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Hygiene im Mittelalter

Ein wahrlich verschwiegenes Thema…

…was uns aber alle betrifft und betraf. Nur heutzutage redet man nicht darüber, fragt sich aber ab und an, ganz insgeheim: „Wie haben es die Leute denn damals getan? So mit dem Aborten, und so…“

Da nun unser Prachtstück eines „Scheißhauses“ fertig ist, haben wir uns mit diesem Thema zwangsweise und natürlich auch aus der menschlicher Neugierde heraus beschäftigt und hier ein paar Informationen zusammengetragen…

 

In der Natur…

Ein Vers aus dem Alten Testament (Moses 5, Vers 23): „Du sollst draußen vor dem Lager einen Ort haben, wohin du zur Not hinausgeht. Und du sollst eine Schaufel haben. Und wenn Du gesessen  hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.“

Somit zeigt sogar die Bibel, dass schon damals das Thema Hygiene die Menschen beschäftigte. Jahrhunderte,  sogar Jahrtausende lang, war Entsorgung in der Natur üblich, aber auch nur bei geringer menschlicher Population.

 

In speziell eingerichteten Systemen…

Man kann nicht genau benennen, wann befestigte Abwassersysteme ihren Anfang nahmen. Eins ist aber sicher, denn es wurde durch Ausgrabungen belegt, dass die Ägypter und Völker im Zweistromland schon zwischen 3500-500 v. Chr. Funktionierende Latrinen und Abwasserleitungen besaßen.

Die Römer hatten sogar, eigens für die Notdurft, Räumlichkeiten gebaut mit einer Ausstattung, die es dem Nutzer erlaubte, alles Unnötige vom Körper zu waschen. So gab es in den Klos einen Stock mit Schwamm und Salzwasser, welches in einem Eimer bereitstand. Die Handreinigung geschah anschließend durch fließendes Wasser in einer Wasserrinne.

 

In der Burg…

Olaf I., norwegischer König um 995-1000 n. Chr. hat sich sogar eine 22-plätzige Gemeinschaftslatrine bauen lassen. Das zeigt, dass Tabus in früheren Zeiten ganz wo anders lagen!

 

Die Reinigung

Geschah überwiegend mit nachwachsenden und naturbelassenen Rohstoffen wie Heu, Moos, Gras, Blätter…. Das Besorgen dieser äußerst wichtigen Utensilien war ein fester Bestandteil des täglichen Lebens des damaligen Menschen.

Die Reicheren Schichten verwendeten Stoffteile.

 

Im 11. Jhd. …

Wurden Erdlöcher in unseren Breitengraden mit Brettern und Geflecht verstärkt. Später ging man zur Kastenbauweise (Blockhausähnliche Bauweise), Versenkung von alten Fässern oder ausgehölten Baumstämmen als Verstärkung der Erdlochwände über.

Diese Bauweise hielt bis in die Neuzeit.

 

Die Slawen

Wie sich die Slawen sauber hielten, gibt es verschiedene Theorien. Die einen Wissenschaftler sagen, dass die slawischen Menschen ebenso dreckig waren wie auch andere damalige Stämme (z.B. Germanen). Andere sagen, dass die Hygiene bei den Slawen eine lange Tradition hat und sogar im Volksglauben verankert ist.

Man muss aber bedenken, dass ihr Verbreitungsgebiet äußert groß war/ist und bei der Vielzahl an Stämmen es die ein oder andere Abweichung von Hygienevorstellungen gab (ähnlich auch wie bei anderen Völkern).

Um das 10. Jahrhundert reiste ein Apostel namens Andrej nach Nowgorod (die Wiege des Staates „Rus“ und heutigen Russlands) und schrieb nieder, wie sich die Menschen sauber hielten…

Er war sehr überrascht, dass alle 2 Tage die Banja (Sauna) aufgesucht wurde und Frauen versuchten, sich mit verschiedenen Mineralien zu „schminken“. Ebenso hielt er fest, dass den Menschen in dieser Stadt es äußerst wichtig war, dass sei es am Körper aber auch in Bezug auf Nahrung Sauberkeit herrschte.

Nun muss man seinen Worten Glauben schenken, denn seine Niederschrift ist bis heute erhalten geblieben. Ebenso war die Sauna (finnisch) bzw. Banja (russisch / karelisch)  schon Jahrhunderte vor Christus im heutigen Nordrussland und Finnland benutzt wurde.

 

Quelle:

  • Kievskaya Rus – Wladimir Vernadsky
  • „Plumpsklo, Abort, stilles Örtchen“ – ISBN 3-931824-25-X – Autor: Mila Schrader
  • Wikipedia
Mittelalter-Keilbett mit verkeiltem Lattenrost
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In sehr enger Zusammenarbeit hat Jana, Lilli und Alexey folgendes Bett gebaut. Das Bett ist schnell auseinander gebaut und ist für 2 Personen gedacht. Es wurde Fichte verwendet.

Feldbett Deluxe für Mittelalter
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Grüße,

ein weiteres Meisterstück meiner Frau… Ein Feldbett für 2 Personen. Komplett auseinandernehmbar, praktisch zu transportieren und herlich zum schlafen.

Bei der Matraze schummeln wir ein bisschen, aber Strohmatratze ist zu unhygienisch für so wenig Fahrten und Rosshaarmatzratze können wir uns gerade nicht leisten 😉

Bei Bedarf, stellen wir gerne auch für Euch her!

