Tag-Archive für ◊ Römer ◊

Hygiene im Mittelalter

Ein wahrlich verschwiegenes Thema…

…was uns aber alle betrifft und betraf. Nur heutzutage redet man nicht darüber, fragt sich aber ab und an, ganz insgeheim: „Wie haben es die Leute denn damals getan? So mit dem Aborten, und so…“

Da nun unser Prachtstück eines „Scheißhauses“ fertig ist, haben wir uns mit diesem Thema zwangsweise und natürlich auch aus der menschlicher Neugierde heraus beschäftigt und hier ein paar Informationen zusammengetragen…

 

In der Natur…

Ein Vers aus dem Alten Testament (Moses 5, Vers 23): „Du sollst draußen vor dem Lager einen Ort haben, wohin du zur Not hinausgeht. Und du sollst eine Schaufel haben. Und wenn Du gesessen  hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.“

Somit zeigt sogar die Bibel, dass schon damals das Thema Hygiene die Menschen beschäftigte. Jahrhunderte,  sogar Jahrtausende lang, war Entsorgung in der Natur üblich, aber auch nur bei geringer menschlicher Population.

 

In speziell eingerichteten Systemen…

Man kann nicht genau benennen, wann befestigte Abwassersysteme ihren Anfang nahmen. Eins ist aber sicher, denn es wurde durch Ausgrabungen belegt, dass die Ägypter und Völker im Zweistromland schon zwischen 3500-500 v. Chr. Funktionierende Latrinen und Abwasserleitungen besaßen.

Die Römer hatten sogar, eigens für die Notdurft, Räumlichkeiten gebaut mit einer Ausstattung, die es dem Nutzer erlaubte, alles Unnötige vom Körper zu waschen. So gab es in den Klos einen Stock mit Schwamm und Salzwasser, welches in einem Eimer bereitstand. Die Handreinigung geschah anschließend durch fließendes Wasser in einer Wasserrinne.

 

In der Burg…

Olaf I., norwegischer König um 995-1000 n. Chr. hat sich sogar eine 22-plätzige Gemeinschaftslatrine bauen lassen. Das zeigt, dass Tabus in früheren Zeiten ganz wo anders lagen!

 

Die Reinigung

Geschah überwiegend mit nachwachsenden und naturbelassenen Rohstoffen wie Heu, Moos, Gras, Blätter…. Das Besorgen dieser äußerst wichtigen Utensilien war ein fester Bestandteil des täglichen Lebens des damaligen Menschen.

Die Reicheren Schichten verwendeten Stoffteile.

 

Im 11. Jhd. …

Wurden Erdlöcher in unseren Breitengraden mit Brettern und Geflecht verstärkt. Später ging man zur Kastenbauweise (Blockhausähnliche Bauweise), Versenkung von alten Fässern oder ausgehölten Baumstämmen als Verstärkung der Erdlochwände über.

Diese Bauweise hielt bis in die Neuzeit.

 

Die Slawen

Wie sich die Slawen sauber hielten, gibt es verschiedene Theorien. Die einen Wissenschaftler sagen, dass die slawischen Menschen ebenso dreckig waren wie auch andere damalige Stämme (z.B. Germanen). Andere sagen, dass die Hygiene bei den Slawen eine lange Tradition hat und sogar im Volksglauben verankert ist.

Man muss aber bedenken, dass ihr Verbreitungsgebiet äußert groß war/ist und bei der Vielzahl an Stämmen es die ein oder andere Abweichung von Hygienevorstellungen gab (ähnlich auch wie bei anderen Völkern).

Um das 10. Jahrhundert reiste ein Apostel namens Andrej nach Nowgorod (die Wiege des Staates „Rus“ und heutigen Russlands) und schrieb nieder, wie sich die Menschen sauber hielten…

Er war sehr überrascht, dass alle 2 Tage die Banja (Sauna) aufgesucht wurde und Frauen versuchten, sich mit verschiedenen Mineralien zu „schminken“. Ebenso hielt er fest, dass den Menschen in dieser Stadt es äußerst wichtig war, dass sei es am Körper aber auch in Bezug auf Nahrung Sauberkeit herrschte.

Nun muss man seinen Worten Glauben schenken, denn seine Niederschrift ist bis heute erhalten geblieben. Ebenso war die Sauna (finnisch) bzw. Banja (russisch / karelisch)  schon Jahrhunderte vor Christus im heutigen Nordrussland und Finnland benutzt wurde.

