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Feiertage – Westeuropas

Hier findet ihr Kurzgeschichten und normale Artikel im Zusammenhang mit den Feiertagen die man heute kennt, aber dessen Ursprünge in Vergessenheit geraten sind.

Einleitung

 

Erstmals tauchten Slawen, als eine kleine indoeuropäische Gruppe, im 2. Jahrtausend vor Christus in Europa auf. Die ersten Siedlungen entstanden im Norden der Karpaten, im Zentrum des Dnepr-Gebiets. Es war eine sesshafte Gruppe die sehr stark auf die Landwirtschaft setzte. Im Laufe der Zeit aber breiteten sich die Slawen in einem ausgedehnten Gebiet in Zentral- und Osteuropa, und auf der Balkanhalbinsel aus. Ihre Ausdehnung beruhte nicht auf spontanen Feldzügen, wie die von den Hunnen oder den Awaren, sondern es war eher ein stetiger Wachstumsprozess, der einer langsamen Kolonialisierung glich.
Bis zur heutigen Zeit gibt es um die 200 Millionen Menschen in Zentral- und Osteuropa die um die 30 verschiedene slawische Sprachen sprechen. Diese Sprachen teilen sich in 3 Gruppen auf – Ost, West und Süd. Ihren Ursprung aber haben sie aus dem gemeinsamen Urslawischen, der sich um das 9. Jhd. v. Chr. bildete. Seitdem bildeten sich verschiedene slawische Völker mit eigenen Kulturen, die aber keine eigenständige anthropologische Gruppe bildeten.Dies zeigt, dass die Slawen schon viel früher auftauchten, als dass die Historiker Prokopij Kesarijskij und Iordan im 6 Jhd. n. Chr. über die so genannten „Slaveni“ schrieben.
Somit entwickelten sich die slawischen Kulturen und deren Sprachen in einem genauso langen Prozess, wie bei den Griechen, Germanen, Balten und anderen indoeuropäischen Gruppen. Vor allem war die Entstehung von eigenen Staaten um das 9-10 Jhd. n. Chr. und die Christianisierung nur eines von vielen Schritten die auf einer schon bestehenden und alten Kultur aufbauten.

Ratibor – Teil 2

Teil 2:


Kultstätte:

Ältester: „Gott der Sonne, Gott des Lichtes und der Fruchtbarkeit. Großer Hors! Zu dir sind deine Kinder gekommen. Schenke ihnen deine Wärme, bringe ihnen warme Regen, damit deine Kinder für friedliche Taten leben können…“

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In der Runde:

Kind: „Schaut… Belay wird bald auf dem Acker sterben.“

Ratibor‘s Vater: „Jeder möchte bei der heiligen Arbeit sterben. Lauf…“

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Beim Sähen:

Ratibor: „Und wenn die Huzaren kommen? Wer wird die Ernte einfahren?“

Ältester: „Ob da jemand kommt oder nicht… Du sähe und acker das Land. Man sollte in das Gute glauben und auf das Leben warten (weiterleben).“

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Überfall einer Siedlung:

Alter Mann: „Lauf Mstislav. Lauf zur „Slobada“ (Festung). Sag dem Hauptmann, dass Unglück über uns hereingebrochen ist.“…“Mstischa!!!“

Hauptmann: „W Dubrawe (Im Wald), da verstecken wir uns.“

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Bei der Heimkehr:

Ältester, Ratibor‘s Vater, Ratibor: „Das haben wir gut gemacht!“

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Beim Ausrüsten zum Krieg:

Ratibor‘s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod, Ratibor.“

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Schutzgebete des Ältesten:

Ältester: „Vorfahren, unsere! Großmütter! Swarog, Dashbog! Verteidige und beschütze! Alle werden wir im Himmel sein. Jeder zu seiner Zeit. Doch nun Swarog, rette deine Enkel!“

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Tod von Ratibor’s Vater:

Ratibor’s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod Ratibor.“

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Bestattung:

Ältester: „Kommen ohne Zwang die Leute von nahen und fernen Siedlungen um bei der Bestattung erneut der Einheit zu gedenken. Die Warmherzigkeit unserer Vereinigung auf der Erde gibt den Wunsch auf, um zu leben auch nach dem Tod! Wir sehen uns wieder. Wir sehen uns wieder!“

Ratibor, ein Trickfilm aus den 80-ern über die slawische Seele

Ein kleiner Auszug über den Trickfilm aus dem Internet in Englisch:

„These men are very brave warriors. During assaults very few slaves can be captured among them for they would rather die than be taken prisoners.“ (Zakharios the Rhetor, 5th cent. A.D.) Paradoxically, it’s for the same reason that slaves were called like Slavs: slaves of Slavic origin were the rarest and consequently most valued kind of slaves. Like gold among other metals, the hardest to receive. Made by Soyuzmultfilm in 1973 after the novel ‚The Primordial Rus‘ by Valentine Ivanov (1950).

