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Feiertage – Westeuropas

Hier findet ihr Kurzgeschichten und normale Artikel im Zusammenhang mit den Feiertagen die man heute kennt, aber dessen Ursprünge in Vergessenheit geraten sind.

Jahreskreis

Tag und Nacht, Sonne und Mond, Leben und Sterben, Sommer wie Winter… sind Ereignisse die uns heute mehr oder weniger bewegen bzw. beeinflussen. In der Vergangenheit hatten solche Geschehnisse noch einen etwas tieferen Eindruck bei den Menschen hinterlassen. Deshalb haben sich unsere Vorfahren mit den Themen ziemlich intensiv befasst. Sie beobachteten die Natur, die Sterne und an sich auch ihr eigenes Leben. Sie zogen Parallelen und Schlüsse, die ihnen dann ermöglichten ihre Ernte ertragreicher zu gestalten, Feste zur rechten Zeit abzuhalten und ihre Umwelt besser zu verstehen.

Die Zeit zu fangen, einzuteilen und zu planen ist kein modernes Phänomen. Wie schon gesagt, war es den Menschen schon damals wichtig zu wissen, wann die Zeit gekommen ist um bestimmte Dinge zu erledigen. Jede Kultur hat da ihre eigenen Instrumente gehabt, um die Zeit besser zu verstehen…

Für unsere Vorfahren war die Zeit ein Kreis, egal ob es um Monate, Tage oder Stunden geht. Stets wiederholten sich die natürlichen Zyklen und hatten ihren Anfang im Dunklen. So begannen Monate mit dem Neumond und die neuen Tage mit der Abenddämmerung.
Das Jahr als Jahreskreis wurde in 2 Hälften aufgeteilt, Jahresnacht/ Jahrestag und begann mit dem Neumond um den Anfang des heutigen Monats November. Das Neujahr wurde mit einem großen Fest „Samhain“ empfangen und gleichzeitig bereiteten sich die Menschen vor, durch die dunklen Monate zu schreiten.

Die gesamte Jahreskreis-Aufteilung verdeutlicht das Bild eigentlich ganz gut…

Jahresrad_mond

Die Kelten haben sich in dieser Hinsicht ein Denkmal aufgestellt, den heute so gut wie jeder kennt. Stonehenge… ist eine Kultstätte aber auch ein Rieseninstrument um die Tage, Monate und Jahre zu berechnen; und sie hatten ihren eigenen Kalender „Bronzetafel von Coligny“. Dieser wurde  mit 19 Sonnenjahren bzw. 235 Mondmonaten berechnet. Dieser Zusammenhang entspringt dem Ereignis, welches alle 19 Jahre auftritt, wo Sonne und Mond in gleicher Relation zueinander stehen. Die 235 Mondmonate wurden wiederrum zu je 62 Einheiten zusammengefasst, was 3 Sonnenjahren zu 12 Monaten und 2 Jahre zu 13 Monaten entsprach. Der namenlose 13. Monat soll uns bis heute als die bekannten Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem 6 Januar erhalten geblieben sein.

In der Osteuropäischen Kultur gab es auch eine ähnliche Zeiteinteilung, dazu später mehr…

Sommersonnenwende

kupala_02Alban Hevin, wie die Kelten es einst nennten, war ein wahrlich großes Fest, welches zwölf Tage lang gefeiert wurde. Doch dieser Brauch war nicht nur bei den Kelten wohl bekannt, auch die Germanen und die Slawen wussten den längsten Tag des Jahres zu feiern. Auch in den anderen Kulturen war der Ablauf der Feierlichkeit ähnlich.  Wie zum 1. Mai oder zu Ostara (Ostern) wurden große Feuer angezündet, man tanzte, sprang über das Feuer, feierte, liebte und schwor einander ewige Liebe. Die Sommersonnenwende markiert einen weiteren wichtigen Punkt im heidnischen Jahr, aber auch im Leben der Heiden. Man widmet diese Tage dem mächtigen Gott der Sonne, der als ein Krieger verstanden wurde und als Ehegatte der weiblichen Götting, der Erde. Noch im Frühling feierten die Menschen die Vereinigung von Sonne und Erde und im Sommer schon, bittet man um die Früchte der sinnlichen Zusammenkunft…

stonehengeDieser Sonnenkult der Menschen trieb sie u.a. dazu, die Sonne und ihren Ablauf genau zu studieren. Sie bauten dafür große steinerne Bauwerke, wie das bekannteste Gebilde „Stonehendge“. Man weiß heute, dass die Menschen dort ihren Kult auslebten und natürlich ihre Messungen des Sonnenzyklus durchführten. So wussten die Menschen schon damals, dass der 21. Juni der längste Tag ist und  dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte länger werden. Kommt es zusätzlich in der Nacht vom 21. auf den 22. zum Vollmond, so strotzt die Natur nur so vor Energie. Seit jeher wissen kundige Kräutersammler, dass zum Höhepunkt dieses Ereignisses die Pflanzen die höchste Sonnenenergie haben und somit am nützlichsten für den menschlichen Körper sind. Die Sammler, suchen dann nach Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Holunderblüten, Blutwurz und vielen anderen Kräutern.

