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Samhain, Tag der Toten, Allerheiligen, Allerseelen, Halloween – Teil 2

Christlich

Im Zuge der Christianisierung von Europa wurde auch dieses Fest vom Christentum übernommen, da die Kirche es nicht schaffte die Feierlichkeit abzuschaffen. Im Jahre 837 unserer Zeit hat Papst Gregor IV. angeordnet die Tradition der Heiden nicht zu vernichten sondern zu übernehmen und zu christianisieren. Er war es ebenfalls, der den Gedenktag „Allerheiligen“ vom ersten Sonntag nach Pfingsten auf die Tage nach dem 31. Oktober verlegt hat.
Von da an wurden die „Allerheiligen“ am 1. November gefeiert und galt den christlichen Märtyrer.

Der 2. November „Allerseelen“ führte Abt Odilo von Cluny 998 unserer Zeit ein. Dieser Tag gilt allen armen Seelen im Fegfeuer. (Fegfeuer, steht für die Reinigung vor dem Paradies).

Heute gedenkt man allen Toten.

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St. Leonhard

Zusätzlich wird noch ein Patron mit diesen besonderen Tagen in Verbindung gebracht, der vor allem in Bayern und in Teilen Österreichs sehr bekannt ist.  In manchen Städten Bayerns wird noch heute am 6. November zu seinen Ehren ein Umzug veranstaltet. Es geht um St. Leonhard.
Doch auch diesem Feiertag wird ein heidnischer Ursprung unterstellt. Leider habe ich nur weniges über diese These lesen können, aber ich fasse trotzdem mal das Wichtigste hier zusammen.

Der Patron lebte um das 5-6 Jahrhudert und wurde von Erzbischof Remigius erzogen. Die Geschichte über sein Leben hat aber einen sehr starken legendären Charakter. Während seiner Jugend suchte er die Nähe von Gefangenen. Aus Mitleid bat er des Öfteren um Ihre Freilassung, womit er auch Erfolg hatte. So war St. Leonhard zunächst ein Schutzparton der Gefangenen und wurde auch Kettenheiliger genannt. Später erhielt er in Bayern den Beinahmen Bauernherrgott.
Als Erwachsener wurde Ihm wegen einer mutigen Tat die Bischofswürde angeboten, welche er aber ablehnte und lieber das Einsiedlerleben in der Nähe von Limoges im Wald bevorzugte. Dort predigte er für Kranke und Hilfsbedürftige.

Symbole für St. Leonhard sind der Leonhardnagel und eine Kette. Der Nagel soll den Phallus darstellen und die Kette soll ein Hinweis auf ein altes altenglisches bzw. altnordisches Wort sein. Im Altenglischen heißt „Kett“ bzw. „Kette“, Grab, Grabhügel oder Erdhügel.
„Kett“ wird aber auch mit einem weichem „G“ interpretiert, was wiederrum „Gat“ oder „Gate“ heißt und im altsächsischen, altnordischen und mittelhochdeutschen Höhle, unterirdischer Gang oder Erdinneres bedeutete.

Im Zusammenhang mit der Kette und St. Leonhard gibt es auch eine Sage (die ich leider nicht gefunden habe), von der man ausgeht, dass sie auf die Heilige Hochzeit der Erdgöttin mit dem Jahreskönig dem irdischen Gemahl (unter der Erde), in einer Erdhöhle, hinweist.
Wie vorher schon erwähnt ist diese Hochzeit die Befruchtung der Erde durch die Sonne. In Irland gibt es eigens für diese Zeremonie angelegte Höhlen, mit einer Öffnung die genau zum Zeitpunkt der Feierlichkeiten und der „Befruchtung“ einen Lichtstrahl einließen, also eine Lichtpenetration des Bauchs der Erdgöttin. Aus der Sprache und dem Kettenbrauch leitet man heute ab, dass die Kelten wohl im Erdinneren die Zeremonie in Form eines Sexualrituals ihre Fortsetzung nahm, damit in Analogie die Fruchtbarkeit der Erde, Tiere und Menschen im kommenden Jahr gewährleistet war. – Deshalb wird Leonhard vielleicht auch fallweise „Erdmann“ genannt. –
Schließlich führte die obige „Missinterpretation“ zur Umfunktionierung dieses alten Rituals. Die Christen führten dann eine Umkettung der Kirchen an solchen Orten.