Hier die Bilder:

Jahreskreis

Tag und Nacht, Sonne und Mond, Leben und Sterben, Sommer wie Winter… sind Ereignisse die uns heute mehr oder weniger bewegen bzw. beeinflussen. In der Vergangenheit hatten solche Geschehnisse noch einen etwas tieferen Eindruck bei den Menschen hinterlassen. Deshalb haben sich unsere Vorfahren mit den Themen ziemlich intensiv befasst. Sie beobachteten die Natur, die Sterne und an sich auch ihr eigenes Leben. Sie zogen Parallelen und Schlüsse, die ihnen dann ermöglichten ihre Ernte ertragreicher zu gestalten, Feste zur rechten Zeit abzuhalten und ihre Umwelt besser zu verstehen.

Die Zeit zu fangen, einzuteilen und zu planen ist kein modernes Phänomen. Wie schon gesagt, war es den Menschen schon damals wichtig zu wissen, wann die Zeit gekommen ist um bestimmte Dinge zu erledigen. Jede Kultur hat da ihre eigenen Instrumente gehabt, um die Zeit besser zu verstehen…

Für unsere Vorfahren war die Zeit ein Kreis, egal ob es um Monate, Tage oder Stunden geht. Stets wiederholten sich die natürlichen Zyklen und hatten ihren Anfang im Dunklen. So begannen Monate mit dem Neumond und die neuen Tage mit der Abenddämmerung.
Das Jahr als Jahreskreis wurde in 2 Hälften aufgeteilt, Jahresnacht/ Jahrestag und begann mit dem Neumond um den Anfang des heutigen Monats November. Das Neujahr wurde mit einem großen Fest „Samhain“ empfangen und gleichzeitig bereiteten sich die Menschen vor, durch die dunklen Monate zu schreiten.

Die gesamte Jahreskreis-Aufteilung verdeutlicht das Bild eigentlich ganz gut…

Jahresrad_mond

Die Kelten haben sich in dieser Hinsicht ein Denkmal aufgestellt, den heute so gut wie jeder kennt. Stonehenge… ist eine Kultstätte aber auch ein Rieseninstrument um die Tage, Monate und Jahre zu berechnen; und sie hatten ihren eigenen Kalender „Bronzetafel von Coligny“. Dieser wurde  mit 19 Sonnenjahren bzw. 235 Mondmonaten berechnet. Dieser Zusammenhang entspringt dem Ereignis, welches alle 19 Jahre auftritt, wo Sonne und Mond in gleicher Relation zueinander stehen. Die 235 Mondmonate wurden wiederrum zu je 62 Einheiten zusammengefasst, was 3 Sonnenjahren zu 12 Monaten und 2 Jahre zu 13 Monaten entsprach. Der namenlose 13. Monat soll uns bis heute als die bekannten Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem 6 Januar erhalten geblieben sein.

In der Osteuropäischen Kultur gab es auch eine ähnliche Zeiteinteilung, dazu später mehr…

Ratibor – Teil 2

Teil 2:


Kultstätte:

Ältester: „Gott der Sonne, Gott des Lichtes und der Fruchtbarkeit. Großer Hors! Zu dir sind deine Kinder gekommen. Schenke ihnen deine Wärme, bringe ihnen warme Regen, damit deine Kinder für friedliche Taten leben können…“

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In der Runde:

Kind: „Schaut… Belay wird bald auf dem Acker sterben.“

Ratibor‘s Vater: „Jeder möchte bei der heiligen Arbeit sterben. Lauf…“

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Beim Sähen:

Ratibor: „Und wenn die Huzaren kommen? Wer wird die Ernte einfahren?“

Ältester: „Ob da jemand kommt oder nicht… Du sähe und acker das Land. Man sollte in das Gute glauben und auf das Leben warten (weiterleben).“

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Überfall einer Siedlung:

Alter Mann: „Lauf Mstislav. Lauf zur „Slobada“ (Festung). Sag dem Hauptmann, dass Unglück über uns hereingebrochen ist.“…“Mstischa!!!“

Hauptmann: „W Dubrawe (Im Wald), da verstecken wir uns.“

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Bei der Heimkehr:

Ältester, Ratibor‘s Vater, Ratibor: „Das haben wir gut gemacht!“

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Beim Ausrüsten zum Krieg:

Ratibor‘s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod, Ratibor.“

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Schutzgebete des Ältesten:

Ältester: „Vorfahren, unsere! Großmütter! Swarog, Dashbog! Verteidige und beschütze! Alle werden wir im Himmel sein. Jeder zu seiner Zeit. Doch nun Swarog, rette deine Enkel!“

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Tod von Ratibor’s Vater:

Ratibor’s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod Ratibor.“

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Bestattung:

Ältester: „Kommen ohne Zwang die Leute von nahen und fernen Siedlungen um bei der Bestattung erneut der Einheit zu gedenken. Die Warmherzigkeit unserer Vereinigung auf der Erde gibt den Wunsch auf, um zu leben auch nach dem Tod! Wir sehen uns wieder. Wir sehen uns wieder!“

Ratibor, ein Trickfilm aus den 80-ern über die slawische Seele

Ein kleiner Auszug über den Trickfilm aus dem Internet in Englisch:

„These men are very brave warriors. During assaults very few slaves can be captured among them for they would rather die than be taken prisoners.“ (Zakharios the Rhetor, 5th cent. A.D.) Paradoxically, it’s for the same reason that slaves were called like Slavs: slaves of Slavic origin were the rarest and consequently most valued kind of slaves. Like gold among other metals, the hardest to receive. Made by Soyuzmultfilm in 1973 after the novel ‚The Primordial Rus‘ by Valentine Ivanov (1950).

