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Ivan Kupala – Mittsommerfest

Besser spät als nie, möchte ich doch nun über unser Erlebnis zum Mittsommerfest mit euch teilen. 2011 waren Jana und ich auf einer kleinen kulturellen Rundreise in Russland unterwegs und hatten die große Ehre bei einem heidnischen Mittsommerfest mitzumachen. Heißen tut er jetzt Ivan Kupala (Übersetzt: Johannes Bad), also das Bad des Johannes des Täufers.

Scheiterhaufen MittsommerfestObwohl der Name auf einen christlichen Feiertag verweist, hat dieses Mittsommerfest  einen heidnischen Kern.  Der Sinn und Ablauf des Sommerfestes ähnelt dem Mittsommerbad der Germanen oder auch dem Johannesfeuer, welches heute noch gefeiert wird. Schön anzusehen ist das Johannesfeuer hier in den Alpen, wenn an den Spitzen in der Nacht helle Feuer brennen.

Bei diesen Festen, egal in welcher Kultur, feiert man den Sommer bzw. trauert man dem Sonnengott nach, da er stirbt (die Tage werden kürzer). An der Sommersonnenwende sagt man der Natur den größten Energiepegel nach und wenn man an diesen Tagen Kräuter sammelt, so entwickeln sie ihre größte Heilkraft (wenn noch dazu Vollmond ist). So glaubte man in der slawisch/russischen Kultur, dass wenn man im Fluss oder See zu dieser Zeit baden geht, die größtmögliche Energie aus der Natur schöpfen kann.
Ebenso war das Fest eine große Verkupplungsveranstaltung, an dem mehrere Dörfer aus der Region teilnahmen. Junge Leute die noch keinen Partner hatten, fanden meist zu dieser Zeit zueinander.
Heute wird durch Spiel, Gesang und mit Nachstellen von Szenen aus dem heidnischen Glauben dieser Traditionen gedacht.

Bratina und HonigweinAber zurück zu unserem Erlebnis. Insgesamt wird das Fest 3 Tage lang von den Menschen in Russland gefeiert, welche so langsam wieder ihre Wurzeln entdecken. Alles was dort gespielt oder veranstaltet wird, erfolgt ohne Zwang und mit viel Freude.
An diesen 2 Tagen haben wir 200 Personen ausgelassen und in enger Verbindung mit der Natur feiern gesehen.
Es gab keine Sturzbesoffenen, keine Schlägereien oder andere unangenehme Sachen.

Den ersten Tag haben wir leider nicht mitgekriegt, da wir selber noch unterwegs waren, haben es aber uns erzählen lassen.

 

1. Tag – 19. Juni

Am ersten Tag haben sich die ersten der rund 200 Teilnehmer versammelt und mit den Vorbereitungen angefangen. Am Abend trennten sich dann zum ersten Mal die Wege von Männlein und Weiblein. Die Männer blieben am Feuer, erzählten sich Geschichten, machten Musik und sangen.

Die Frauen zogen sich lange weiße Gewänder an und schlüpften so in die Rolle von Sirenen. Sirenen, sind quasi Meerjungfrauen, welche Männer bezirzen und so in den Tod reißen. In der slawisch/russischen Kultur leben solche Sirenen im Wasser, Sumpf und auf der Trauerbirke. Wie gesagt, verfällt der Mann der Schönheit und dem Gesang einer Sirene, so ist er dem Tode geweiht.

Nun, um sich an diesen Glauben zu erinnern, suchten die Frauen eine Birke auf und vollführten mit Gesang und Tanz einige Rituale, flochten sich aus Schilf Haarkränze und gingen anschließend im See baden um die Energie des Sommers zu tanken.