Nun zum Namen „Leonhard“. Wörtlich genommen würde man sagen es bedeute „löwenstark“. Doch wenn man im Alt- oder Mittelhochdeutschen Wörterbuch ein bisschen recherchiert, so stellt man fest, dass zu jener Zeit. „Leo“ Hügel oder Grabhügel heißt und „Hart“ mit Wald übersetzt wird. (z.B. Hardthöhe). Offensichtlich ist der Name somit ein Hinweis auf einen Hügel im Wald, vielleicht sogar auf jene Kulthöhlen in solchen Hügeln…

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Sommersonnenwende

kupala_02Alban Hevin, wie die Kelten es einst nennten, war ein wahrlich großes Fest, welches zwölf Tage lang gefeiert wurde. Doch dieser Brauch war nicht nur bei den Kelten wohl bekannt, auch die Germanen und die Slawen wussten den längsten Tag des Jahres zu feiern. Auch in den anderen Kulturen war der Ablauf der Feierlichkeit ähnlich.  Wie zum 1. Mai oder zu Ostara (Ostern) wurden große Feuer angezündet, man tanzte, sprang über das Feuer, feierte, liebte und schwor einander ewige Liebe. Die Sommersonnenwende markiert einen weiteren wichtigen Punkt im heidnischen Jahr, aber auch im Leben der Heiden. Man widmet diese Tage dem mächtigen Gott der Sonne, der als ein Krieger verstanden wurde und als Ehegatte der weiblichen Götting, der Erde. Noch im Frühling feierten die Menschen die Vereinigung von Sonne und Erde und im Sommer schon, bittet man um die Früchte der sinnlichen Zusammenkunft…

stonehengeDieser Sonnenkult der Menschen trieb sie u.a. dazu, die Sonne und ihren Ablauf genau zu studieren. Sie bauten dafür große steinerne Bauwerke, wie das bekannteste Gebilde „Stonehendge“. Man weiß heute, dass die Menschen dort ihren Kult auslebten und natürlich ihre Messungen des Sonnenzyklus durchführten. So wussten die Menschen schon damals, dass der 21. Juni der längste Tag ist und  dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte länger werden. Kommt es zusätzlich in der Nacht vom 21. auf den 22. zum Vollmond, so strotzt die Natur nur so vor Energie. Seit jeher wissen kundige Kräutersammler, dass zum Höhepunkt dieses Ereignisses die Pflanzen die höchste Sonnenenergie haben und somit am nützlichsten für den menschlichen Körper sind. Die Sammler, suchen dann nach Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Holunderblüten, Blutwurz und vielen anderen Kräutern.

Aus anderen Quellen habe ich herauslesen können, dass es Germanen und Kelten gab, die die Sonne als eine weibliche Göttin mit den Namen „Sol“ (bei den Letten „Saule“) ansahen. Die Sonne die wir sehen, soll der abgetrennte Kopf der Göttin sein. So ist der Kopf im keltischen Glauben der Sitz der unsterblichen Seele und das Symbol für Licht und Geburt. Diese Verehrung ist vor allem auf den matriarchalischen Glauben zurück zu führen, wo man die Frau noch als Priesterin, Heilerin, Seherin oder Schamanin sah.

johannesWährend der Christianisierung von Europa wurde die Sommersonnenwende durch die Kirche dem heiligen Johannes des Täufers gewidmet, der seinen Geburtstag am 21. Juni hat. Dieser Heilige wird mit einem enthaupteten Kopf oder in einem Fellgewand, Kreuzstab und einem Lamm dargestellt. Ab und an findet man seine Figur auch mit Engelsflügeln wieder. Diese sollen seine engelsgleiche Lebensweise darstellen.

Hier hat die Kirche auch viele alte Symboliken übernommen und umfunktioniert. Das Sonnenwendfeuer wurde zum Johannisfeuer und die Speichenstellung beim Feuerrad wurde zu einem Kreuz umgebaut.