Der Trickfilm wurde unter der Regie von Roman Dawidow im Jahre 1973 gezeichnet. Seine Inspiration waren die Bücher „Powesti Drewnich Let – Geschichten der uralten Zeit“ (1953), „Rus Isnachalniya – Anfängliche Rus“ und „Rus Welikaya – Mächtige Rus“ geschrieben von Valentin Ivanov (31.07.1902 – 07.04.1975). Seine Bücher waren vom einfachen Leser und von auch Geschichtsforschern sehr geschätzt.

Im Trickfilm werden die wichtigsten Ideale der Slawen umrissen. Er zeigt die Lebensweise des slawischen Volkes und gibt einen kurzen Einblick in dessen Glauben.

Der Zeichenstil ist stark stilisiert, also wenig geeignet um sich Ideen für die Gewandung anzusammeln.

Dieser Trickfilm hat eine englische, leider nicht so gut gelungene, Übersetzung als Untertitel. Vorallem ist nicht alles übersetzt worden, was eigentlich wichtig wäre um die „slawische Seele“ besser zu verstehen.

Also hier die deutsche Übersetzung von mir:

Teil 1:

Vorspann:

„Seit Urzeiten, nennen wir, die Griechen, diese mächtigen Krieger „Rossichi“ oder „Russi“. Rosskije Männer sind mutige Krieger. Während der Raubzügen gelingt es nur wenige Gefangene zu machen, da sie lieber den Tod bevorzugen als die Freiheit zu verlieren.“ (Zakharios der Rhetor, 5 Jhd. nach Christus)

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Kolibel – Schlaflied:

Schlaf mein Kind, Ratibor, schlafe süß.

Wie die Augen der Erde – die Seen auch schlafen, süß schlafen.

Wie die Seen, auch unser Fluß „Ros“ schläft, süß schläft.

„Ros“ der Fluß so süß er schläft.

Schlafe du mein Bächlein – kleiner Ratibor…

Schlafen die Wälder, die schützen unsere Siedlungen wie Wände.

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Klopfen an der Tür:

Mann an der Tür:  „Alles in Ordnung. Oleyushka es ist für dich. Mstislavushka ist krank. Ihm muss geholfen werden.“

Oleyushka zaubert: „Morgenröte – ihr seid zwei Schwestern – die Morgenröte und die Abendröte… befreie den kleinen Mstislavushka vom bösen Fieberwahn. Schicke ihm Schlaf von allen Seiten. Ihr Roshanitsi, Rodunitsi (Schutzgottheiten für Heim und Haus), Uromas – ihr Töchter von Sworog (Hauptgott) wachet darüber, sodass es klappt. Ich weiß, ich spüre, dass mein Wort ist stark, stark, stark…“

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Reiten lernen:

Vater von Ratibor: „Wachse groß Ratibor.“

Mutter Oleyushka: „Also Ratibor, gehe fröhlich.“

Vater: „Wachse schnell!“

Mutter: „Es ist noch zu früh.“

Vater: „Er schon groß, oder Ratibor?“

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Beim Schnitzen:

Pferdeschnitzer: „Hier ist ein Pferd für dich, Ratibor. Da. nimm das Messer und schneide unnötiges ab.“

Ratibor: „Was ist denn ein Messer?“

Ältester:“Das ist ein Stiefelschwert. Wir nennen ihn Messer. Den kann man am Fuß im Stiefel verstecken. Das ist gut Ratibor. Jetzt weißt du was Schmerz bedeutet. So wirst du sie keinem Anderen zufügen ohne Grund.“

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Im Wald:

Vater: „Das sind unsere Wälder. So lebendig wie du und ich. Säfte fließen von der Wurzel bis in die kleinsten Ästlein. “

Ratibor: „Was ist das?“

Vater: „Das ist der Geschmack deines Waldes, Ratibor.“

Ratibor: „Und wer ist das?“

Vater: „Das ist Leshij (Waldgeist). Jeden Frühling ist es so. (gemeint der Saft und das Auftauchen des Waldgeistes)“

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Beim Jagen:

Ratibor: „Und wenn du nicht getroffen hättest…“

Vater: „Nein Ratibor. Ich hätte nicht verfehlen können. Halte deine linke Hand steifer. Stämme den Bogen gegen den Knochen. Straffe dein Handgelenk. So ist es gut. Nochmal. Pfeile kannst du später einsammeln.“

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Am See:

Vater: „Hör mal Ratibor – das ist die Lerche, sie kommt immer als erstes angeflogen. Wo und wie sie wohnt, das rate mal… Man darf keinen Harm zufügen. Wir nennen sie das Lied der Seele.