Anschließend, schlichen sie sich zu den Feuern, wo die Männer saßen und versuchten einen nach den anderen ins Wasser zu ziehen, um diesen quasi zu „ertränken“. Als einzige Verteidigungswaffe diente den Männern die Brennnessel…

 

Weiter zu Tag 2…

Hygiene im Mittelalter

Ein wahrlich verschwiegenes Thema…

…was uns aber alle betrifft und betraf. Nur heutzutage redet man nicht darüber, fragt sich aber ab und an, ganz insgeheim: „Wie haben es die Leute denn damals getan? So mit dem Aborten, und so…“

Da nun unser Prachtstück eines „Scheißhauses“ fertig ist, haben wir uns mit diesem Thema zwangsweise und natürlich auch aus der menschlicher Neugierde heraus beschäftigt und hier ein paar Informationen zusammengetragen…

 

In der Natur…

Ein Vers aus dem Alten Testament (Moses 5, Vers 23): „Du sollst draußen vor dem Lager einen Ort haben, wohin du zur Not hinausgeht. Und du sollst eine Schaufel haben. Und wenn Du gesessen  hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.“

Somit zeigt sogar die Bibel, dass schon damals das Thema Hygiene die Menschen beschäftigte. Jahrhunderte,  sogar Jahrtausende lang, war Entsorgung in der Natur üblich, aber auch nur bei geringer menschlicher Population.

 

In speziell eingerichteten Systemen…

Man kann nicht genau benennen, wann befestigte Abwassersysteme ihren Anfang nahmen. Eins ist aber sicher, denn es wurde durch Ausgrabungen belegt, dass die Ägypter und Völker im Zweistromland schon zwischen 3500-500 v. Chr. Funktionierende Latrinen und Abwasserleitungen besaßen.

Die Römer hatten sogar, eigens für die Notdurft, Räumlichkeiten gebaut mit einer Ausstattung, die es dem Nutzer erlaubte, alles Unnötige vom Körper zu waschen. So gab es in den Klos einen Stock mit Schwamm und Salzwasser, welches in einem Eimer bereitstand. Die Handreinigung geschah anschließend durch fließendes Wasser in einer Wasserrinne.

 

In der Burg…

Olaf I., norwegischer König um 995-1000 n. Chr. hat sich sogar eine 22-plätzige Gemeinschaftslatrine bauen lassen. Das zeigt, dass Tabus in früheren Zeiten ganz wo anders lagen!

 

Die Reinigung

Geschah überwiegend mit nachwachsenden und naturbelassenen Rohstoffen wie Heu, Moos, Gras, Blätter…. Das Besorgen dieser äußerst wichtigen Utensilien war ein fester Bestandteil des täglichen Lebens des damaligen Menschen.

Die Reicheren Schichten verwendeten Stoffteile.

 

Im 11. Jhd. …

Wurden Erdlöcher in unseren Breitengraden mit Brettern und Geflecht verstärkt. Später ging man zur Kastenbauweise (Blockhausähnliche Bauweise), Versenkung von alten Fässern oder ausgehölten Baumstämmen als Verstärkung der Erdlochwände über.

Diese Bauweise hielt bis in die Neuzeit.

 

Die Slawen

Wie sich die Slawen sauber hielten, gibt es verschiedene Theorien. Die einen Wissenschaftler sagen, dass die slawischen Menschen ebenso dreckig waren wie auch andere damalige Stämme (z.B. Germanen). Andere sagen, dass die Hygiene bei den Slawen eine lange Tradition hat und sogar im Volksglauben verankert ist.

Man muss aber bedenken, dass ihr Verbreitungsgebiet äußert groß war/ist und bei der Vielzahl an Stämmen es die ein oder andere Abweichung von Hygienevorstellungen gab (ähnlich auch wie bei anderen Völkern).

Um das 10. Jahrhundert reiste ein Apostel namens Andrej nach Nowgorod (die Wiege des Staates „Rus“ und heutigen Russlands) und schrieb nieder, wie sich die Menschen sauber hielten…

Er war sehr überrascht, dass alle 2 Tage die Banja (Sauna) aufgesucht wurde und Frauen versuchten, sich mit verschiedenen Mineralien zu „schminken“. Ebenso hielt er fest, dass den Menschen in dieser Stadt es äußerst wichtig war, dass sei es am Körper aber auch in Bezug auf Nahrung Sauberkeit herrschte.

Nun muss man seinen Worten Glauben schenken, denn seine Niederschrift ist bis heute erhalten geblieben. Ebenso war die Sauna (finnisch) bzw. Banja (russisch / karelisch)  schon Jahrhunderte vor Christus im heutigen Nordrussland und Finnland benutzt wurde.

