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Ratibor – Teil 2

Teil 2:


Kultstätte:

Ältester: „Gott der Sonne, Gott des Lichtes und der Fruchtbarkeit. Großer Hors! Zu dir sind deine Kinder gekommen. Schenke ihnen deine Wärme, bringe ihnen warme Regen, damit deine Kinder für friedliche Taten leben können…“

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In der Runde:

Kind: „Schaut… Belay wird bald auf dem Acker sterben.“

Ratibor‘s Vater: „Jeder möchte bei der heiligen Arbeit sterben. Lauf…“

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Beim Sähen:

Ratibor: „Und wenn die Huzaren kommen? Wer wird die Ernte einfahren?“

Ältester: „Ob da jemand kommt oder nicht… Du sähe und acker das Land. Man sollte in das Gute glauben und auf das Leben warten (weiterleben).“

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Überfall einer Siedlung:

Alter Mann: „Lauf Mstislav. Lauf zur „Slobada“ (Festung). Sag dem Hauptmann, dass Unglück über uns hereingebrochen ist.“…“Mstischa!!!“

Hauptmann: „W Dubrawe (Im Wald), da verstecken wir uns.“

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Bei der Heimkehr:

Ältester, Ratibor‘s Vater, Ratibor: „Das haben wir gut gemacht!“

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Beim Ausrüsten zum Krieg:

Ratibor‘s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod, Ratibor.“

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Schutzgebete des Ältesten:

Ältester: „Vorfahren, unsere! Großmütter! Swarog, Dashbog! Verteidige und beschütze! Alle werden wir im Himmel sein. Jeder zu seiner Zeit. Doch nun Swarog, rette deine Enkel!“

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Tod von Ratibor’s Vater:

Ratibor’s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod Ratibor.“

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Bestattung:

Ältester: „Kommen ohne Zwang die Leute von nahen und fernen Siedlungen um bei der Bestattung erneut der Einheit zu gedenken. Die Warmherzigkeit unserer Vereinigung auf der Erde gibt den Wunsch auf, um zu leben auch nach dem Tod! Wir sehen uns wieder. Wir sehen uns wieder!“

Ratibor, ein Trickfilm aus den 80-ern über die slawische Seele

Ein kleiner Auszug über den Trickfilm aus dem Internet in Englisch:

„These men are very brave warriors. During assaults very few slaves can be captured among them for they would rather die than be taken prisoners.“ (Zakharios the Rhetor, 5th cent. A.D.) Paradoxically, it’s for the same reason that slaves were called like Slavs: slaves of Slavic origin were the rarest and consequently most valued kind of slaves. Like gold among other metals, the hardest to receive. Made by Soyuzmultfilm in 1973 after the novel ‚The Primordial Rus‘ by Valentine Ivanov (1950).

Der Trickfilm wurde unter der Regie von Roman Dawidow im Jahre 1973 gezeichnet. Seine Inspiration waren die Bücher „Powesti Drewnich Let – Geschichten der uralten Zeit“ (1953), „Rus Isnachalniya – Anfängliche Rus“ und „Rus Welikaya – Mächtige Rus“ geschrieben von Valentin Ivanov (31.07.1902 – 07.04.1975). Seine Bücher waren vom einfachen Leser und von auch Geschichtsforschern sehr geschätzt.

Im Trickfilm werden die wichtigsten Ideale der Slawen umrissen. Er zeigt die Lebensweise des slawischen Volkes und gibt einen kurzen Einblick in dessen Glauben.

Der Zeichenstil ist stark stilisiert, also wenig geeignet um sich Ideen für die Gewandung anzusammeln.

Dieser Trickfilm hat eine englische, leider nicht so gut gelungene, Übersetzung als Untertitel. Vorallem ist nicht alles übersetzt worden, was eigentlich wichtig wäre um die „slawische Seele“ besser zu verstehen.

Also hier die deutsche Übersetzung von mir:

Teil 1:

Vorspann:

„Seit Urzeiten, nennen wir, die Griechen, diese mächtigen Krieger „Rossichi“ oder „Russi“. Rosskije Männer sind mutige Krieger. Während der Raubzügen gelingt es nur wenige Gefangene zu machen, da sie lieber den Tod bevorzugen als die Freiheit zu verlieren.“ (Zakharios der Rhetor, 5 Jhd. nach Christus)

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Kolibel – Schlaflied:

Schlaf mein Kind, Ratibor, schlafe süß.

Wie die Augen der Erde – die Seen auch schlafen, süß schlafen.

Wie die Seen, auch unser Fluß „Ros“ schläft, süß schläft.

„Ros“ der Fluß so süß er schläft.

Schlafe du mein Bächlein – kleiner Ratibor…

Schlafen die Wälder, die schützen unsere Siedlungen wie Wände.

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Klopfen an der Tür:

Mann an der Tür:  „Alles in Ordnung. Oleyushka es ist für dich. Mstislavushka ist krank. Ihm muss geholfen werden.“

Oleyushka zaubert: „Morgenröte – ihr seid zwei Schwestern – die Morgenröte und die Abendröte… befreie den kleinen Mstislavushka vom bösen Fieberwahn. Schicke ihm Schlaf von allen Seiten. Ihr Roshanitsi, Rodunitsi (Schutzgottheiten für Heim und Haus), Uromas – ihr Töchter von Sworog (Hauptgott) wachet darüber, sodass es klappt. Ich weiß, ich spüre, dass mein Wort ist stark, stark, stark…“

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Reiten lernen:

Vater von Ratibor: „Wachse groß Ratibor.“

Mutter Oleyushka: „Also Ratibor, gehe fröhlich.“

Vater: „Wachse schnell!“

Mutter: „Es ist noch zu früh.“

Vater: „Er schon groß, oder Ratibor?“

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Beim Schnitzen:

Pferdeschnitzer: „Hier ist ein Pferd für dich, Ratibor. Da. nimm das Messer und schneide unnötiges ab.“

Ratibor: „Was ist denn ein Messer?“

Ältester:“Das ist ein Stiefelschwert. Wir nennen ihn Messer. Den kann man am Fuß im Stiefel verstecken. Das ist gut Ratibor. Jetzt weißt du was Schmerz bedeutet. So wirst du sie keinem Anderen zufügen ohne Grund.“

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Im Wald:

Vater: „Das sind unsere Wälder. So lebendig wie du und ich. Säfte fließen von der Wurzel bis in die kleinsten Ästlein. “

Ratibor: „Was ist das?“

Vater: „Das ist der Geschmack deines Waldes, Ratibor.“

Ratibor: „Und wer ist das?“

Vater: „Das ist Leshij (Waldgeist). Jeden Frühling ist es so. (gemeint der Saft und das Auftauchen des Waldgeistes)“

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Beim Jagen:

Ratibor: „Und wenn du nicht getroffen hättest…“

Vater: „Nein Ratibor. Ich hätte nicht verfehlen können. Halte deine linke Hand steifer. Stämme den Bogen gegen den Knochen. Straffe dein Handgelenk. So ist es gut. Nochmal. Pfeile kannst du später einsammeln.“

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Am See:

Vater: „Hör mal Ratibor – das ist die Lerche, sie kommt immer als erstes angeflogen. Wo und wie sie wohnt, das rate mal… Man darf keinen Harm zufügen. Wir nennen sie das Lied der Seele.

Kind beim Fischen: „Zefix, hat den ganzen Fisch verschrocken.“

Ratibor: „Und wer ist der Junge?“

Vater: „Das ist doch Mstislavushka, der letzten Herbst krank war. Sein Opa kämpfte noch im vergangenen Sommer. Er tötete 5 Steppenreiter… und der 6te tötete ihn. Der Tot ist nicht schrecklich, Ratibor. Schrecklich ist das Leben in Gefangenschaft. Irgendwie haben wir uns in der Zeit verloren.“

Ratibor: „Dann komm schneller.“

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Teil 2…

Heidentum

„Glaube ist Gewissheit ohne Beweise“ (Zitat: Henri-Frédéric Amiel)

img_0336Der Glaube ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Heutzutage wird unser Glaube mehr oder weniger von großen Weltreligionen, unzähligen anderen Religionsrichtungen oder durch gar keine Religion geprägt. Durch den Glauben sucht der Menschen Halt und Orientierung für sein Dasein.
Vor der Christianisierung war West- und Osteuropa geprägt durch Naturreligionen. Die Menschen dieser Zeit  verstanden sich im engen Bunde mit der Natur, verehrten eben diese durch viele Gottheiten und hatten einen Hang ausgelassen zu feiern. Viele der Feierlichkeiten kennt man heute als christliche Feiertage, ist sich aber meistens nicht bewusst, dass sie heidnischer Herkunft sind.

verbrennungHeiden waren für die Kirche im Mittelalter nichtchristliche Menschen. Man hat dessen Glauben, das Heidentum, als Aberglaube abgetan und zum Missionsobjekt erklärt.  So hat das Christentum in Europa zu damaligen Zeit versucht auf friedliche Weise die Menschen zu bekehren und wer sich nicht bekehren lies, den hat man einfach mit Gewalt von der christlichen „Überzeugung“ überzeugt…
Hexenverbrennungen, Kreuzzüge im Baltikum, Verbote von Feiertagen usw..
Doch die eine oder andere Tradition konnte  von der Kirche nicht ausgemerzt werden. Also entschied man sich die Traditionen etwas umzugestalten und sie mit den eigenen zu verschmelzen. Zu einigen der Traditionen gehören die Frühlingsfeierlichkeiten wie 1. Mai, Ostern, Mariä Lichtmess usw..

Während der vorchristlichen Zeit, waren die bekanntesten Naturreligionen das germanische- und das keltische Heidentum. Diese Religionen unterscheiden sich nur durch Feinheiten und waren im gesamten Europa weit verbreitet.
yggdrasilDie Grundlage dieser Religionen ist der Weltenbaum der den Zyklus, die Ordnung des Lebens und die Fruchtbarkeit darstellt. Der Mensch wird wie ein Blatt des Baumes angesehen, der in seinem Leben auch die 4 Jahreszeiten durchschreitet. Im Herbst schließlich fällt er vom Baum ab und wird durch die Wurzeln wieder aufgenommen. So fängt der Zyklus wieder von vorne an. Der Weltenbaum gilt auch als der Sitz mythischer Kreaturen und der Götter.
Die Germanen glauben an 9 verschiedene Ebenen die unter -,  um – oder über dem Baum (Yggdrasil) existieren. In anderen Religionen sind es nur drei, die Hölle, die Welt wie wir sie kennen und der Himmel.
Die Darstellung des Weltenbaums ist bei den Kelten und Germanen ähnlich. Die prägnantesten Wesen, die meistens mit abgebildet werden, ist ein Drache, ein Eichhörnchen und ein Adler. Der Baum hat starke Wurzeln, die tief bis in die Unterwelt reichen, wo der Drache an den Wurzeln nagt. Auf der Krone des Baumes sitzt ein Adler der sehr weise ist und viel sieht. Zwischen dem Drachen und dem Adler huscht ein Eichhörnchen hin und her und dient als Überbringer von Nachrichten, die von einem Disput zwischen den beiden Wesen zeugen.

Eine ähnliche Weltanschauung hatten auch die Slawen, aber hierzu mehr in der osteuropäischen Rubrik.