Kind beim Fischen: „Zefix, hat den ganzen Fisch verschrocken.“

Ratibor: „Und wer ist der Junge?“

Vater: „Das ist doch Mstislavushka, der letzten Herbst krank war. Sein Opa kämpfte noch im vergangenen Sommer. Er tötete 5 Steppenreiter… und der 6te tötete ihn. Der Tot ist nicht schrecklich, Ratibor. Schrecklich ist das Leben in Gefangenschaft. Irgendwie haben wir uns in der Zeit verloren.“

Ratibor: „Dann komm schneller.“

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Teil 2…

Samhain, Tag der Toten, Allerheiligen, Allerseelen, Halloween

Heute kennt man diesen Feiertag vor allem als Halloween und als den heiligsten Tag der Hexen. Zum einem wird er in der modernen Kultur als ein weiterer Grund zum Feiern, Konsumieren, anderseits auch als eine Gelegenheit um Inne zu halten und den Toten zu gedenken – vor allem im christlichen Glauben.
Nur noch wenige wissen, welche Ursprünge dieser Feiertag eigentlich hat… Wie schon in vorherigen Artikeln erwähnt, ist auch dieser Brauch von Nuancen durchzogen. Es kommt immer darauf an wo und wann im Zeitalter so ein wichtiger Tag gefeiert worden ist und von welchen Gegebenheiten er geformt wurde. So können durchaus viele andere Theorien stimmen, auf die ich hier nicht näher eingehe. Für mich, die Schlüssigsten habe ich ausgewählt und hier beschrieben.

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Keltisch

Im Jahreskreis der Kelten liegt Samhain dem Beltanefest gegenüber und bildet zusammen ein Ganzes. Dieses Fest ist ein sogenanntes Mondfest und wird meist zum Neumond um den Novemberanfang gefeiert. Es hat sich aber im Laufe der Zeit der 31. Oktober eingependelt. Von den meisten wird Samhain als das Neujahrsfest der Heiden betrachtet. Einige feiern jedoch Jul als das letzte Fest des heidnischen Jahres, da danach die Tage wieder länger werden.Die Bezeichnung Samhain hat ihren Ursprung im Altirischen und heißt so viel wie „Ende des Sommers“. Dieses Ende wurde meist um den 31. Oktober gefeiert und war eines der wichtigsten Feierlichkeiten im Heidentum. Das kann man als Gegeben hinnehmen, doch ab hier scheiden und überschneiden sich die Bräuche. Ein paar möchte ich gerne aufführen:

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Jahreskönig

Samhain ist der Beginn der Jahresnacht. Diese Nacht symbolisierte den Übergang in das neue Jahr. Es kommt die Zeit der Dunkelheit und des Ausharrens… An diesem Tag stirbt der Jahreskönig, welcher der Sonnengott ist. So verweilten die Menschen den Winter über in Geduld und warteten bis er wiedergeboren wird und das Leben auf der Erde wieder anfängt zu blühen. Die heilige Vereinigung wurde ursprünglich als die Befruchtung der Erde durch die Sonne verstanden.
Doch bevor der neue Sonnengott wiedergeboren werden konnte, musste sich die Mutter Erde erst mit dem alten König vermählen und von ihm geschwängert werden. Der alte „Sonnenkönig“ wurde in der Zeit vor Christus mancher Ort durch einen echten Menschen dargestellt, meist durch einen Oberhaupt. Dieser König war während seiner Herrschaft stets dafür direkt verantwortlich, dass die Erde fruchtbar gemacht wird und die Menschen genug zu essen hatten. Wenn seine Zeit dann gekommen war, musste dieser dann den heiligen Bund mit der Erde eingehen. Heißt, um Samhain wurde der alte Menschenkönig geopfert. Dieser Tod war für den König eine sehr große Ehre und sogar ein Muss um für den neuen Herrscher Platz zu machen, die Mutter Erde fruchtbar zu halten und somit das Fortbestehen seiner Schützlinge zu garantieren.
Dieses Ritual wurde dann im Laufe der Zeit immer mehr entschärft und abstrahiert. So verschwanden die Menschenopfer aus der Tradition.

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Ahnenkult

Der Ahnenkult ist heute wohl die weit verbreiteteste Assoziation des 31. Oktober, auch „Tag der Toten“ genannt. Dieser Tag hat eine sehr mächtige Bedeutung in allen alten Kulturen, da man (Lebens-)Kraft aus der Verehrung seiner Vorfahren schöpfte. Ausgerechnet an diesem Tag,  ähnlich wie auch zum 1. Mai, ist die Grenze zwischen der Totenwelt und der Unseren sehr dünn. Man glaubte, dass die Verstorbenen in dieser Nacht zwischen uns weilen und dass man leichter mit ihnen in Kontakt treten kann. Die einen glaubten, dies würde Glück bringen. Andere waren da eher vorsichtig, was das Verständigen mit Toten angeht.
Eines der Bräuche ist eine Kerze für die Toten anzuzünden und auf die Fensterbank zu stellen, als Zeichen des Gedenkens und sodass die toten Umherwandernden ihren Weg zurück nicht verlieren.
Die römische Kultur sah viele Ähnlichkeiten zwischen dem keltischen Samhain und dem eigenem Totenfest im Mai und adaptierte es ohne viel zu manipulieren.
Im späteren Verlauf der Geschichte ist diese Idee vom Christentum aufgegriffen und von der Zeit um Pfingsten auf eben den 1. und 2. November als der Tag der Allerheiligen und Allerseelen verlegt worden. Dazu später mehr…
Beim Ahnenkult gibt es aber Abweichungen. So habe ich  gelesen, dass dieser Feiertag nur der Tag der Toten war einerseits und anderseits kritisieren einige Historiker diese These, da sie der Meinung sind, dass es im keltischen Brauchtum keine konkrete Totenverehrung zu dieser Zeit gab.