 

Quelle:

  • Kievskaya Rus – Wladimir Vernadsky
  • „Plumpsklo, Abort, stilles Örtchen“ – ISBN 3-931824-25-X – Autor: Mila Schrader
  • Wikipedia
Einleitung

 

Erstmals tauchten Slawen, als eine kleine indoeuropäische Gruppe, im 2. Jahrtausend vor Christus in Europa auf. Die ersten Siedlungen entstanden im Norden der Karpaten, im Zentrum des Dnepr-Gebiets. Es war eine sesshafte Gruppe die sehr stark auf die Landwirtschaft setzte. Im Laufe der Zeit aber breiteten sich die Slawen in einem ausgedehnten Gebiet in Zentral- und Osteuropa, und auf der Balkanhalbinsel aus. Ihre Ausdehnung beruhte nicht auf spontanen Feldzügen, wie die von den Hunnen oder den Awaren, sondern es war eher ein stetiger Wachstumsprozess, der einer langsamen Kolonialisierung glich.
Bis zur heutigen Zeit gibt es um die 200 Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa die um die 30 verschiedene slawische Sprachen sprechen. Diese Sprachen teilen sich in 3 Gruppen auf – Ost, West und Süd. Ihren Ursprung aber haben sie aus dem gemeinsamen Urslawischen, der sich um das 9. Jhd. v. Chr. bildete. Seitdem bildeten sich verschiedene slawische Völker mit eigenen Kulturen, die aber keine eigenständige anthropologische Gruppe bildeten.Dies zeigt, dass die Slawen schon viel früher auftauchten, als dass die Historiker Prokopij Kesarijskij und Iordan im 6 Jhd. n. Chr. über die so genannten „Slaveni“ schrieben.
Somit entwickelten sich die slawischen Kulturen und deren Sprachen in einem genauso langen Prozess, wie bei den Griechen, Germanen, Balten und anderen indoeuropäischen Gruppen. Vor allem war die Entstehung von eigenen Staaten um das 9-10 Jhd. n. Chr. und die Christianisierung nur eines von vielen Schritten die auf einer schon bestehenden und alten Kultur aufbauten.

Ursprünge der Slawen
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Quellen: Maria Gimbutas „Slawane – Söhne des Perun“, …

Ratibor – Teil 2

Teil 2:


Kultstätte:

Ältester: „Gott der Sonne, Gott des Lichtes und der Fruchtbarkeit. Großer Hors! Zu dir sind deine Kinder gekommen. Schenke ihnen deine Wärme, bringe ihnen warme Regen, damit deine Kinder für friedliche Taten leben können…“

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In der Runde:

Kind: „Schaut… Belay wird bald auf dem Acker sterben.“

Ratibor‘s Vater: „Jeder möchte bei der heiligen Arbeit sterben. Lauf…“

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Beim Sähen:

Ratibor: „Und wenn die Huzaren kommen? Wer wird die Ernte einfahren?“

Ältester: „Ob da jemand kommt oder nicht… Du sähe und acker das Land. Man sollte in das Gute glauben und auf das Leben warten (weiterleben).“

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Überfall einer Siedlung:

Alter Mann: „Lauf Mstislav. Lauf zur „Slobada“ (Festung). Sag dem Hauptmann, dass Unglück über uns hereingebrochen ist.“…“Mstischa!!!“

Hauptmann: „W Dubrawe (Im Wald), da verstecken wir uns.“

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Bei der Heimkehr:

Ältester, Ratibor‘s Vater, Ratibor: „Das haben wir gut gemacht!“

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Beim Ausrüsten zum Krieg:

Ratibor‘s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod, Ratibor.“

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Schutzgebete des Ältesten:

Ältester: „Vorfahren, unsere! Großmütter! Swarog, Dashbog! Verteidige und beschütze! Alle werden wir im Himmel sein. Jeder zu seiner Zeit. Doch nun Swarog, rette deine Enkel!“

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Tod von Ratibor’s Vater:

Ratibor’s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod Ratibor.“

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Bestattung:

Ältester: „Kommen ohne Zwang die Leute von nahen und fernen Siedlungen um bei der Bestattung erneut der Einheit zu gedenken. Die Warmherzigkeit unserer Vereinigung auf der Erde gibt den Wunsch auf, um zu leben auch nach dem Tod! Wir sehen uns wieder. Wir sehen uns wieder!“

Ratibor, ein Trickfilm aus den 80-ern über die slawische Seele

Ein kleiner Auszug über den Trickfilm aus dem Internet in Englisch:

„These men are very brave warriors. During assaults very few slaves can be captured among them for they would rather die than be taken prisoners.“ (Zakharios the Rhetor, 5th cent. A.D.) Paradoxically, it’s for the same reason that slaves were called like Slavs: slaves of Slavic origin were the rarest and consequently most valued kind of slaves. Like gold among other metals, the hardest to receive. Made by Soyuzmultfilm in 1973 after the novel ‚The Primordial Rus‘ by Valentine Ivanov (1950).