 

Quelle:

  • Kievskaya Rus – Wladimir Vernadsky
  • „Plumpsklo, Abort, stilles Örtchen“ – ISBN 3-931824-25-X – Autor: Mila Schrader
  • Wikipedia
Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 2

Heilige

Nun musste die Kirche bzw. auch die Römer nicht nur die Feiertage für sich anpassen, sondern auch die Heiligen mussten „technisch“ die Weihenacht vervollständigen.

Odin

Nehmen wir Odin (o.a. Wodan), dessen Beiname  Jolnir ist – Gott des Julfestes. Nun deutet das Julfest auf die alte Bedeutung für das „Rad“ oder die „Zeit der Stürme“ hin. So soll Odin, den alten Sagen nach, persönlich dieses große Fest begründet haben.

In den germanischen Göttersagen, war er ein Verwandlungskünstler. Er konnte zwischen den Welten reisen, zwischen den Menschen und den Göttern. Mal kam er als Tier in unsere Welt, mal als ein alter Mann mit langem weißen Bart… und zu Neujahr zog er in seinem Streitwagen, gefolgt vom Totenheer über die Erde. Er brachte Fruchtbarkeit über die Felder und ehrte sein Gefolge mit Opfergaben.

Obwohl Odin als kriegerischer Gott und der Weihnachtsmann als gutmütiger alter Mann dargestellt wird, haben diese beiden Figuren doch vieles gemeinsam… 🙂

Frick

Odin’s Gemahlin, die Erdmutter Frick (auch Hel, Berchta, oder Frigg genannt), wird in den alten Aufzeichnungen auch während des Julfestes erwähnt. So wurde der letzte Tag „Berchtentag“ der Zwölften zu ihren Ehren benannt.

Laut diesen Aufzeichnungen sollen beide zu Mittwinter die Seelen der Verstorbenen angeführt haben. Hier haben wir wieder den starken Bezug zu den Ahnen – Familie – Verwandtschaft während dieser Feierlichkeiten und somit zur Ahnenverehrung.

Frau Holle ist uns allen mehr oder weniger bekannt. Die Gebrüder Grimm haben sich hier von Odin’s Gemahlin als Göttin Hel inspirieren lassen. So waren ihre Aufgaben über den Tod und die Unterwelt zu herrschen, so auch über die dunkle Winterzeit. Ihr Name „Hel“ deutet aber nicht auf die kirchliche „Hölle“ hin, sondern bedeutet eher soviel wie „schützen“…

Weitere Ähnlichkeiten zur Kirche und zu den Römern, findet man bei folgenden Göttern:

– Freya entspricht der heiligen Barbara; und

– die heilige Lucia – Sunna – Sonnengöttin

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Kleiner gedanklicher Ausflug:

Lux – Luc = Licht

Ist denn beim Lucifer die Wortwurzel nicht auch Lux/Luc (also: Licht). Ist damit der heidnische Sonnengott gemeint? Dieser wird tief unter der Erde wiedergeboren… da wo der altbekannte Feind des christlichen Gottes hockt und die bösen (damals: heidnischen Seelen hinkamen).

Eine der Darstellungen der Kirche für Lucifer/Teufel mit seinen Hörnern und halb Mensch, halb Tier erinnert sehr stark an die Darstellung von Belenos (siehe Artikel über Beltane)

Hmmm….

Symbole

Weihnachtsbaum

Erst im 19. Jahrhundert akzeptierte die Kirche den Weihnachtsbaum und den Adventskranz als Glaubenssymbole. Vorrangegangen ist dieser Tradition aber in manchen Regionen der heidnische Brauch der Geistervertreibung. Man holte zum Barbaratag und zur dunkelsten Zeit des Jahres Tannenzweige und Grünzeug ins Haus, legte diese in die dunkelste Ecke des Hauses um die bösen Geister zu vertreiben.

In anderen Ecken Europas steht und stand der Weihnachtsbaum seit Je-her für den Weltenbaum, welcher zur Feier mit Ornamenten, Früchten und Pilzen geschmückt wurde.

Vor allem Äpfel, Fliegenpilze und Nüsse waren beliebter Schmuck. Der Apfel stand für Leben; die Jugend und die Furchtbarkeit. Die Pilze symbolisieren für das Mystische – es wird vermutet, dass „Schamane“ diese aßen um in Trance zu fallen – und Nüsse für die Weisheit.