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Erntefeier / Feier der Freude

Noch heute symbolisiert dieser Tag den letzten Arbeitstag auf dem Felde. Man fuhr die letzten Ernteerträge ein und bereitete sich auf die dunkle Jahreszeit vor. Bis heute wird in manchen Teilen Britanniens dieses Fest als Fest der Freude und des Überflusses gefeiert.
So wird dort z.B. der Feiertag noch bis heute mit dem Backen von Keksen, in Form von Geweihen, eingeleitet. Diese symbolische Handlung stand und steht für den Dank für die Ernte und dass es genügend zu Essen gibt in der schweren Winterzeit.
Anderswo war es üblich ein Schlachtfest zu veranstalten und gemeinsam einen Festschmaus zu veranstalten. An diesem Fest wurde bei den Kelten üblicherweise sehr viel Wildschwein verzehrt, da man hoffte die göttliche Kraft auf sich ableiten zu können. Denn das Wildschwein symbolisierte in ihrem Glauben die Muttergötting in ihrer sommerlichen Gestalt.

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Weiterlesen…

Sommersonnenwende

kupala_02Alban Hevin, wie die Kelten es einst nennten, war ein wahrlich großes Fest, welches zwölf Tage lang gefeiert wurde. Doch dieser Brauch war nicht nur bei den Kelten wohl bekannt, auch die Germanen und die Slawen wussten den längsten Tag des Jahres zu feiern. Auch in den anderen Kulturen war der Ablauf der Feierlichkeit ähnlich.  Wie zum 1. Mai oder zu Ostara (Ostern) wurden große Feuer angezündet, man tanzte, sprang über das Feuer, feierte, liebte und schwor einander ewige Liebe. Die Sommersonnenwende markiert einen weiteren wichtigen Punkt im heidnischen Jahr, aber auch im Leben der Heiden. Man widmet diese Tage dem mächtigen Gott der Sonne, der als ein Krieger verstanden wurde und als Ehegatte der weiblichen Götting, der Erde. Noch im Frühling feierten die Menschen die Vereinigung von Sonne und Erde und im Sommer schon, bittet man um die Früchte der sinnlichen Zusammenkunft…

stonehengeDieser Sonnenkult der Menschen trieb sie u.a. dazu, die Sonne und ihren Ablauf genau zu studieren. Sie bauten dafür große steinerne Bauwerke, wie das bekannteste Gebilde „Stonehendge“. Man weiß heute, dass die Menschen dort ihren Kult auslebten und natürlich ihre Messungen des Sonnenzyklus durchführten. So wussten die Menschen schon damals, dass der 21. Juni der längste Tag ist und  dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte länger werden. Kommt es zusätzlich in der Nacht vom 21. auf den 22. zum Vollmond, so strotzt die Natur nur so vor Energie. Seit jeher wissen kundige Kräutersammler, dass zum Höhepunkt dieses Ereignisses die Pflanzen die höchste Sonnenenergie haben und somit am nützlichsten für den menschlichen Körper sind. Die Sammler, suchen dann nach Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Holunderblüten, Blutwurz und vielen anderen Kräutern.

Aus anderen Quellen habe ich herauslesen können, dass es Germanen und Kelten gab, die die Sonne als eine weibliche Göttin mit den Namen „Sol“ (bei den Letten „Saule“) ansahen. Die Sonne die wir sehen, soll der abgetrennte Kopf der Göttin sein. So ist der Kopf im keltischen Glauben der Sitz der unsterblichen Seele und das Symbol für Licht und Geburt. Diese Verehrung ist vor allem auf den matriarchalischen Glauben zurück zu führen, wo man die Frau noch als Priesterin, Heilerin, Seherin oder Schamanin sah.

johannesWährend der Christianisierung von Europa wurde die Sommersonnenwende durch die Kirche dem heiligen Johannes des Täufers gewidmet, der seinen Geburtstag am 21. Juni hat. Dieser Heilige wird mit einem enthaupteten Kopf oder in einem Fellgewand, Kreuzstab und einem Lamm dargestellt. Ab und an findet man seine Figur auch mit Engelsflügeln wieder. Diese sollen seine engelsgleiche Lebensweise darstellen.

Hier hat die Kirche auch viele alte Symboliken übernommen und umfunktioniert. Das Sonnenwendfeuer wurde zum Johannisfeuer und die Speichenstellung beim Feuerrad wurde zu einem Kreuz umgebaut.

Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier – Teil 2

Bedeutung der Benennungen des 1. Mai

  • Beltane

Bei den Kelten wurde das Fest „Beltane“ genannt und war ihrem Lichtgott Belenos geweiht.
Beltane stellt die Mitte des Frühlings und den allmählichen Übergang zum Sommer dar. Das Fest ist auch der Gegenpart zu Samhain, einer Feier mit denen sich die Menschen für den Winter rüsteten, aber dazu später mehr.
Zu den Feierlichkeiten wurden große Feuer angezündet, vielerorts wurde auch ein Maibaum aufgestellt und man hat sehr ausgelassen gefeiert.