Der Trickfilm wurde unter der Regie von Roman Dawidow im Jahre 1973 gezeichnet. Seine Inspiration waren die Bücher „Powesti Drewnich Let – Geschichten der uralten Zeit“ (1953), „Rus Isnachalniya – Anfängliche Rus“ und „Rus Welikaya – Mächtige Rus“ geschrieben von Valentin Ivanov (31.07.1902 – 07.04.1975). Seine Bücher waren vom einfachen Leser und von auch Geschichtsforschern sehr geschätzt.

Im Trickfilm werden die wichtigsten Ideale der Slawen umrissen. Er zeigt die Lebensweise des slawischen Volkes und gibt einen kurzen Einblick in dessen Glauben.

Der Zeichenstil ist stark stilisiert, also wenig geeignet um sich Ideen für die Gewandung anzusammeln.

Dieser Trickfilm hat eine englische, leider nicht so gut gelungene, Übersetzung als Untertitel. Vorallem ist nicht alles übersetzt worden, was eigentlich wichtig wäre um die „slawische Seele“ besser zu verstehen.

Also hier die deutsche Übersetzung von mir:

Teil 1:

Vorspann:

„Seit Urzeiten, nennen wir, die Griechen, diese mächtigen Krieger „Rossichi“ oder „Russi“. Rosskije Männer sind mutige Krieger. Während der Raubzügen gelingt es nur wenige Gefangene zu machen, da sie lieber den Tod bevorzugen als die Freiheit zu verlieren.“ (Zakharios der Rhetor, 5 Jhd. nach Christus)

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Kolibel – Schlaflied:

Schlaf mein Kind, Ratibor, schlafe süß.

Wie die Augen der Erde – die Seen auch schlafen, süß schlafen.

Wie die Seen, auch unser Fluß „Ros“ schläft, süß schläft.

„Ros“ der Fluß so süß er schläft.

Schlafe du mein Bächlein – kleiner Ratibor…

Schlafen die Wälder, die schützen unsere Siedlungen wie Wände.

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Klopfen an der Tür:

Mann an der Tür:  „Alles in Ordnung. Oleyushka es ist für dich. Mstislavushka ist krank. Ihm muss geholfen werden.“

Oleyushka zaubert: „Morgenröte – ihr seid zwei Schwestern – die Morgenröte und die Abendröte… befreie den kleinen Mstislavushka vom bösen Fieberwahn. Schicke ihm Schlaf von allen Seiten. Ihr Roshanitsi, Rodunitsi (Schutzgottheiten für Heim und Haus), Uromas – ihr Töchter von Sworog (Hauptgott) wachet darüber, sodass es klappt. Ich weiß, ich spüre, dass mein Wort ist stark, stark, stark…“

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Reiten lernen:

Vater von Ratibor: „Wachse groß Ratibor.“

Mutter Oleyushka: „Also Ratibor, gehe fröhlich.“

Vater: „Wachse schnell!“

Mutter: „Es ist noch zu früh.“

Vater: „Er schon groß, oder Ratibor?“

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Beim Schnitzen:

Pferdeschnitzer: „Hier ist ein Pferd für dich, Ratibor. Da. nimm das Messer und schneide unnötiges ab.“

Ratibor: „Was ist denn ein Messer?“

Ältester:“Das ist ein Stiefelschwert. Wir nennen ihn Messer. Den kann man am Fuß im Stiefel verstecken. Das ist gut Ratibor. Jetzt weißt du was Schmerz bedeutet. So wirst du sie keinem Anderen zufügen ohne Grund.“

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Im Wald:

Vater: „Das sind unsere Wälder. So lebendig wie du und ich. Säfte fließen von der Wurzel bis in die kleinsten Ästlein. “