Adventskranz

Die Vorweihnachtszeit wird auch „Adventszeit“ genannt. Dieser Ausdruck wird im Lateinischen als „Ankunft“ übersetzt. Es wird aber stark angenommen, dass es eher eine Umdeutung der Kirche, des Ausdrucks von „An der Wend“ (Sonnen- / Jahreswende) ist.

Nun, für was steht denn der Adventskranz eigentlich? Ursprünglich, wie heute, dient der Kranz als Symbol für die Totenehrung, den Jahreskreis, den Sonnenlauf, die Wiedergeburt usw.. Das Grün soll in der dunklen Zeit an die Fruchtbarkeit und das Leben erinnern. Die Kerzen stehen für das Sonnenlicht.

Jetzt wurden diese Kerzen, unüblich unserer Gepflogenheiten, zuerst alle angezündet, um dann jede Woche eine aus zu machen. Diese Tradition spiegelt das sterbende Licht wieder. Es soll allen den Verlauf des Lebens und der Jahreszeiten verdeutlichen. Und, erst wenn das Sonnenkind am 21. Dezember wiedergeboren wurde, wurden alle Kerzen wieder angezündet um den Neuanfang zu feiern. Mancherorts wurde gar der komplette Adventskranz, zur Feier, dem Feuer geopfert.

Julbogen

Traditionell wird der Julbogen aus dem Holz der Hasel, der Birke oder dem Wacholder geschnitzt. Anschließend wird dieser, im Halbkreis gebogener Kerzenleuchter, mit Mistel, Efeu, Tanne und Buchsbaum geschmückt. Den Bogen krönen vier Kerzen und alternativ wurde er mit Gebäck in Form von Runen, gebackenen Erdmutter-Symbolen und Donnersymbolen verziert. Die halbrunde Form soll einen Teil der Krone des Lebensbaums darstellen und somit zeigen, dass Alles ein Teil diesen mächtigen Baums ist.

Julfeuer

Das Julfeuer war der wichtigste Teil der ganzen Feierlichkeit zu Winter. Auch die Ostslawen haben diese Tradition, dazu später mehr. Das Feuer wurde, wie das Urfeuer, auf die ursprünglichste Art entfacht. Dazu wurden aber zuerst alle Öfen und Lichter im Dorf erloschen. Auf einem heiligen, energetischen Berg, wurden zwei Eichenpfähle aufgestellt, wo dazwischen  mit einem Stock Glut durch Reibung erzeugt wurde. Mit einem Birkenpilz der die Glut auffing feuerte man einen großen Scheiterhaufen in der Nähe an. Von diesem Feuer nahmen sich dann alle Dorfbewohner die Glut um ihre Öfen wieder anzufachen.

Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 1

Weihnachten – Julfest Teil 1

Heilige Nacht, der Tag an dem Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsfeiertage, sind in unserer Kultur ein sehr wichtiges Ereignis. Familien kommen zusammen, feiern, beschenken sich und trinken auf den Frieden.

Ein Weihnachtsbaum, Kerzenlichter – mancherorts ein Julbogen oder auch ein Adventskranz-, darf an Tagen der Vorbereitung und am Ereignis nicht fehlen.
Doch was hat ein Weihnachtsbaum mit Jesus zu tun und warum stellt man ein Julbogen auf oder zündet Kerzen auf dem Adventskranz an?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt und recherchierte nach anderen Auslegungen, als das was die Kirche predigt. Vor allem, wo heute die Wissenschaftler behaupten, dass Jesus gar nicht an dem Datum geborgen wurde. Und der Weihnachtsbaum soll ursprünglich aus den nordischen Bräuchen kommen. Ja, und zu guter letzt, werden und wurden die Tage über all anders genannt.

Nach dem heidnischen Glauben gebiert die Muttergöttin tief in der finsteren Erde, in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind (die Nacht hieß im Althochdeutschen Modranecht = „Mutternacht“). Diesen sehr bedeutenden Akt, findet man aber in fast allen Kulturen unserer Erde und manche glaubten, dass nicht nur der Lichtgott, sondern auch viele andere Götter in dieser Nacht wiedergeboren wurden. Der Glaube in den Sohn / 3 Söhne- Gottes/Göttin war schon Jahrhunderte vor dem Christentum in den Köpfen der Menschen verankert. Mit dem neugeborenen Sonnenkind verbanden die Völker eine wieder aufkeimende Hoffnung in der Winterzeit, dass die Tage wieder länger werden, die Erde neue Kraft schöpft und somit der Kreislauf des Lebens wieder von vorne beginnt.