  • Walpurgis / St. Walburga

walburgaDer 1. Mai wird neben „Beltane Fest“ auch „Walpurgis Nacht“ genannt. Die Benennung nach Walpurga / Walburga hat ihre Ursprünge im Christentum. Da die Kirche mit aller Macht versuchte ihren Einfluss im heidnischen Europa auszubauen, war ihr fast jedes Mittel recht. Vor allem war das ausgelassene Feiern der Heiden für die Kirche ein Dorn im Auge.  Mal versuchte die Kirche die Birken aus den Wäldern raus zu holzen, um der Feierlichkeit das Symbol zu nehmen. Mal wurde das Fest gar verboten. Doch ließ man von der Idee ziemlich schnell ab, nachdem blutige Aufstände in der Bevölkerung die Runde machten. Also beschloss man dem ersten Mai eine andere Sinnhaftigkeit zu geben und sprach kurz vor dem 10. Jahrhundert eine fromme Missionarin am 1. Mai heilig. Sie symbolisierte die Unschuld, Unberührtheit und die bedingungslose Hingabe zum christlichen Gott. Dieser Schachzug war sehr durchdacht, da sich um diese Nonne damals viele Legenden rankten. Sie erzählten von Wunder und wundersamer Heilung mit den Heilkräften der Natur und dessen Pflanzen. Somit ging die Kirche einen Mittelweg, wenn sie schon ein Feiertag nicht verbieten kann, so biegt sie ihn sich zu Recht und die Menschen werden sich nach und nach daran gewöhnen. Walburga galt bei den Christen schon zu ihrer Lebzeiten und lange danach als Schutzheilige gegen Krankheiten, Seuchen, Tollwut und Missernte. Die heilige Walburga hat auch einen Gedenktag am 25. Februar.

Götter denen gehuldigt wurde

Je nach Region und Kulturrichtung wurden andere Götter verehrt. Auch unter den einzelnen Kulturen gab es Unterschiede in der Benennung der Götter:

  • Keltische Völker: Belenos, Erdmutter
  • Germanische Völker: Odin, Frigg (auch Freya genannt), Wotan
  • Römisches Volk: Maia, Flora – absorbierten die heidnischen Feierlichkeiten
  • Christliche Völker: Walburga, Frühlingsfest – taten aber die Ursprünge als ein Werk finsterer Mächte ab

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Örtliche Abweichungen in der Tradition

  • FeuerradÜber das Frühlingsfeuer springen
  • Feuerrad
  • Um das Feuer tanzen
  • Maibaum aufstellen
  • Maibaum erklimmen
  • Maibaum stehlen
  • Maistrich: Kreidespur von eigenem Haus zum Haus der Verehrten ziehen
  • junge Birken vor die Haustür der Verehrten stellen
  • Ausgetrockneten Reisig vor die Haustür von unzüchtigen Frauen stellen
  • Besondere Orte aufsuchen um Fruchtbarkeit zu erlangen
  • Bändertanz um den Maibaum um die Vereinigung zwischen Mann und Frau zu symbolisieren.
  • Spielerische Versteigerung der Frauen
Ausgrabungen

Die häufigsten Funde von Birkenrindenerzeugnissen wurden, wie auch andere Gebrauchsgegenstände, in der Nähe von ehemaligen Siedlungspunkten bei Ausgrabungen gemacht. Eines solcher Siedlungspunkte ist beispielsweise Nowgorod, wo man Fragmente von Gefäßen, wie Wände und / oder Böden fand. Mit Hilfe der Überbleibsel konnte man viele Gegenstände wieder rekonstruieren und diese Kulturschätze in verschiedene Kategorien von Behältern unterteilen, wobei die Größe, Form und die Herstellungsart eine wichtige Rolle spielte.

143„Tues – Behälter“ wurden beispielsweise nach einer zylindrischen- und hohen Form, mit einem Durchmesser von 9-15cm hergestellt. Dessen Böden bestanden aus mehreren Schichten Birkenrinde, die untereinander verklebt und anschließend an den Rändern mit einem Bast- oder Textilfaden vernäht wurden. Für die Wände der Behälter hatte man ein ganzes Stück Birkenrinde hergenommen, welches in die zylindrische Form gebogen wurde. Die Naht wurde mit einem speziellen Verfahren gesteckt und mit einem Kleber (Leim, Harz, Birkenpechkleber) fixiert. Anschließend wurden die oberen und unteren Kanten mit Zierrändern, Ornamenten oder kleinen Rätsel verschönert.
Ebenso die Deckel der „Tues“ wurden schon damals mit sehr aufwendigen geometrischen Schnitzereien dekoriert.