Ratibor: „Was ist das?“

Vater: „Das ist der Geschmack deines Waldes, Ratibor.“

Ratibor: „Und wer ist das?“

Vater: „Das ist Leshij (Waldgeist). Jeden Frühling ist es so. (gemeint der Saft und das Auftauchen des Waldgeistes)“

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Beim Jagen:

Ratibor: „Und wenn du nicht getroffen hättest…“

Vater: „Nein Ratibor. Ich hätte nicht verfehlen können. Halte deine linke Hand steifer. Stämme den Bogen gegen den Knochen. Straffe dein Handgelenk. So ist es gut. Nochmal. Pfeile kannst du später einsammeln.“

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Am See:

Vater: „Hör mal Ratibor – das ist die Lerche, sie kommt immer als erstes angeflogen. Wo und wie sie wohnt, das rate mal… Man darf keinen Harm zufügen. Wir nennen sie das Lied der Seele.

Kind beim Fischen: „Zefix, hat den ganzen Fisch verschrocken.“

Ratibor: „Und wer ist der Junge?“

Vater: „Das ist doch Mstislavushka, der letzten Herbst krank war. Sein Opa kämpfte noch im vergangenen Sommer. Er tötete 5 Steppenreiter… und der 6te tötete ihn. Der Tot ist nicht schrecklich, Ratibor. Schrecklich ist das Leben in Gefangenschaft. Irgendwie haben wir uns in der Zeit verloren.“

Ratibor: „Dann komm schneller.“

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Teil 2…

Sommersonnenwende

kupala_02Alban Hevin, wie die Kelten es einst nennten, war ein wahrlich großes Fest, welches zwölf Tage lang gefeiert wurde. Doch dieser Brauch war nicht nur bei den Kelten wohl bekannt, auch die Germanen und die Slawen wussten den längsten Tag des Jahres zu feiern. Auch in den anderen Kulturen war der Ablauf der Feierlichkeit ähnlich.  Wie zum 1. Mai oder zu Ostara (Ostern) wurden große Feuer angezündet, man tanzte, sprang über das Feuer, feierte, liebte und schwor einander ewige Liebe. Die Sommersonnenwende markiert einen weiteren wichtigen Punkt im heidnischen Jahr, aber auch im Leben der Heiden. Man widmet diese Tage dem mächtigen Gott der Sonne, der als ein Krieger verstanden wurde und als Ehegatte der weiblichen Götting, der Erde. Noch im Frühling feierten die Menschen die Vereinigung von Sonne und Erde und im Sommer schon, bittet man um die Früchte der sinnlichen Zusammenkunft…

stonehengeDieser Sonnenkult der Menschen trieb sie u.a. dazu, die Sonne und ihren Ablauf genau zu studieren. Sie bauten dafür große steinerne Bauwerke, wie das bekannteste Gebilde „Stonehendge“. Man weiß heute, dass die Menschen dort ihren Kult auslebten und natürlich ihre Messungen des Sonnenzyklus durchführten. So wussten die Menschen schon damals, dass der 21. Juni der längste Tag ist und  dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte länger werden. Kommt es zusätzlich in der Nacht vom 21. auf den 22. zum Vollmond, so strotzt die Natur nur so vor Energie. Seit jeher wissen kundige Kräutersammler, dass zum Höhepunkt dieses Ereignisses die Pflanzen die höchste Sonnenenergie haben und somit am nützlichsten für den menschlichen Körper sind. Die Sammler, suchen dann nach Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Holunderblüten, Blutwurz und vielen anderen Kräutern.

Aus anderen Quellen habe ich herauslesen können, dass es Germanen und Kelten gab, die die Sonne als eine weibliche Göttin mit den Namen „Sol“ (bei den Letten „Saule“) ansahen. Die Sonne die wir sehen, soll der abgetrennte Kopf der Göttin sein. So ist der Kopf im keltischen Glauben der Sitz der unsterblichen Seele und das Symbol für Licht und Geburt. Diese Verehrung ist vor allem auf den matriarchalischen Glauben zurück zu führen, wo man die Frau noch als Priesterin, Heilerin, Seherin oder Schamanin sah.

johannesWährend der Christianisierung von Europa wurde die Sommersonnenwende durch die Kirche dem heiligen Johannes des Täufers gewidmet, der seinen Geburtstag am 21. Juni hat. Dieser Heilige wird mit einem enthaupteten Kopf oder in einem Fellgewand, Kreuzstab und einem Lamm dargestellt. Ab und an findet man seine Figur auch mit Engelsflügeln wieder. Diese sollen seine engelsgleiche Lebensweise darstellen.