Nun feierten die Kelten, Germanen und auch die skandinavischen Völker das „Weihnachtsfest“ nicht nur 3 Tage sondern 12 Nächte lang. Somit setzten sich die Nächte aus der Nacht der Wiedergeburt und den 12 Rau(c)hnächten, die „Zwölften“, die „Wilde Jagd“ (auch „Jolareidi“) oder im Skandinavischen „Sonarblot“ – das Eberopfer genannt.

Diese „Übergangszeit“ fing gewöhnlich mit der Nacht der Wintersonnenwende  an (heute: 20./21. Dezember) und markierte im germanischen Kalender das Ende des alten Jahres. Das neue Jahr fing aber erst nach 12 Nächten an. So wurde dieses äußerst bedeutsame Mittwinterfest zwischen den Jahren gefeiert. Man bat um fruchtbare Ernten und verehrte seine Ahnen. Denn während dieser Tage zog bei den Skandinavier, Odin mit seinem Totenheer um die Erde. Bei den Germanen war es Wodan und Frick, die die toten Seelen begleiteten und somit den Menschen ganz nahe waren.

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass in Schweden, heute noch ein Brauch besteht die Wiedergeburt der Sonnengötting Lucina zu feiern. Was ich sehr verwirrend finde, dass die Götter von den Geschlechtern nicht eindeutig einzuordnen sind. Jede Quelle hat ihre eigene Auslegung. Ob es tatsächlich an örtlichen Gegebenheiten und der abweichenden Stammeskulten der damaligen Zeit liegt, wage ich nicht fest zu legen.

Nun dürfen hier aber die Römer nicht fehlen. Sie haben einen erheblichen Teil zur Formung des heutigen Weihnachtsfestes beigetragen. Mit ihrer adaptiven Art, was den Glauben angeht, führten die Römer einen Staatsfeiertag zur Wintersonnenwende ein. Sie widmeten Ihre Verehrung zu dieser Zeit dem Sonnengott Sol.

Nach 330 unserer Zeit wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion ausgerufen. Kaiser Konstantin, der zu der Zeit regierte, funktionierte den alten Sonnengott zum neuen Christengott, der ab da als „lux mundi“ (Licht der Welt) gefeiert wurde.
Erst 813 unserer Zeit, haben die Menschen auf dem Territorium des heutigen Deutschlands diesen neuen Glauben anerkannt.

Wie kommt es nun, dass wir heute den 24.12. als Anfang der Weihnachtszeit haben und nicht wie ursprünglich zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres?
Das liegt überwiegend an unserem Kalender, unserer „modernen“ Zeitrechnung. Die heidnischen Völker richteten sich ausschließlich nach dem Mondkalender und hatten die 12 Rauhnächte als „Schalttage“ (obwohl Sie diese so nicht ansahen). Mit dem christlichen Glauben kam auch eine neue Berechnungsgrundlage der Zeit. Zuerst der julianische Kalender, der starke Abweichungen aufwies, da man keine Schalttage nutzte und danach schlussendlich unser gregorianischer Kalender mit den Schalttagen. Die genaue Berechnung der verschiedenen Kalender wäre hier zu ausführlich. Wer da mehr wissen möchte, kann gerne googeln, da findet man ganz gute Berechnungsgrundlagen.
Nähme man  unseren Kalender als Grundlage, so feierte man Weihnachten vor dem 4 Jahrhundert am 06.01., also nach den 12 Rauhnächten (im orthodoxen Glauben ist es immer noch so), wurde dann aber auf den 25.12. gelegt.

Da merkt man, dass die Neujahrfeier und Weihnachten stark von unseren heutigen Terminen abweichen. Ob nun ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kultur, beides zu damaligen Zeit gefeiert hat, habe ich meinen Quellen nicht entnehmen können. Meist wird geschrieben, dass diese Bräuche bestanden. Ich denke aber, es ist sehr schwer nach so langer Zeit die Abläufe zu fixieren oder einer bestimmten Gruppe in einer bestimmten Reihenfolge zuzuschreiben.

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Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 1

Heilige Nacht, der Tag an dem Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsfeiertage, sind in unserer Kultur ein sehr wichtiges Ereignis. Familien kommen zusammen, feiern, beschenken sich und trinken auf den Frieden.