Eine andere Kategorie sind die Körbe, die man in verschiedenen Größen gebaut hatte und für die Aufbewahrung von Brot oder große Mengen an Ernteerträgen verwendete. Solche Behälter waren größtenteils oval oder rund,  im Schnitt 20-60cm groß im Durchmesser und hatten eine Höhe von 20-30cm.  Vereinzelt fand man auch Körbe, die sogar einen Radius von einem halben Meter erreichten. Um eine höhere Stabilität der Körbe zu gewährleisten, hat man auch Bast und Birkenrinde kombiniert. Den Kern der Wände stellte der Bast dar, welcher mit ganzen Stücken Rinde oder einem Flechtwerk aus Birkenrinde verkleidet wurde. Im Anschluss hat man die Birkenkörbe, ähnlich wie die „Tues“ mit Schnitzereien, Ornamenten oder Malereien verschönert.

bild1Dank der Funde in Nowgorod konnten Muster und  Farben der Bemalung von den Birkenrinden-Behältern sehr detailgetreu rekonstruiert werden. Die Farbpalette bestand lediglich aus 5 Farben, wie Schwarz, Gelb, Rot, Braun und Blau. Das Muster bestand aus verschiedenen Linien, die in unterschiedlichen Dicken und Farben gemalt wurden. Diese Linien wurden am oberen, unteren und im mittleren Bereich gezogen. Nun lies man sie so stehen oder verzierte sie auf verschiedene Arten. Die unteren und oberen Linien wurden mit einem Zick-Zack- oder Wellenmuster verziert und die mittlere Linie war meist mit einer Art Geflecht oder quadratischen Zeichnung dekoriert.

Alle Gegenstände konnten auch mit einer besonderen Flechttechnik hergestellt werden. Die Menschen schnitten spiralförmige, 3-4cm dicke Bänder aus Birkenrinde und verflochten diese anschließend  mit dünnen Tannenwurzeln. Solche bauchigen Behälter dienten vor allem ab dem 13. Jahrhundert für die Aufbewahrung von Getreide oder Kleidung.

Ab dem 14. Jahrhundert tauchten schmale (Geld)-Börsen, welche aus einem Geflecht aus Birkenrindenstreifen hergestellt wurden.

Unzählige Funde zeugten ebenfalls für eine beliebte Nutzung der Rinde als Schwimmer. Diese waren meist flach oder gedreht und hatten verschiedene Zeichen eingraviert. Diese Gravur diente, nach Meinung der Forscher, als Markenzeichen für die Fischergemeinschaften denen die Netze gehörten.

In Nowgorod nutzte man die Birkenrinde auch als Zwischenstück für die Ferse der Schuhe oder für Scheiden von Messern. Bei Ausgrabungen wurden raue Mengen dieser Arbeiten gefunden.

Quelle
"Drewnaya Rus. Bit i kultura" (soviel wie: Altes Rus. Alltag und Kultur)
Autor: B.A. Rybakov

Tisch und Bank
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Das haben wir selbst gemacht… es knartscht und wackelt, aber erfüllt seinen Zweck 🙂

Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier

„In Nomine Patris… gestehe Hexe!!!…“ hallt es in meinen Ohren. Ich atme schwer, der Schmerz ist groß… die Angst, die Angst überwindet mich… Doch solche Furcht? Welche Furcht? Wovor? Ich weiß es nicht. Doch da,  die Stimmen fremder Zungen.

belenosIch gleite dahin, ich fühle mich leicht… Ein Gefühl, eine Erinnerung… Alles ist so friedlich. Ich spüre den Tau in meinem Gesicht. Kühle Tropfen kitzeln meine Wangen… Die frische des Morgens, des Neubeginns. Ich schaue hoch. Da ist die Sonne… Ist es  nun so weit? Der neue Sonnengott ist schon geboren? Die Göttin und der Gott haben sich schon vereint? Ich schließe meine Augen und sehe die Farbe unseres Lebens. Rot wie das Blut. Das Blut des Seins. Es scheint, dass sich die Götter fanden… in der Nacht zuvor…

feuerEine Melodie, eine Stimme… scheint mir sehr bekannt. Ein Chor, ein Chor von Frauenstimmen. Sie singen, kläglich und doch so freudig. Ich öffne meine Augen und sehe das große Feuer vor mir. Es springen Pärchen drüber.

„Doch wofür?“ fragt die fremde Stimme. Ich weiß es, doch will ich es nicht preis geben. Denn selber sprang ich voller Wollust, mit der Begierde dem Gotte nah zu sein in dieser Nacht. Mit der Hoffnung, dass mein Liebster mich nimmt. Zu Gebären ein kleines Kind, welches Freude malt uns ins Gesicht.

Um mich herum ein Kreis voll Reisig, abgesteckt, so die Tradition es will. Ich erinner‘ mich. Das Fest, die Trance die uns umgibt. Ein Fest, gewidmet unserem Frühling und der Liebe… Ich frage mich wie wird’s wohl sein…

Mein Kopf… mein Kopf so leicht, so scheint es das ich zu viel getrunken… zu viel getrunken hab‘, vom Elixier der Liebe.

Ein süßlicher Geruch steigt mir in die Nase. Ich tanze, das Feuer flimmert. Alle singen, ein Lied, was fließt wie der Fluss im Tal vor diesem Berg. So weich, so voller Leben und doch, nicht ohne Beigeschmack…

dsc_2513Ich gleite dahin… Kühles nass streift meinen nackten Körper. Sattes Grün umgibt mich, ich strecke mich, die Arme hoch, soweit es geht. Ich will die Sonne greifen, den Neugeborenen fest umarmen, die Wärme spüren und wohl sich fühlen.

