Tag-Archive für ◊ Brauch ◊

Ratibor – Teil 2

Teil 2:


Kultstätte:

Ältester: „Gott der Sonne, Gott des Lichtes und der Fruchtbarkeit. Großer Hors! Zu dir sind deine Kinder gekommen. Schenke ihnen deine Wärme, bringe ihnen warme Regen, damit deine Kinder für friedliche Taten leben können…“

.

In der Runde:

Kind: „Schaut… Belay wird bald auf dem Acker sterben.“

Ratibor‘s Vater: „Jeder möchte bei der heiligen Arbeit sterben. Lauf…“

.

Beim Sähen:

Ratibor: „Und wenn die Huzaren kommen? Wer wird die Ernte einfahren?“

Ältester: „Ob da jemand kommt oder nicht… Du sähe und acker das Land. Man sollte in das Gute glauben und auf das Leben warten (weiterleben).“

.

Überfall einer Siedlung:

Alter Mann: „Lauf Mstislav. Lauf zur „Slobada“ (Festung). Sag dem Hauptmann, dass Unglück über uns hereingebrochen ist.“…“Mstischa!!!“

Hauptmann: „W Dubrawe (Im Wald), da verstecken wir uns.“

.

Bei der Heimkehr:

Ältester, Ratibor‘s Vater, Ratibor: „Das haben wir gut gemacht!“

.

Beim Ausrüsten zum Krieg:

Ratibor‘s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod, Ratibor.“

.

Schutzgebete des Ältesten:

Ältester: „Vorfahren, unsere! Großmütter! Swarog, Dashbog! Verteidige und beschütze! Alle werden wir im Himmel sein. Jeder zu seiner Zeit. Doch nun Swarog, rette deine Enkel!“

.

Tod von Ratibor’s Vater:

Ratibor’s Vater: „Lebend für das Leben, Rossich wählt immer die Freiheit. Es gibt keinen Tod Ratibor.“

.

Bestattung:

Ältester: „Kommen ohne Zwang die Leute von nahen und fernen Siedlungen um bei der Bestattung erneut der Einheit zu gedenken. Die Warmherzigkeit unserer Vereinigung auf der Erde gibt den Wunsch auf, um zu leben auch nach dem Tod! Wir sehen uns wieder. Wir sehen uns wieder!“

Lugnasad, Lammas, Schnitterfest

„Lammas“ ist der sächsische Ausdruck für das Schnitterfest welches zwischen der Sommersonnenwede und der Herbst Tag und Nachgleiche am 23.September stattfindet.
Ältere Wurzeln hat der Name Lugnasad und kommt aus dem Keltischen. Der Sage nach soll der Lichtgott Lugh dieses Fest zu Ehren seiner Ziehmutter, der Erdgöttin, gegründet haben.

DSC_3592Zum 1. August, dem Monat der Fülle und Reife, wurde das fröhliche Schnitterfest gefeiert. Es ist ein Zeitpunkt an dem die Menschen anfingen die ersten Ernten einzufahren und sich mental für den Winter vorzubereiten. Es war eine kritische Zeit, denn von der Ernte hing es ab wie gut der Stamm, Dorf oder die Gemeinschaft durch die kalten Monate kam. Lammas war das erste Fest von vielen, die während der ganzen Erntezeit bis zum Erntedankfest gefeiert wurden. So dankten die Menschen den Göttern, baten Sie um Schutz der Ernte und gedachten der Vergänglichkeit.

hahn 1Die Bräuche zu diesem Fest(en) variieren wieder von Gegend zu Gegend. So stand mancherorts der Hahn als (Mond-)Symbol für dieses Schnitterfest. Diese Ehre hat er seinen Schwanzfedern zu verdanken, die wie eine Sichel geformt sind und einer Sichel zum Mähen oder der Mondsichel ähneln. Denn die Ernten hingen wie vieles damals auch vom Mondzyklus ab…

„Wir haben den Hahn gefangen“ sagte man einst, wenn man rechtzeitig das letzte Getreide, die letzte Handvoll, geerntet hat.

Anderswo wurde bei diesem Fest, in Anlehnung zum wärmebringenden aber sterbenden Sonnengott, der Korngott geopfert. Dies war meist eine Strohpuppe und vereinzelt, wenn die Menschen besonders stark um die Gunst der Götter anhielten, waren es Menschenopfer.

hlebDie bekannteste Tradition zu der Zeit war aber Altes ins Neue einzuarbeiten oder etwas übrig zu lassen. Denn Neues entsteht nur auf dem Boden des Alten. Ein geschlossener Zyklus zudem die Menschen auch gehörten. So hat man zu Lammas meist ein frisches Weizenbrot gebacken und während des Knetens etwas vom alten Mehl ins Neue beigemischt. Ähnliche Symbolik hat auch das Stehenlassen von kleinen Büscheln Getreide auf dem Felde, als Dank für die Ernte und als Opfer für keimendes Leben im kommenden Jahr.

Lammas ist die beste Gelegenheit ein frisches Brot zu backen. Doch wenn man das Fest feiert, gehören auch frische Früchte und Waldbeeren dazu. Man sollte die warmen Tage noch genießen und sich langsam für Winter vorbereiten.