Hier hat die Kirche auch viele alte Symboliken übernommen und umfunktioniert. Das Sonnenwendfeuer wurde zum Johannisfeuer und die Speichenstellung beim Feuerrad wurde zu einem Kreuz umgebaut.

Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier – Teil 2

Bedeutung der Benennungen des 1. Mai

  • Beltane

Bei den Kelten wurde das Fest „Beltane“ genannt und war ihrem Lichtgott Belenos geweiht.
Beltane stellt die Mitte des Frühlings und den allmählichen Übergang zum Sommer dar. Das Fest ist auch der Gegenpart zu Samhain, einer Feier mit denen sich die Menschen für den Winter rüsteten, aber dazu später mehr.
Zu den Feierlichkeiten wurden große Feuer angezündet, vielerorts wurde auch ein Maibaum aufgestellt und man hat sehr ausgelassen gefeiert.

  • Walpurgis / St. Walburga

walburgaDer 1. Mai wird neben „Beltane Fest“ auch „Walpurgis Nacht“ genannt. Die Benennung nach Walpurga / Walburga hat ihre Ursprünge im Christentum. Da die Kirche mit aller Macht versuchte ihren Einfluss im heidnischen Europa auszubauen, war ihr fast jedes Mittel recht. Vor allem war das ausgelassene Feiern der Heiden für die Kirche ein Dorn im Auge.  Mal versuchte die Kirche die Birken aus den Wäldern raus zu holzen, um der Feierlichkeit das Symbol zu nehmen. Mal wurde das Fest gar verboten. Doch ließ man von der Idee ziemlich schnell ab, nachdem blutige Aufstände in der Bevölkerung die Runde machten. Also beschloss man dem ersten Mai eine andere Sinnhaftigkeit zu geben und sprach kurz vor dem 10. Jahrhundert eine fromme Missionarin am 1. Mai heilig. Sie symbolisierte die Unschuld, Unberührtheit und die bedingungslose Hingabe zum christlichen Gott. Dieser Schachzug war sehr durchdacht, da sich um diese Nonne damals viele Legenden rankten. Sie erzählten von Wunder und wundersamer Heilung mit den Heilkräften der Natur und dessen Pflanzen. Somit ging die Kirche einen Mittelweg, wenn sie schon ein Feiertag nicht verbieten kann, so biegt sie ihn sich zu Recht und die Menschen werden sich nach und nach daran gewöhnen. Walburga galt bei den Christen schon zu ihrer Lebzeiten und lange danach als Schutzheilige gegen Krankheiten, Seuchen, Tollwut und Missernte. Die heilige Walburga hat auch einen Gedenktag am 25. Februar.

Götter denen gehuldigt wurde

Je nach Region und Kulturrichtung wurden andere Götter verehrt. Auch unter den einzelnen Kulturen gab es Unterschiede in der Benennung der Götter:

  • Keltische Völker: Belenos, Erdmutter
  • Germanische Völker: Odin, Frigg (auch Freya genannt), Wotan
  • Römisches Volk: Maia, Flora – absorbierten die heidnischen Feierlichkeiten
  • Christliche Völker: Walburga, Frühlingsfest – taten aber die Ursprünge als ein Werk finsterer Mächte ab

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Örtliche Abweichungen in der Tradition

  • FeuerradÜber das Frühlingsfeuer springen
  • Feuerrad
  • Um das Feuer tanzen
  • Maibaum aufstellen
  • Maibaum erklimmen
  • Maibaum stehlen
  • Maistrich: Kreidespur von eigenem Haus zum Haus der Verehrten ziehen
  • junge Birken vor die Haustür der Verehrten stellen
  • Ausgetrockneten Reisig vor die Haustür von unzüchtigen Frauen stellen
  • Besondere Orte aufsuchen um Fruchtbarkeit zu erlangen
  • Bändertanz um den Maibaum um die Vereinigung zwischen Mann und Frau zu symbolisieren.
  • Spielerische Versteigerung der Frauen
Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier

„In Nomine Patris… gestehe Hexe!!!…“ hallt es in meinen Ohren. Ich atme schwer, der Schmerz ist groß… die Angst, die Angst überwindet mich… Doch solche Furcht? Welche Furcht? Wovor? Ich weiß es nicht. Doch da,  die Stimmen fremder Zungen.

