchta, oder Frigg genannt), wird in den alten Aufzeichnungen auch während des Julfestes erwähnt. So wurde der letzte Tag „Berchtentag“ der Zwölften zu ihren Ehren benannt.

Laut diesen Aufzeichnungen sollen beide zu Mittwinter die Seelen der Verstorbenen angeführt haben. Hier haben wir wieder den starken Bezug zu den Ahnen – Familie – Verwandtschaft während dieser Feierlichkeiten und somit zur Ahnenverehrung.

Frau Holle ist uns allen mehr oder weniger bekannt. Die Gebrüder Grimm haben sich hier von Odin’s Gemahlin als Göttin Hel inspirieren lassen. So waren ihre Aufgaben über den Tod und die Unterwelt zu herrschen, so auch über die dunkle Winterzeit. Ihr Name „Hel“ deutet aber nicht auf die kirchliche „Hölle“ hin, sondern bedeutet eher soviel wie „schützen“…

Weitere Ähnlichkeiten zur Kirche und zu den Römern, findet man bei folgenden Göttern:

– Freya entspricht der heiligen Barbara; und

– die heilige Lucia – Sunna – Sonnengöttin

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Kleiner gedanklicher Ausflug:

Lux – Luc = Licht

Ist denn beim Lucifer die Wortwurzel nicht auch Lux/Luc (also: Licht). Ist damit der heidnische Sonnengott gemeint? Dieser wird tief unter der Erde wiedergeboren… da wo der altbekannte Feind des christlichen Gottes hockt und die bösen (damals: heidnischen Seelen hinkamen).

Eine der Darstellungen der Kirche für Lucifer/Teufel mit seinen Hörnern und halb Mensch, halb Tier erinnert sehr stark an die Darstellung von Belenos (siehe Artikel über Beltane)

Hmmm….

Symbole

Weihnachtsbaum

Erst im 19. Jahrhundert akzeptierte die Kirche den Weihnachtsbaum und den Adventskranz als Glaubenssymbole. Vorrangegangen ist dieser Tradition aber in manchen Regionen der heidnische Brauch der Geistervertreibung. Man holte zum Barbaratag und zur dunkelsten Zeit des Jahres Tannenzweige und Grünzeug ins Haus, legte diese in die dunkelste Ecke des Hauses um die bösen Geister zu vertreiben.

In anderen Ecken Europas steht und stand der Weihnachtsbaum seit Je-her für den Weltenbaum, welcher zur Feier mit Ornamenten, Früchten und Pilzen geschmückt wurde.

Vor allem Äpfel, Fliegenpilze und Nüsse waren beliebter Schmuck. Der Apfel stand für Leben; die Jugend und die Furchtbarkeit. Die Pilze symbolisieren für das Mystische – es wird vermutet, dass „Schamane“ diese aßen um in Trance zu fallen – und Nüsse für die Weisheit.

Adventskranz

Die Vorweihnachtszeit wird auch „Adventszeit“ genannt. Dieser Ausdruck wird im Lateinischen als „Ankunft“ übersetzt. Es wird aber stark angenommen, dass es eher eine Umdeutung der Kirche, des Ausdrucks von „An der Wend“ (Sonnen- / Jahreswende) ist.

Nun, für was steht denn der Adventskranz eigentlich? Ursprünglich, wie heute, dient der Kranz als Symbol für die Totenehrung, den Jahreskreis, den Sonnenlauf, die Wiedergeburt usw.. Das Grün soll in der dunklen Zeit an die Fruchtbarkeit und das Leben erinnern. Die Kerzen stehen für das Sonnenlicht.

Jetzt wurden diese Kerzen, unüblich unserer Gepflogenheiten, zuerst alle angezündet, um dann jede Woche eine aus zu machen. Diese Tradition spiegelt das sterbende Licht wieder. Es soll allen den Verlauf des Lebens und der Jahreszeiten verdeutlichen. Und, erst wenn das Sonnenkind am 21. Dezember wiedergeboren wurde, wurden alle Kerzen wieder angezündet um den Neuanfang zu feiern. Mancherorts wurde gar der komplette Adventskranz, zur Feier, dem Feuer geopfert.

Julbogen

Traditionell wird der Julbogen aus dem Holz der Hasel, der Birke oder dem Wacholder geschnitzt. Anschließend wird dieser, im Halbkreis gebogener Kerzenleuchter, mit Mistel, Efeu, Tanne und Buchsbaum geschmückt. Den Bogen krönen vier Kerzen und alternativ wurde er mit Gebäck in Form von Runen, gebackenen Erdmutter-Symbolen und Donnersymbolen verziert. Die halbrunde Form soll einen Teil der Krone des Lebensbaums darstellen und somit zeigen, dass Alles ein Teil diesen mächtigen Baums ist.

Julfeuer

Das Julfeuer war der wichtigste Teil der ganzen Feierlichkeit zu Winter. Auch die Ostslawen haben diese Tradition, dazu später mehr. Das Feuer wurde, wie das Urfeuer, auf die ursprünglichste Art entfacht. Dazu wurden aber zuerst alle Öfen und Lichter im Dorf erloschen. Auf einem heiligen, energetischen Berg, wurden zwei Eichenpfähle aufgestellt, wo dazwischen  mit einem Stock Glut durch Reibung erzeugt wurde. Mit einem Birkenpilz der die Glut auffing feuerte man einen großen Scheiterhaufen in der Nähe an. Von diesem Feuer nahmen sich dann alle Dorfbewohner die Glut um ihre Öfen wieder anzufachen.