Ein Weihnachtsbaum, Kerzenlichter – mancherorts ein Julbogen oder auch ein Adventskranz-, darf an Tagen der Vorbereitung und am Ereignis nicht fehlen.
Doch was hat ein Weihnachtsbaum mit Jesus zu tun und warum stellt man ein Julbogen auf oder zündet Kerzen auf dem Adventskranz an?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt und recherchierte nach anderen Auslegungen, als das was die Kirche predigt. Vor allem wo heute die Wissenschaftler behaupten, dass Jesus gar nicht an dem Datum geborgen wurde. Und der Weihnachtsbaum soll ursprünglich aus den nordischen Bräuchen kommen. Ja, und zu guter letzt, werden und wurden die Tage über all anders genannt.

Nach dem heidnischen Glauben gebiert die Muttergöttin tief in der finsteren Erde, in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind (die Nacht hieß im Althochdeutschen Modranecht = „Mutternacht“). Diesen sehr bedeutenden Akt, findet man aber in fast allen Kulturen unserer Erde und manche glaubten, dass nicht nur der Lichtgott, sondern auch viele andere Götter in dieser Nacht wiedergeboren wurden. Der Glaube in den Sohn / 3 Söhne- Gottes/Göttin war schon Jahrhunderte vor dem Christentum in den Köpfen der Menschen verankert. Mit dem neugeborenen Sonnenkind verbanden die Völker eine wieder aufkeimende Hoffnung in der Winterzeit, dass die Tage wieder länger werden, die Erde neue Kraft schöpft und somit der Kreislauf des Lebens wieder von vorne beginnt.

Nun feierten die Kelten, Germanen und auch die skandinavischen Völker das „Weihnachtsfest“ nicht nur 3 Tage sondern 12 Nächte lang. Somit setzten sich die Nächte aus der Nacht der Wiedergeburt und den 12 Rau(c)hnächten, die „Zwölften“, die „Wilde Jagd“ (auch „Jolareidi“) oder im Skandinavischen „Sonarblot“ – das Eberopfer genannt.

Diese „Übergangszeit“ fing gewöhnlich mit der Nacht der Wintersonnenwende an (heute: 20./21. Dezember) und markierte im germanischen Kalender das Ende des alten Jahres. Das neue Jahr fing aber erst nach 12 Nächten an. So wurde dieses äußerst bedeutsame Mittwinterfest zwischen den Jahren gefeiert. Man bat um fruchtbare Ernten und verehrte seine Ahnen. Denn während dieser Tage zog bei den Skandinavier, Odin mit seinem Totenheer um die Erde. Bei den Germanen war es Wodan und Frick, die die toten Seelen begleiteten und somit den Menschen ganz nahe waren.

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass in Schweden, heute noch ein Brauch besteht die Wiedergeburt der Sonnengötting Lucina zu feiern. Was ich sehr verwirrend finde, dass die Götter von den Geschlechtern nicht eindeutig einzuordnen sind. Jede Quelle hat ihre eigene Auslegung. Ob es tatsächlich an örtlichen Gegebenheiten und der abweichenden Stammeskulten der damaligen Zeit liegt, wage ich nicht fest zu legen.

Nun dürfen hier aber die Römer nicht fehlen. Sie haben einen erheblichen Teil zur Formung des heutigen Weihnachtsfestes beigetragen. Mit ihrer adaptiven Art, was den Glauben angeht, führten die Römer einen Staatsfeiertag zur Wintersonnenwende ein. Sie widmeten Ihre Verehrung zu dieser Zeit dem Sonnengott Sol.

Nach 330 unserer Zeit wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion ausgerufen. Kaiser Konstantin, der zu der Zeit regierte, funktionierte den alten Sonnengott zum neuen Christengott, der ab da als „lux mundi“ (Licht der Welt) gefeiert wurde.


Erst 813 unserer Zeit, haben die Menschen auf dem Territorium des heutigen Deutschlands diesen neuen Glauben anerkannt.

Wie kommt es nun, dass wir heute den 24.12. als Anfang der Weihnachtszeit haben und nicht wie ursprünglich zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres?
Das liegt überwiegend an unserem Kalender, unserer „modernen“ Zeitrechnung. Die heidnischen Völker richteten sich ausschließlich nach dem Mondkalender und hatten die 12 Rauhnächte als „Schalttage“ (obwohl Sie diese so nicht ansahen). Mit dem christlichen Glauben kam auch eine neue Berechnungsgrundlage der Zeit. Zuerst der julianische Kalender, der starke Abweichungen aufwies, da man keine Schalttage nutzte und danach schlussendlich unser gregorianischer Kalender mit den Schalttagen. Die genaue Berechnung der verschiedenen Kalender wäre hier zu ausführlich. Wer da mehr wissen möchte, kann gerne googeln, da findet man ganz gute Berechnungsgrundlagen.
Nähme man unseren Kalender als Grundlage, so feierte man Weihnachten vor dem 4 Jahrhundert am 06.01., also nach den 12 Rauhnächten (im orthodoxen Glauben ist es immer noch so), wurde dann aber auf den 25.12. gelegt.

