Tag-Archive für ◊ Fest ◊

Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung

Heiliges Feuer

Nachdem alles vorbereitet war, ließen wir das Fest beginnen! Die Männer durften sich erstmal in die Hände spucken und mächtig ins Zeug legen um das Heilige Feuer zu entfachen… den Rest erzählen die Bilder.

Nachdem die Flamme brannte, wurde diese zu einem Lagerfeuer getragen. Wir versammelten uns im Kreis und opferten etwas Met dem Feuer. Anschließdend wurde die „Bratina“ (Holzkelch in Form eines Pferdes oder Ente) im Kreis gereicht. Jeder nahm ein Schluck und sprach laut einen Wunsch aus. Sei es mehr Gesundheit, das Wohlergehen Russlands oder einfach nur ein fröhliches Fest feiern zu können.

Begleitet wurde diese Zeremonie von Frauengesang, von dem man Gänsehaut gekriegt hat. Man sang alte slawische Lieder über den Mittsommerfest, die Liebe und Gemeinschaft.

 

Verbrennung von Yarila

Nun wurde der sterbende Yarila vorgebracht. Frauen schluchzten und trauerten schrien dem sterbenden Sommer nach. Nach ein paar erfolglosen Reanimierungsversuche und eine kleinen aufheiternden Theatereinlage wurde Yarila vom Festzug zum Scheiterhaufen gebracht. Ein paar letzte Versuche wurden noch von ein paar Mädls unternommen um Yarila zu retten, aber es ist hoffnungslos. Yarila muss brennen!

Natürlich ist alles gespielt :)…

 

Fortsetzung…

 

Lugnasad, Lammas, Schnitterfest

„Lammas“ ist der sächsische Ausdruck für das Schnitterfest welches zwischen der Sommersonnenwede und der Herbst Tag und Nachgleiche am 23.September stattfindet.
Ältere Wurzeln hat der Name Lugnasad und kommt aus dem Keltischen. Der Sage nach soll der Lichtgott Lugh dieses Fest zu Ehren seiner Ziehmutter, der Erdgöttin, gegründet haben.

DSC_3592Zum 1. August, dem Monat der Fülle und Reife, wurde das fröhliche Schnitterfest gefeiert. Es ist ein Zeitpunkt an dem die Menschen anfingen die ersten Ernten einzufahren und sich mental für den Winter vorzubereiten. Es war eine kritische Zeit, denn von der Ernte hing es ab wie gut der Stamm, Dorf oder die Gemeinschaft durch die kalten Monate kam. Lammas war das erste Fest von vielen, die während der ganzen Erntezeit bis zum Erntedankfest gefeiert wurden. So dankten die Menschen den Göttern, baten Sie um Schutz der Ernte und gedachten der Vergänglichkeit.

hahn 1Die Bräuche zu diesem Fest(en) variieren wieder von Gegend zu Gegend. So stand mancherorts der Hahn als (Mond-)Symbol für dieses Schnitterfest. Diese Ehre hat er seinen Schwanzfedern zu verdanken, die wie eine Sichel geformt sind und einer Sichel zum Mähen oder der Mondsichel ähneln. Denn die Ernten hingen wie vieles damals auch vom Mondzyklus ab…

„Wir haben den Hahn gefangen“ sagte man einst, wenn man rechtzeitig das letzte Getreide, die letzte Handvoll, geerntet hat.

Anderswo wurde bei diesem Fest, in Anlehnung zum wärmebringenden aber sterbenden Sonnengott, der Korngott geopfert. Dies war meist eine Strohpuppe und vereinzelt, wenn die Menschen besonders stark um die Gunst der Götter anhielten, waren es Menschenopfer.

hlebDie bekannteste Tradition zu der Zeit war aber Altes ins Neue einzuarbeiten oder etwas übrig zu lassen. Denn Neues entsteht nur auf dem Boden des Alten. Ein geschlossener Zyklus zudem die Menschen auch gehörten. So hat man zu Lammas meist ein frisches Weizenbrot gebacken und während des Knetens etwas vom alten Mehl ins Neue beigemischt. Ähnliche Symbolik hat auch das Stehenlassen von kleinen Büscheln Getreide auf dem Felde, als Dank für die Ernte und als Opfer für keimendes Leben im kommenden Jahr.

Lammas ist die beste Gelegenheit ein frisches Brot zu backen. Doch wenn man das Fest feiert, gehören auch frische Früchte und Waldbeeren dazu. Man sollte die warmen Tage noch genießen und sich langsam für Winter vorbereiten.