Der Trickfilm wurde unter der Regie von Roman Dawidow im Jahre 1973 gezeichnet. Seine Inspiration waren die Bücher „Powesti Drewnich Let – Geschichten der uralten Zeit“ (1953), „Rus Isnachalniya – Anfängliche Rus“ und „Rus Welikaya – Mächtige Rus“ geschrieben von Valentin Ivanov (31.07.1902 – 07.04.1975). Seine Bücher waren vom einfachen Leser und von auch Geschichtsforschern sehr geschätzt.

Im Trickfilm werden die wichtigsten Ideale der Slawen umrissen. Er zeigt die Lebensweise des slawischen Volkes und gibt einen kurzen Einblick in dessen Glauben.

Der Zeichenstil ist stark stilisiert, also wenig geeignet um sich Ideen für die Gewandung anzusammeln.

Dieser Trickfilm hat eine englische, leider nicht so gut gelungene, Übersetzung als Untertitel. Vorallem ist nicht alles übersetzt worden, was eigentlich wichtig wäre um die „slawische Seele“ besser zu verstehen.

Also hier die deutsche Übersetzung von mir:

Teil 1:

Vorspann:

„Seit Urzeiten, nennen wir, die Griechen, diese mächtigen Krieger „Rossichi“ oder „Russi“. Rosskije Männer sind mutige Krieger. Während der Raubzügen gelingt es nur wenige Gefangene zu machen, da sie lieber den Tod bevorzugen als die Freiheit zu verlieren.“ (Zakharios der Rhetor, 5 Jhd. nach Christus)

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Kolibel – Schlaflied:

Schlaf mein Kind, Ratibor, schlafe süß.

Wie die Augen der Erde – die Seen auch schlafen, süß schlafen.

Wie die Seen, auch unser Fluß „Ros“ schläft, süß schläft.

„Ros“ der Fluß so süß er schläft.

Schlafe du mein Bächlein – kleiner Ratibor…

Schlafen die Wälder, die schützen unsere Siedlungen wie Wände.

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Klopfen an der Tür:

Mann an der Tür:  „Alles in Ordnung. Oleyushka es ist für dich. Mstislavushka ist krank. Ihm muss geholfen werden.“

Oleyushka zaubert: „Morgenröte – ihr seid zwei Schwestern – die Morgenröte und die Abendröte… befreie den kleinen Mstislavushka vom bösen Fieberwahn. Schicke ihm Schlaf von allen Seiten. Ihr Roshanitsi, Rodunitsi (Schutzgottheiten für Heim und Haus), Uromas – ihr Töchter von Sworog (Hauptgott) wachet darüber, sodass es klappt. Ich weiß, ich spüre, dass mein Wort ist stark, stark, stark…“

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Reiten lernen:

Vater von Ratibor: „Wachse groß Ratibor.“

Mutter Oleyushka: „Also Ratibor, gehe fröhlich.“

Vater: „Wachse schnell!“

Mutter: „Es ist noch zu früh.“

Vater: „Er schon groß, oder Ratibor?“

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Beim Schnitzen:

Pferdeschnitzer: „Hier ist ein Pferd für dich, Ratibor. Da. nimm das Messer und schneide unnötiges ab.“

Ratibor: „Was ist denn ein Messer?“

Ältester:“Das ist ein Stiefelschwert. Wir nennen ihn Messer. Den kann man am Fuß im Stiefel verstecken. Das ist gut Ratibor. Jetzt weißt du was Schmerz bedeutet. So wirst du sie keinem Anderen zufügen ohne Grund.“

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Im Wald:

Vater: „Das sind unsere Wälder. So lebendig wie du und ich. Säfte fließen von der Wurzel bis in die kleinsten Ästlein. “