Da merkt man, dass die Neujahrfeier und Weihnachten stark von unseren heutigen Terminen abweichen. Ob nun ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kultur, beides zu damaligen Zeit gefeiert hat, habe ich meinen Quellen nicht entnehmen können. Meist wird geschrieben, dass diese Bräuche bestanden. Ich denke aber, es ist sehr schwer nach so langer Zeit die Abläufe zu fixieren oder einer bestimmten Gruppe in einer bestimmten Reihenfolge zuzuschreiben.

 

Heidentum

„Glaube ist Gewissheit ohne Beweise“ (Zitat: Henri-Frédéric Amiel)

img_0336Der Glaube ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Heutzutage wird unser Glaube mehr oder weniger von großen Weltreligionen, unzähligen anderen Religionsrichtungen oder durch gar keine Religion geprägt. Durch den Glauben sucht der Menschen Halt und Orientierung für sein Dasein.
Vor der Christianisierung war West- und Osteuropa geprägt durch Naturreligionen. Die Menschen dieser Zeit  verstanden sich im engen Bunde mit der Natur, verehrten eben diese durch viele Gottheiten und hatten einen Hang ausgelassen zu feiern. Viele der Feierlichkeiten kennt man heute als christliche Feiertage, ist sich aber meistens nicht bewusst, dass sie heidnischer Herkunft sind.

verbrennungHeiden waren für die Kirche im Mittelalter nichtchristliche Menschen. Man hat dessen Glauben, das Heidentum, als Aberglaube abgetan und zum Missionsobjekt erklärt.  So hat das Christentum in Europa zu damaligen Zeit versucht auf friedliche Weise die Menschen zu bekehren und wer sich nicht bekehren lies, den hat man einfach mit Gewalt von der christlichen „Überzeugung“ überzeugt…
Hexenverbrennungen, Kreuzzüge im Baltikum, Verbote von Feiertagen usw..
Doch die eine oder andere Tradition konnte  von der Kirche nicht ausgemerzt werden. Also entschied man sich die Traditionen etwas umzugestalten und sie mit den eigenen zu verschmelzen. Zu einigen der Traditionen gehören die Frühlingsfeierlichkeiten wie 1. Mai, Ostern, Mariä Lichtmess usw..

Während der vorchristlichen Zeit, waren die bekanntesten Naturreligionen das germanische- und das keltische Heidentum. Diese Religionen unterscheiden sich nur durch Feinheiten und waren im gesamten Europa weit verbreitet.
yggdrasilDie Grundlage dieser Religionen ist der Weltenbaum der den Zyklus, die Ordnung des Lebens und die Fruchtbarkeit darstellt. Der Mensch wird wie ein Blatt des Baumes angesehen, der in seinem Leben auch die 4 Jahreszeiten durchschreitet. Im Herbst schließlich fällt er vom Baum ab und wird durch die Wurzeln wieder aufgenommen. So fängt der Zyklus wieder von vorne an. Der Weltenbaum gilt auch als der Sitz mythischer Kreaturen und der Götter.
Die Germanen glauben an 9 verschiedene Ebenen die unter -,  um – oder über dem Baum (Yggdrasil) existieren. In anderen Religionen sind es nur drei, die Hölle, die Welt wie wir sie kennen und der Himmel.
Die Darstellung des Weltenbaums ist bei den Kelten und Germanen ähnlich. Die prägnantesten Wesen, die meistens mit abgebildet werden, ist ein Drache, ein Eichhörnchen und ein Adler. Der Baum hat starke Wurzeln, die tief bis in die Unterwelt reichen, wo der Drache an den Wurzeln nagt. Auf der Krone des Baumes sitzt ein Adler der sehr weise ist und viel sieht. Zwischen dem Drachen und dem Adler huscht ein Eichhörnchen hin und her und dient als Überbringer von Nachrichten, die von einem Disput zwischen den beiden Wesen zeugen.

Eine ähnliche Weltanschauung hatten auch die Slawen, aber hierzu mehr in der osteuropäischen Rubrik.