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Hygiene im Mittelalter

Ein wahrlich verschwiegenes Thema…

…was uns aber alle betrifft und betraf. Nur heutzutage redet man nicht darüber, fragt sich aber ab und an, ganz insgeheim: „Wie haben es die Leute denn damals getan? So mit dem Aborten, und so…“

Da nun unser Prachtstück eines „Scheißhauses“ fertig ist, haben wir uns mit diesem Thema zwangsweise und natürlich auch aus der menschlicher Neugierde heraus beschäftigt und hier ein paar Informationen zusammengetragen…

 

In der Natur…

Ein Vers aus dem Alten Testament (Moses 5, Vers 23): „Du sollst draußen vor dem Lager einen Ort haben, wohin du zur Not hinausgeht. Und du sollst eine Schaufel haben. Und wenn Du gesessen  hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.“

Somit zeigt sogar die Bibel, dass schon damals das Thema Hygiene die Menschen beschäftigte. Jahrhunderte,  sogar Jahrtausende lang, war Entsorgung in der Natur üblich, aber auch nur bei geringer menschlicher Population.

 

In speziell eingerichteten Systemen…

Man kann nicht genau benennen, wann befestigte Abwassersysteme ihren Anfang nahmen. Eins ist aber sicher, denn es wurde durch Ausgrabungen belegt, dass die Ägypter und Völker im Zweistromland schon zwischen 3500-500 v. Chr. Funktionierende Latrinen und Abwasserleitungen besaßen.

Die Römer hatten sogar, eigens für die Notdurft, Räumlichkeiten gebaut mit einer Ausstattung, die es dem Nutzer erlaubte, alles Unnötige vom Körper zu waschen. So gab es in den Klos einen Stock mit Schwamm und Salzwasser, welches in einem Eimer bereitstand. Die Handreinigung geschah anschließend durch fließendes Wasser in einer Wasserrinne.

 

In der Burg…

Olaf I., norwegischer König um 995-1000 n. Chr. hat sich sogar eine 22-plätzige Gemeinschaftslatrine bauen lassen. Das zeigt, dass Tabus in früheren Zeiten ganz wo anders lagen!

 

Die Reinigung

Geschah überwiegend mit nachwachsenden und naturbelassenen Rohstoffen wie Heu, Moos, Gras, Blätter…. Das Besorgen dieser äußerst wichtigen Utensilien war ein fester Bestandteil des täglichen Lebens des damaligen Menschen.

Die Reicheren Schichten verwendeten Stoffteile.

 

Im 11. Jhd. …

Wurden Erdlöcher in unseren Breitengraden mit Brettern und Geflecht verstärkt. Später ging man zur Kastenbauweise (Blockhausähnliche Bauweise), Versenkung von alten Fässern oder ausgehölten Baumstämmen als Verstärkung der Erdlochwände über.

Diese Bauweise hielt bis in die Neuzeit.

 

Die Slawen

Wie sich die Slawen sauber hielten, gibt es verschiedene Theorien. Die einen Wissenschaftler sagen, dass die slawischen Menschen ebenso dreckig waren wie auch andere damalige Stämme (z.B. Germanen). Andere sagen, dass die Hygiene bei den Slawen eine lange Tradition hat und sogar im Volksglauben verankert ist.

Man muss aber bedenken, dass ihr Verbreitungsgebiet äußert groß war/ist und bei der Vielzahl an Stämmen es die ein oder andere Abweichung von Hygienevorstellungen gab (ähnlich auch wie bei anderen Völkern).

Um das 10. Jahrhundert reiste ein Apostel namens Andrej nach Nowgorod (die Wiege des Staates „Rus“ und heutigen Russlands) und schrieb nieder, wie sich die Menschen sauber hielten…

Er war sehr überrascht, dass alle 2 Tage die Banja (Sauna) aufgesucht wurde und Frauen versuchten, sich mit verschiedenen Mineralien zu „schminken“. Ebenso hielt er fest, dass den Menschen in dieser Stadt es äußerst wichtig war, dass sei es am Körper aber auch in Bezug auf Nahrung Sauberkeit herrschte.

Nun muss man seinen Worten Glauben schenken, denn seine Niederschrift ist bis heute erhalten geblieben. Ebenso war die Sauna (finnisch) bzw. Banja (russisch / karelisch)  schon Jahrhunderte vor Christus im heutigen Nordrussland und Finnland benutzt wurde.

 

Quelle:

  • Kievskaya Rus – Wladimir Vernadsky
  • „Plumpsklo, Abort, stilles Örtchen“ – ISBN 3-931824-25-X – Autor: Mila Schrader
  • Wikipedia
Jahreskreis

Tag und Nacht, Sonne und Mond, Leben und Sterben, Sommer wie Winter… sind Ereignisse die uns heute mehr oder weniger bewegen bzw. beeinflussen. In der Vergangenheit hatten solche Geschehnisse noch einen etwas tieferen Eindruck bei den Menschen hinterlassen. Deshalb haben sich unsere Vorfahren mit den Themen ziemlich intensiv befasst. Sie beobachteten die Natur, die Sterne und an sich auch ihr eigenes Leben. Sie zogen Parallelen und Schlüsse, die ihnen dann ermöglichten ihre Ernte ertragreicher zu gestalten, Feste zur rechten Zeit abzuhalten und ihre Umwelt besser zu verstehen.

Die Zeit zu fangen, einzuteilen und zu planen ist kein modernes Phänomen. Wie schon gesagt, war es den Menschen schon damals wichtig zu wissen, wann die Zeit gekommen ist um bestimmte Dinge zu erledigen. Jede Kultur hat da ihre eigenen Instrumente gehabt, um die Zeit besser zu verstehen…

Für unsere Vorfahren war die Zeit ein Kreis, egal ob es um Monate, Tage oder Stunden geht. Stets wiederholten sich die natürlichen Zyklen und hatten ihren Anfang im Dunklen. So begannen Monate mit dem Neumond und die neuen Tage mit der Abenddämmerung.
Das Jahr als Jahreskreis wurde in 2 Hälften aufgeteilt, Jahresnacht/ Jahrestag und begann mit dem Neumond um den Anfang des heutigen Monats November. Das Neujahr wurde mit einem großen Fest „Samhain“ empfangen und gleichzeitig bereiteten sich die Menschen vor, durch die dunklen Monate zu schreiten.

Die gesamte Jahreskreis-Aufteilung verdeutlicht das Bild eigentlich ganz gut…

Jahresrad_mond

Die Kelten haben sich in dieser Hinsicht ein Denkmal aufgestellt, den heute so gut wie jeder kennt. Stonehenge… ist eine Kultstätte aber auch ein Rieseninstrument um die Tage, Monate und Jahre zu berechnen; und sie hatten ihren eigenen Kalender „Bronzetafel von Coligny“. Dieser wurde  mit 19 Sonnenjahren bzw. 235 Mondmonaten berechnet. Dieser Zusammenhang entspringt dem Ereignis, welches alle 19 Jahre auftritt, wo Sonne und Mond in gleicher Relation zueinander stehen. Die 235 Mondmonate wurden wiederrum zu je 62 Einheiten zusammengefasst, was 3 Sonnenjahren zu 12 Monaten und 2 Jahre zu 13 Monaten entsprach. Der namenlose 13. Monat soll uns bis heute als die bekannten Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem 6 Januar erhalten geblieben sein.

In der Osteuropäischen Kultur gab es auch eine ähnliche Zeiteinteilung, dazu später mehr…