Ratibor: „Was ist das?“

Vater: „Das ist der Geschmack deines Waldes, Ratibor.“

Ratibor: „Und wer ist das?“

Vater: „Das ist Leshij (Waldgeist). Jeden Frühling ist es so. (gemeint der Saft und das Auftauchen des Waldgeistes)“

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Beim Jagen:

Ratibor: „Und wenn du nicht getroffen hättest…“

Vater: „Nein Ratibor. Ich hätte nicht verfehlen können. Halte deine linke Hand steifer. Stämme den Bogen gegen den Knochen. Straffe dein Handgelenk. So ist es gut. Nochmal. Pfeile kannst du später einsammeln.“

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Am See:

Vater: „Hör mal Ratibor – das ist die Lerche, sie kommt immer als erstes angeflogen. Wo und wie sie wohnt, das rate mal… Man darf keinen Harm zufügen. Wir nennen sie das Lied der Seele.

Kind beim Fischen: „Zefix, hat den ganzen Fisch verschrocken.“

Ratibor: „Und wer ist der Junge?“

Vater: „Das ist doch Mstislavushka, der letzten Herbst krank war. Sein Opa kämpfte noch im vergangenen Sommer. Er tötete 5 Steppenreiter… und der 6te tötete ihn. Der Tot ist nicht schrecklich, Ratibor. Schrecklich ist das Leben in Gefangenschaft. Irgendwie haben wir uns in der Zeit verloren.“

Ratibor: „Dann komm schneller.“

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Teil 2…

Sommersonnenwende

kupala_02Alban Hevin, wie die Kelten es einst nennten, war ein wahrlich großes Fest, welches zwölf Tage lang gefeiert wurde. Doch dieser Brauch war nicht nur bei den Kelten wohl bekannt, auch die Germanen und die Slawen wussten den längsten Tag des Jahres zu feiern. Auch in den anderen Kulturen war der Ablauf der Feierlichkeit ähnlich.  Wie zum 1. Mai oder zu Ostara (Ostern) wurden große Feuer angezündet, man tanzte, sprang über das Feuer, feierte, liebte und schwor einander ewige Liebe. Die Sommersonnenwende markiert einen weiteren wichtigen Punkt im heidnischen Jahr, aber auch im Leben der Heiden. Man widmet diese Tage dem mächtigen Gott der Sonne, der als ein Krieger verstanden wurde und als Ehegatte der weiblichen Götting, der Erde. Noch im Frühling feierten die Menschen die Vereinigung von Sonne und Erde und im Sommer schon, bittet man um die Früchte der sinnlichen Zusammenkunft…

stonehengeDieser Sonnenkult der Menschen trieb sie u.a. dazu, die Sonne und ihren Ablauf genau zu studieren. Sie bauten dafür große steinerne Bauwerke, wie das bekannteste Gebilde „Stonehendge“. Man weiß heute, dass die Menschen dort ihren Kult auslebten und natürlich ihre Messungen des Sonnenzyklus durchführten. So wussten die Menschen schon damals, dass der 21. Juni der längste Tag ist und  dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte länger werden. Kommt es zusätzlich in der Nacht vom 21. auf den 22. zum Vollmond, so strotzt die Natur nur so vor Energie. Seit jeher wissen kundige Kräutersammler, dass zum Höhepunkt dieses Ereignisses die Pflanzen die höchste Sonnenenergie haben und somit am nützlichsten für den menschlichen Körper sind. Die Sammler, suchen dann nach Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Holunderblüten, Blutwurz und vielen anderen Kräutern.

Aus anderen Quellen habe ich herauslesen können, dass es Germanen und Kelten gab, die die Sonne als eine weibliche Göttin mit den Namen „Sol“ (bei den Letten „Saule“) ansahen. Die Sonne die wir sehen, soll der abgetrennte Kopf der Göttin sein. So ist der Kopf im keltischen Glauben der Sitz der unsterblichen Seele und das Symbol für Licht und Geburt. Diese Verehrung ist vor allem auf den matriarchalischen Glauben zurück zu führen, wo man die Frau noch als Priesterin, Heilerin, Seherin oder Schamanin sah.

johannesWährend der Christianisierung von Europa wurde die Sommersonnenwende durch die Kirche dem heiligen Johannes des Täufers gewidmet, der seinen Geburtstag am 21. Juni hat. Dieser Heilige wird mit einem enthaupteten Kopf oder in einem Fellgewand, Kreuzstab und einem Lamm dargestellt. Ab und an findet man seine Figur auch mit Engelsflügeln wieder. Diese sollen seine engelsgleiche Lebensweise darstellen.