belenosIch gleite dahin, ich fühle mich leicht… Ein Gefühl, eine Erinnerung… Alles ist so friedlich. Ich spüre den Tau in meinem Gesicht. Kühle Tropfen kitzeln meine Wangen… Die frische des Morgens, des Neubeginns. Ich schaue hoch. Da ist die Sonne… Ist es  nun so weit? Der neue Sonnengott ist schon geboren? Die Göttin und der Gott haben sich schon vereint? Ich schließe meine Augen und sehe die Farbe unseres Lebens. Rot wie das Blut. Das Blut des Seins. Es scheint, dass sich die Götter fanden… in der Nacht zuvor…

feuerEine Melodie, eine Stimme… scheint mir sehr bekannt. Ein Chor, ein Chor von Frauenstimmen. Sie singen, kläglich und doch so freudig. Ich öffne meine Augen und sehe das große Feuer vor mir. Es springen Pärchen drüber.

„Doch wofür?“ fragt die fremde Stimme. Ich weiß es, doch will ich es nicht preis geben. Denn selber sprang ich voller Wollust, mit der Begierde dem Gotte nah zu sein in dieser Nacht. Mit der Hoffnung, dass mein Liebster mich nimmt. Zu Gebären ein kleines Kind, welches Freude malt uns ins Gesicht.

Um mich herum ein Kreis voll Reisig, abgesteckt, so die Tradition es will. Ich erinner‘ mich. Das Fest, die Trance die uns umgibt. Ein Fest, gewidmet unserem Frühling und der Liebe… Ich frage mich wie wird’s wohl sein…

Mein Kopf… mein Kopf so leicht, so scheint es das ich zu viel getrunken… zu viel getrunken hab‘, vom Elixier der Liebe.

Ein süßlicher Geruch steigt mir in die Nase. Ich tanze, das Feuer flimmert. Alle singen, ein Lied, was fließt wie der Fluss im Tal vor diesem Berg. So weich, so voller Leben und doch, nicht ohne Beigeschmack…

dsc_2513Ich gleite dahin… Kühles nass streift meinen nackten Körper. Sattes Grün umgibt mich, ich strecke mich, die Arme hoch, soweit es geht. Ich will die Sonne greifen, den Neugeborenen fest umarmen, die Wärme spüren und wohl sich fühlen.

Zwischen den Halmen hängt der Tau, vermischt sich mit dem Nebel. Eine göttliche Zusammenkunft, das muss es sein. Die Sonne wärmt mich, mein Herz entgleist…

Dort, dort drüben sind die Buben. Sie schreiten festen Schrittes in den Wald. Die Axt griffbereit. Denn so ist es Brauch und so wird’s immer sein… die schönste Birke muss es sein.

beltane16Voll Dankbarkeit dem Walde gegenüber, tragen Sie ihr Symbol ins Dorf. Dort warten wir, mit Neugier und Gesang. Das Loch ist schon gegraben, doch müssen sie es sich verdienen. Wir lachen, tanzen, triezen uns und schlussendlich ist’s doch vollbracht. Der Baum, der steht nach Mitternacht. Ein Symbol voll Reinheit und der Liebeslust.

Ach wie schön die Zeit, des Frühlings Willen. Voll Liebe und der Lebensfreude. Voll Stärke und der Reife…

Ach Belenos, welch‘ Freude du uns schenkst, deinen Kindern, uns den Kelten. Auf ewig wollen wir dich huldigen und ehren. Doch eins musst du mir sagen, deiner Dienerin der „Hexe“ die man mich nennt in fremden Zungen… Wer ist diese fremde Stimme, die versucht mich zu bekehren? Sie meint, es ist so falsch an dich zu glauben. Denn es gibt nur einen Gott, dessen Sohn her kam um uns zu retten. Doch mein Herz fühlt nur Kälte, zum Gottessohn der er nicht deiner ist…

hexe

„Vater, Sie stirbt vor Eurem Auge. So lasst ihr doch den Frieden, denn genug des Blutes ist schon geflossen. Das Volk was ihr hier seht ist nicht des Willens den Glauben unseren zu nehmen…

So lasst‘ mich eins Euch raten, nimmt dessen Feiertage und passt‘ diese unseren an. Lasst ihnen den Mai, den Monatsanfang, das Frühlingsfest.  Ihr werdet sehen, wie das Volk sich fügt, wie Ihr es wünscht, wie Gott es wünscht…“

Fortsetzung