Tag-Archive für ◊ November ◊

Samhain, Tag der Toten, Allerheiligen, Allerseelen, Halloween

Heute kennt man diesen Feiertag vor allem als Halloween und als den heiligsten Tag der Hexen. Zum einem wird er in der modernen Kultur als ein weiterer Grund zum Feiern, Konsumieren, anderseits auch als eine Gelegenheit um Inne zu halten und den Toten zu gedenken – vor allem im christlichen Glauben.
Nur noch wenige wissen, welche Ursprünge dieser Feiertag eigentlich hat… Wie schon in vorherigen Artikeln erwähnt, ist auch dieser Brauch von Nuancen durchzogen. Es kommt immer darauf an wo und wann im Zeitalter so ein wichtiger Tag gefeiert worden ist und von welchen Gegebenheiten er geformt wurde. So können durchaus viele andere Theorien stimmen, auf die ich hier nicht näher eingehe. Für mich, die Schlüssigsten habe ich ausgewählt und hier beschrieben.

.

Keltisch

Im Jahreskreis der Kelten liegt Samhain dem Beltanefest gegenüber und bildet zusammen ein Ganzes. Dieses Fest ist ein sogenanntes Mondfest und wird meist zum Neumond um den Novemberanfang gefeiert. Es hat sich aber im Laufe der Zeit der 31. Oktober eingependelt. Von den meisten wird Samhain als das Neujahrsfest der Heiden betrachtet. Einige feiern jedoch Jul als das letzte Fest des heidnischen Jahres, da danach die Tage wieder länger werden.Die Bezeichnung Samhain hat ihren Ursprung im Altirischen und heißt so viel wie „Ende des Sommers“. Dieses Ende wurde meist um den 31. Oktober gefeiert und war eines der wichtigsten Feierlichkeiten im Heidentum. Das kann man als Gegeben hinnehmen, doch ab hier scheiden und überschneiden sich die Bräuche. Ein paar möchte ich gerne aufführen:

.

Jahreskönig

Samhain ist der Beginn der Jahresnacht. Diese Nacht symbolisierte den Übergang in das neue Jahr. Es kommt die Zeit der Dunkelheit und des Ausharrens… An diesem Tag stirbt der Jahreskönig, welcher der Sonnengott ist. So verweilten die Menschen den Winter über in Geduld und warteten bis er wiedergeboren wird und das Leben auf der Erde wieder anfängt zu blühen. Die heilige Vereinigung wurde ursprünglich als die Befruchtung der Erde durch die Sonne verstanden.
Doch bevor der neue Sonnengott wiedergeboren werden konnte, musste sich die Mutter Erde erst mit dem alten König vermählen und von ihm geschwängert werden. Der alte „Sonnenkönig“ wurde in der Zeit vor Christus mancher Ort durch einen echten Menschen dargestellt, meist durch einen Oberhaupt. Dieser König war während seiner Herrschaft stets dafür direkt verantwortlich, dass die Erde fruchtbar gemacht wird und die Menschen genug zu essen hatten. Wenn seine Zeit dann gekommen war, musste dieser dann den heiligen Bund mit der Erde eingehen. Heißt, um Samhain wurde der alte Menschenkönig geopfert. Dieser Tod war für den König eine sehr große Ehre und sogar ein Muss um für den neuen Herrscher Platz zu machen, die Mutter Erde fruchtbar zu halten und somit das Fortbestehen seiner Schützlinge zu garantieren.
Dieses Ritual wurde dann im Laufe der Zeit immer mehr entschärft und abstrahiert. So verschwanden die Menschenopfer aus der Tradition.

.

Ahnenkult

Der Ahnenkult ist heute wohl die weit verbreiteteste Assoziation des 31. Oktober, auch „Tag der Toten“ genannt. Dieser Tag hat eine sehr mächtige Bedeutung in allen alten Kulturen, da man (Lebens-)Kraft aus der Verehrung seiner Vorfahren schöpfte. Ausgerechnet an diesem Tag,  ähnlich wie auch zum 1. Mai, ist die Grenze zwischen der Totenwelt und der Unseren sehr dünn. Man glaubte, dass die Verstorbenen in dieser Nacht zwischen uns weilen und dass man leichter mit ihnen in Kontakt treten kann. Die einen glaubten, dies würde Glück bringen. Andere waren da eher vorsichtig, was das Verständigen mit Toten angeht.
Eines der Bräuche ist eine Kerze für die Toten anzuzünden und auf die Fensterbank zu stellen, als Zeichen des Gedenkens und sodass die toten Umherwandernden ihren Weg zurück nicht verlieren.
Die römische Kultur sah viele Ähnlichkeiten zwischen dem keltischen Samhain und dem eigenem Totenfest im Mai und adaptierte es ohne viel zu manipulieren.
Im späteren Verlauf der Geschichte ist diese Idee vom Christentum aufgegriffen und von der Zeit um Pfingsten auf eben den 1. und 2. November als der Tag der Allerheiligen und Allerseelen verlegt worden. Dazu später mehr…
Beim Ahnenkult gibt es aber Abweichungen. So habe ich  gelesen, dass dieser Feiertag nur der Tag der Toten war einerseits und anderseits kritisieren einige Historiker diese These, da sie der Meinung sind, dass es im keltischen Brauchtum keine konkrete Totenverehrung zu dieser Zeit gab.

.

Erntefeier / Feier der Freude

Noch heute symbolisiert dieser Tag den letzten Arbeitstag auf dem Felde. Man fuhr die letzten Ernteerträge ein und bereitete sich auf die dunkle Jahreszeit vor. Bis heute wird in manchen Teilen Britanniens dieses Fest als Fest der Freude und des Überflusses gefeiert.
So wird dort z.B. der Feiertag noch bis heute mit dem Backen von Keksen, in Form von Geweihen, eingeleitet. Diese symbolische Handlung stand und steht für den Dank für die Ernte und dass es genügend zu Essen gibt in der schweren Winterzeit.
Anderswo war es üblich ein Schlachtfest zu veranstalten und gemeinsam einen Festschmaus zu veranstalten. An diesem Fest wurde bei den Kelten üblicherweise sehr viel Wildschwein verzehrt, da man hoffte die göttliche Kraft auf sich ableiten zu können. Denn das Wildschwein symbolisierte in ihrem Glauben die Muttergötting in ihrer sommerlichen Gestalt.

.

Weiterlesen…