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Einleitung

 

Erstmals tauchten Slawen, als eine kleine indoeuropäische Gruppe, im 2. Jahrtausend vor Christus in Europa auf. Die ersten Siedlungen entstanden im Norden der Karpaten, im Zentrum des Dnepr-Gebiets. Es war eine sesshafte Gruppe die sehr stark auf die Landwirtschaft setzte. Im Laufe der Zeit aber breiteten sich die Slawen in einem ausgedehnten Gebiet in Zentral- und Osteuropa, und auf der Balkanhalbinsel aus. Ihre Ausdehnung beruhte nicht auf spontanen Feldzügen, wie die von den Hunnen oder den Awaren, sondern es war eher ein stetiger Wachstumsprozess, der einer langsamen Kolonialisierung glich.
Bis zur heutigen Zeit gibt es um die 200 Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa die um die 30 verschiedene slawische Sprachen sprechen. Diese Sprachen teilen sich in 3 Gruppen auf – Ost, West und Süd. Ihren Ursprung aber haben sie aus dem gemeinsamen Urslawischen, der sich um das 9. Jhd. v. Chr. bildete. Seitdem bildeten sich verschiedene slawische Völker mit eigenen Kulturen, die aber keine eigenständige anthropologische Gruppe bildeten.Dies zeigt, dass die Slawen schon viel früher auftauchten, als dass die Historiker Prokopij Kesarijskij und Iordan im 6 Jhd. n. Chr. über die so genannten „Slaveni“ schrieben.
Somit entwickelten sich die slawischen Kulturen und deren Sprachen in einem genauso langen Prozess, wie bei den Griechen, Germanen, Balten und anderen indoeuropäischen Gruppen. Vor allem war die Entstehung von eigenen Staaten um das 9-10 Jhd. n. Chr. und die Christianisierung nur eines von vielen Schritten die auf einer schon bestehenden und alten Kultur aufbauten.