Hier hat die Kirche auch viele alte Symboliken übernommen und umfunktioniert. Das Sonnenwendfeuer wurde zum Johannisfeuer und die Speichenstellung beim Feuerrad wurde zu einem Kreuz umgebaut.

Musik & Tanz

Hier ein paar Links auf traditionelle Tänze und Gesänge. Manche Links verweisen etwas weiter wie nur auf die osteuropäische Kultur, aber die sibirischen oder Traditionen der Nachbarländern Russlands sind auch sehr interessant.

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Heidentum

„Glaube ist Gewissheit ohne Beweise“ (Zitat: Henri-Frédéric Amiel)

img_0336Der Glaube ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Heutzutage wird unser Glaube mehr oder weniger von großen Weltreligionen, unzähligen anderen Religionsrichtungen oder durch gar keine Religion geprägt. Durch den Glauben sucht der Menschen Halt und Orientierung für sein Dasein.
Vor der Christianisierung war West- und Osteuropa geprägt durch Naturreligionen. Die Menschen dieser Zeit  verstanden sich im engen Bunde mit der Natur, verehrten eben diese durch viele Gottheiten und hatten einen Hang ausgelassen zu feiern. Viele der Feierlichkeiten kennt man heute als christliche Feiertage, ist sich aber meistens nicht bewusst, dass sie heidnischer Herkunft sind.

verbrennungHeiden waren für die Kirche im Mittelalter nichtchristliche Menschen. Man hat dessen Glauben, das Heidentum, als Aberglaube abgetan und zum Missionsobjekt erklärt.  So hat das Christentum in Europa zu damaligen Zeit versucht auf friedliche Weise die Menschen zu bekehren und wer sich nicht bekehren lies, den hat man einfach mit Gewalt von der christlichen „Überzeugung“ überzeugt…
Hexenverbrennungen, Kreuzzüge im Baltikum, Verbote von Feiertagen usw..
Doch die eine oder andere Tradition konnte  von der Kirche nicht ausgemerzt werden. Also entschied man sich die Traditionen etwas umzugestalten und sie mit den eigenen zu verschmelzen. Zu einigen der Traditionen gehören die Frühlingsfeierlichkeiten wie 1. Mai, Ostern, Mariä Lichtmess usw..

Während der vorchristlichen Zeit, waren die bekanntesten Naturreligionen das germanische- und das keltische Heidentum. Diese Religionen unterscheiden sich nur durch Feinheiten und waren im gesamten Europa weit verbreitet.
yggdrasilDie Grundlage dieser Religionen ist der Weltenbaum der den Zyklus, die Ordnung des Lebens und die Fruchtbarkeit darstellt. Der Mensch wird wie ein Blatt des Baumes angesehen, der in seinem Leben auch die 4 Jahreszeiten durchschreitet. Im Herbst schließlich fällt er vom Baum ab und wird durch die Wurzeln wieder aufgenommen. So fängt der Zyklus wieder von vorne an. Der Weltenbaum gilt auch als der Sitz mythischer Kreaturen und der Götter.
Die Germanen glauben an 9 verschiedene Ebenen die unter -,  um – oder über dem Baum (Yggdrasil) existieren. In anderen Religionen sind es nur drei, die Hölle, die Welt wie wir sie kennen und der Himmel.
Die Darstellung des Weltenbaums ist bei den Kelten und Germanen ähnlich. Die prägnantesten Wesen, die meistens mit abgebildet werden, ist ein Drache, ein Eichhörnchen und ein Adler. Der Baum hat starke Wurzeln, die tief bis in die Unterwelt reichen, wo der Drache an den Wurzeln nagt. Auf der Krone des Baumes sitzt ein Adler der sehr weise ist und viel sieht. Zwischen dem Drachen und dem Adler huscht ein Eichhörnchen hin und her und dient als Überbringer von Nachrichten, die von einem Disput zwischen den beiden Wesen zeugen.

Eine ähnliche Weltanschauung hatten auch die Slawen, aber hierzu mehr in der osteuropäischen Rubrik.