Zwischen den Halmen hängt der Tau, vermischt sich mit dem Nebel. Eine göttliche Zusammenkunft, das muss es sein. Die Sonne wärmt mich, mein Herz entgleist…

Dort, dort drüben sind die Buben. Sie schreiten festen Schrittes in den Wald. Die Axt griffbereit. Denn so ist es Brauch und so wird’s immer sein… die schönste Birke muss es sein.

beltane16Voll Dankbarkeit dem Walde gegenüber, tragen Sie ihr Symbol ins Dorf. Dort warten wir, mit Neugier und Gesang. Das Loch ist schon gegraben, doch müssen sie es sich verdienen. Wir lachen, tanzen, triezen uns und schlussendlich ist’s doch vollbracht. Der Baum, der steht nach Mitternacht. Ein Symbol voll Reinheit und der Liebeslust.

Ach wie schön die Zeit, des Frühlings Willen. Voll Liebe und der Lebensfreude. Voll Stärke und der Reife…

Ach Belenos, welch‘ Freude du uns schenkst, deinen Kindern, uns den Kelten. Auf ewig wollen wir dich huldigen und ehren. Doch eins musst du mir sagen, deiner Dienerin der „Hexe“ die man mich nennt in fremden Zungen… Wer ist diese fremde Stimme, die versucht mich zu bekehren? Sie meint, es ist so falsch an dich zu glauben. Denn es gibt nur einen Gott, dessen Sohn her kam um uns zu retten. Doch mein Herz fühlt nur Kälte, zum Gottessohn der er nicht deiner ist…

hexe

„Vater, Sie stirbt vor Eurem Auge. So lasst ihr doch den Frieden, denn genug des Blutes ist schon geflossen. Das Volk was ihr hier seht ist nicht des Willens den Glauben unseren zu nehmen…

So lasst‘ mich eins Euch raten, nimmt dessen Feiertage und passt‘ diese unseren an. Lasst ihnen den Mai, den Monatsanfang, das Frühlingsfest.  Ihr werdet sehen, wie das Volk sich fügt, wie Ihr es wünscht, wie Gott es wünscht…“

Fortsetzung

Heidentum

„Glaube ist Gewissheit ohne Beweise“ (Zitat: Henri-Frédéric Amiel)

img_0336Der Glaube ist die Grundlage unserer Gesellschaft. Heutzutage wird unser Glaube mehr oder weniger von großen Weltreligionen, unzähligen anderen Religionsrichtungen oder durch gar keine Religion geprägt. Durch den Glauben sucht der Menschen Halt und Orientierung für sein Dasein.
Vor der Christianisierung war West- und Osteuropa geprägt durch Naturreligionen. Die Menschen dieser Zeit  verstanden sich im engen Bunde mit der Natur, verehrten eben diese durch viele Gottheiten und hatten einen Hang ausgelassen zu feiern. Viele der Feierlichkeiten kennt man heute als christliche Feiertage, ist sich aber meistens nicht bewusst, dass sie heidnischer Herkunft sind.

verbrennungHeiden waren für die Kirche im Mittelalter nichtchristliche Menschen. Man hat dessen Glauben, das Heidentum, als Aberglaube abgetan und zum Missionsobjekt erklärt.  So hat das Christentum in Europa zu damaligen Zeit versucht auf friedliche Weise die Menschen zu bekehren und wer sich nicht bekehren lies, den hat man einfach mit Gewalt von der christlichen „Überzeugung“ überzeugt…
Hexenverbrennungen, Kreuzzüge im Baltikum, Verbote von Feiertagen usw..
Doch die eine oder andere Tradition konnte  von der Kirche nicht ausgemerzt werden. Also entschied man sich die Traditionen etwas umzugestalten und sie mit den eigenen zu verschmelzen. Zu einigen der Traditionen gehören die Frühlingsfeierlichkeiten wie 1. Mai, Ostern, Mariä Lichtmess usw..

Während der vorchristlichen Zeit, waren die bekanntesten Naturreligionen das germanische- und das keltische Heidentum. Diese Religionen unterscheiden sich nur durch Feinheiten und waren im gesamten Europa weit verbreitet.
yggdrasilDie Grundlage dieser Religionen ist der Weltenbaum der den Zyklus, die Ordnung des Lebens und die Fruchtbarkeit darstellt. Der Mensch wird wie ein Blatt des Baumes angesehen, der in seinem Leben auch die 4 Jahreszeiten durchschreitet. Im Herbst schließlich fällt er vom Baum ab und wird durch die Wurzeln wieder aufgenommen. So fängt der Zyklus wieder von vorne an. Der Weltenbaum gilt auch als der Sitz mythischer Kreaturen und der Götter.
Die Germanen glauben an 9 verschiedene Ebenen die unter -,  um – oder über dem Baum (Yggdrasil) existieren. In anderen Religionen sind es nur drei, die Hölle, die Welt wie wir sie kennen und der Himmel.
Die Darstellung des Weltenbaums ist bei den Kelten und Germanen ähnlich. Die prägnantesten Wesen, die meistens mit abgebildet werden, ist ein Drache, ein Eichhörnchen und ein Adler. Der Baum hat starke Wurzeln, die tief bis in die Unterwelt reichen, wo der Drache an den Wurzeln nagt. Auf der Krone des Baumes sitzt ein Adler der sehr weise ist und viel sieht. Zwischen dem Drachen und dem Adler huscht ein Eichhörnchen hin und her und dient als Überbringer von Nachrichten, die von einem Disput zwischen den beiden Wesen zeugen.

Eine ähnliche Weltanschauung hatten auch die Slawen, aber hierzu mehr in der osteuropäischen Rubrik.