Aus anderen Quellen habe ich herauslesen können, dass es Germanen und Kelten gab, die die Sonne als eine weibliche Göttin mit den Namen „Sol“ (bei den Letten „Saule“) ansahen. Die Sonne die wir sehen, soll der abgetrennte Kopf der Göttin sein. So ist der Kopf im keltischen Glauben der Sitz der unsterblichen Seele und das Symbol für Licht und Geburt. Diese Verehrung ist vor allem auf den matriarchalischen Glauben zurück zu führen, wo man die Frau noch als Priesterin, Heilerin, Seherin oder Schamanin sah.

johannesWährend der Christianisierung von Europa wurde die Sommersonnenwende durch die Kirche dem heiligen Johannes des Täufers gewidmet, der seinen Geburtstag am 21. Juni hat. Dieser Heilige wird mit einem enthaupteten Kopf oder in einem Fellgewand, Kreuzstab und einem Lamm dargestellt. Ab und an findet man seine Figur auch mit Engelsflügeln wieder. Diese sollen seine engelsgleiche Lebensweise darstellen.

Hier hat die Kirche auch viele alte Symboliken übernommen und umfunktioniert. Das Sonnenwendfeuer wurde zum Johannisfeuer und die Speichenstellung beim Feuerrad wurde zu einem Kreuz umgebaut.

Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier – Teil 2

Bedeutung der Benennungen des 1. Mai

  • Beltane

Bei den Kelten wurde das Fest „Beltane“ genannt und war ihrem Lichtgott Belenos geweiht.
Beltane stellt die Mitte des Frühlings und den allmählichen Übergang zum Sommer dar. Das Fest ist auch der Gegenpart zu Samhain, einer Feier mit denen sich die Menschen für den Winter rüsteten, aber dazu später mehr.
Zu den Feierlichkeiten wurden große Feuer angezündet, vielerorts wurde auch ein Maibaum aufgestellt und man hat sehr ausgelassen gefeiert.

  • Walpurgis / St. Walburga

walburgaDer 1. Mai wird neben „Beltane Fest“ auch „Walpurgis Nacht“ genannt. Die Benennung nach Walpurga / Walburga hat ihre Ursprünge im Christentum. Da die Kirche mit aller Macht versuchte ihren Einfluss im heidnischen Europa auszubauen, war ihr fast jedes Mittel recht. Vor allem war das ausgelassene Feiern der Heiden für die Kirche ein Dorn im Auge.  Mal versuchte die Kirche die Birken aus den Wäldern raus zu holzen, um der Feierlichkeit das Symbol zu nehmen. Mal wurde das Fest gar verboten. Doch ließ man von der Idee ziemlich schnell ab, nachdem blutige Aufstände in der Bevölkerung die Runde machten. Also beschloss man dem ersten Mai eine andere Sinnhaftigkeit zu geben und sprach kurz vor dem 10. Jahrhundert eine fromme Missionarin am 1. Mai heilig. Sie symbolisierte die Unschuld, Unberührtheit und die bedingungslose Hingabe zum christlichen Gott. Dieser Schachzug war sehr durchdacht, da sich um diese Nonne damals viele Legenden rankten. Sie erzählten von Wunder und wundersamer Heilung mit den Heilkräften der Natur und dessen Pflanzen. Somit ging die Kirche einen Mittelweg, wenn sie schon ein Feiertag nicht verbieten kann, so biegt sie ihn sich zu Recht und die Menschen werden sich nach und nach daran gewöhnen. Walburga galt bei den Christen schon zu ihrer Lebzeiten und lange danach als Schutzheilige gegen Krankheiten, Seuchen, Tollwut und Missernte. Die heilige Walburga hat auch einen Gedenktag am 25. Februar.

Götter denen gehuldigt wurde

Je nach Region und Kulturrichtung wurden andere Götter verehrt. Auch unter den einzelnen Kulturen gab es Unterschiede in der Benennung der Götter:

  • Keltische Völker: Belenos, Erdmutter
  • Germanische Völker: Odin, Frigg (auch Freya genannt), Wotan
  • Römisches Volk: Maia, Flora – absorbierten die heidnischen Feierlichkeiten
  • Christliche Völker: Walburga, Frühlingsfest – taten aber die Ursprünge als ein Werk finsterer Mächte ab

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Örtliche Abweichungen in der Tradition

  • FeuerradÜber das Frühlingsfeuer springen
  • Feuerrad
  • Um das Feuer tanzen
  • Maibaum aufstellen
  • Maibaum erklimmen
  • Maibaum stehlen
  • Maistrich: Kreidespur von eigenem Haus zum Haus der Verehrten ziehen
  • junge Birken vor die Haustür der Verehrten stellen
  • Ausgetrockneten Reisig vor die Haustür von unzüchtigen Frauen stellen
  • Besondere Orte aufsuchen um Fruchtbarkeit zu erlangen
  • Bändertanz um den Maibaum um die Vereinigung zwischen Mann und Frau zu symbolisieren.
  • Spielerische Versteigerung der Frauen
Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier

„In Nomine Patris… gestehe Hexe!!!…“ hallt es in meinen Ohren. Ich atme schwer, der Schmerz ist groß… die Angst, die Angst überwindet mich… Doch solche Furcht? Welche Furcht? Wovor? Ich weiß es nicht. Doch da,  die Stimmen fremder Zungen.

belenosIch gleite dahin, ich fühle mich leicht… Ein Gefühl, eine Erinnerung… Alles ist so friedlich. Ich spüre den Tau in meinem Gesicht. Kühle Tropfen kitzeln meine Wangen… Die frische des Morgens, des Neubeginns. Ich schaue hoch. Da ist die Sonne… Ist es  nun so weit? Der neue Sonnengott ist schon geboren? Die Göttin und der Gott haben sich schon vereint? Ich schließe meine Augen und sehe die Farbe unseres Lebens. Rot wie das Blut. Das Blut des Seins. Es scheint, dass sich die Götter fanden… in der Nacht zuvor…

feuerEine Melodie, eine Stimme… scheint mir sehr bekannt. Ein Chor, ein Chor von Frauenstimmen. Sie singen, kläglich und doch so freudig. Ich öffne meine Augen und sehe das große Feuer vor mir. Es springen Pärchen drüber.

„Doch wofür?“ fragt die fremde Stimme. Ich weiß es, doch will ich es nicht preis geben. Denn selber sprang ich voller Wollust, mit der Begierde dem Gotte nah zu sein in dieser Nacht. Mit der Hoffnung, dass mein Liebster mich nimmt. Zu Gebären ein kleines Kind, welches Freude malt uns ins Gesicht.

Um mich herum ein Kreis voll Reisig, abgesteckt, so die Tradition es will. Ich erinner‘ mich. Das Fest, die Trance die uns umgibt. Ein Fest, gewidmet unserem Frühling und der Liebe… Ich frage mich wie wird’s wohl sein…

Mein Kopf… mein Kopf so leicht, so scheint es das ich zu viel getrunken… zu viel getrunken hab‘, vom Elixier der Liebe.

Ein süßlicher Geruch steigt mir in die Nase. Ich tanze, das Feuer flimmert. Alle singen, ein Lied, was fließt wie der Fluss im Tal vor diesem Berg. So weich, so voller Leben und doch, nicht ohne Beigeschmack…

dsc_2513Ich gleite dahin… Kühles nass streift meinen nackten Körper. Sattes Grün umgibt mich, ich strecke mich, die Arme hoch, soweit es geht. Ich will die Sonne greifen, den Neugeborenen fest umarmen, die Wärme spüren und wohl sich fühlen.

Zwischen den Halmen hängt der Tau, vermischt sich mit dem Nebel. Eine göttliche Zusammenkunft, das muss es sein. Die Sonne wärmt mich, mein Herz entgleist…

Dort, dort drüben sind die Buben. Sie schreiten festen Schrittes in den Wald. Die Axt griffbereit. Denn so ist es Brauch und so wird’s immer sein… die schönste Birke muss es sein.

beltane16Voll Dankbarkeit dem Walde gegenüber, tragen Sie ihr Symbol ins Dorf. Dort warten wir, mit Neugier und Gesang. Das Loch ist schon gegraben, doch müssen sie es sich verdienen. Wir lachen, tanzen, triezen uns und schlussendlich ist’s doch vollbracht. Der Baum, der steht nach Mitternacht. Ein Symbol voll Reinheit und der Liebeslust.

Ach wie schön die Zeit, des Frühlings Willen. Voll Liebe und der Lebensfreude. Voll Stärke und der Reife…

Ach Belenos, welch‘ Freude du uns schenkst, deinen Kindern, uns den Kelten. Auf ewig wollen wir dich huldigen und ehren. Doch eins musst du mir sagen, deiner Dienerin der „Hexe“ die man mich nennt in fremden Zungen… Wer ist diese fremde Stimme, die versucht mich zu bekehren? Sie meint, es ist so falsch an dich zu glauben. Denn es gibt nur einen Gott, dessen Sohn her kam um uns zu retten. Doch mein Herz fühlt nur Kälte, zum Gottessohn der er nicht deiner ist…

hexe

„Vater, Sie stirbt vor Eurem Auge. So lasst ihr doch den Frieden, denn genug des Blutes ist schon geflossen. Das Volk was ihr hier seht ist nicht des Willens den Glauben unseren zu nehmen…

So lasst‘ mich eins Euch raten, nimmt dessen Feiertage und passt‘ diese unseren an. Lasst ihnen den Mai, den Monatsanfang, das Frühlingsfest.  Ihr werdet sehen, wie das Volk sich fügt, wie Ihr es wünscht, wie Gott es wünscht…“

Fortsetzung