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Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 2

Heilige

Nun musste die Kirche bzw. auch die Römer nicht nur die Feiertage für sich anpassen, sondern auch die Heiligen mussten „technisch“ die Weihenacht vervollständigen.

Odin

Nehmen wir Odin (o.a. Wodan), dessen Beiname  Jolnir ist – Gott des Julfestes. Nun deutet das Julfest auf die alte Bedeutung für das „Rad“ oder die „Zeit der Stürme“ hin. So soll Odin, den alten Sagen nach, persönlich dieses große Fest begründet haben.

In den germanischen Göttersagen, war er ein Verwandlungskünstler. Er konnte zwischen den Welten reisen, zwischen den Menschen und den Göttern. Mal kam er als Tier in unsere Welt, mal als ein alter Mann mit langem weißen Bart… und zu Neujahr zog er in seinem Streitwagen, gefolgt vom Totenheer über die Erde. Er brachte Fruchtbarkeit über die Felder und ehrte sein Gefolge mit Opfergaben.

Obwohl Odin als kriegerischer Gott und der Weihnachtsmann als gutmütiger alter Mann dargestellt wird, haben diese beiden Figuren doch vieles gemeinsam… 🙂

Frick

Odin’s Gemahlin, die Erdmutter Frick (auch Hel, Berchta, oder Frigg genannt), wird in den alten Aufzeichnungen auch während des Julfestes erwähnt. So wurde der letzte Tag „Berchtentag“ der Zwölften zu ihren Ehren benannt.

Laut diesen Aufzeichnungen sollen beide zu Mittwinter die Seelen der Verstorbenen angeführt haben. Hier haben wir wieder den starken Bezug zu den Ahnen – Familie – Verwandtschaft während dieser Feierlichkeiten und somit zur Ahnenverehrung.

Frau Holle ist uns allen mehr oder weniger bekannt. Die Gebrüder Grimm haben sich hier von Odin’s Gemahlin als Göttin Hel inspirieren lassen. So waren ihre Aufgaben über den Tod und die Unterwelt zu herrschen, so auch über die dunkle Winterzeit. Ihr Name „Hel“ deutet aber nicht auf die kirchliche „Hölle“ hin, sondern bedeutet eher soviel wie „schützen“…

Weitere Ähnlichkeiten zur Kirche und zu den Römern, findet man bei folgenden Göttern:

– Freya entspricht der heiligen Barbara; und

– die heilige Lucia – Sunna – Sonnengöttin

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Kleiner gedanklicher Ausflug:

Lux – Luc = Licht

Ist denn beim Lucifer die Wortwurzel nicht auch Lux/Luc (also: Licht). Ist damit der heidnische Sonnengott gemeint? Dieser wird tief unter der Erde wiedergeboren… da wo der altbekannte Feind des christlichen Gottes hockt und die bösen (damals: heidnischen Seelen hinkamen).

Eine der Darstellungen der Kirche für Lucifer/Teufel mit seinen Hörnern und halb Mensch, halb Tier erinnert sehr stark an die Darstellung von Belenos (siehe Artikel über Beltane)

Hmmm….

Symbole

Weihnachtsbaum

Erst im 19. Jahrhundert akzeptierte die Kirche den Weihnachtsbaum und den Adventskranz als Glaubenssymbole. Vorrangegangen ist dieser Tradition aber in manchen Regionen der heidnische Brauch der Geistervertreibung. Man holte zum Barbaratag und zur dunkelsten Zeit des Jahres Tannenzweige und Grünzeug ins Haus, legte diese in die dunkelste Ecke des Hauses um die bösen Geister zu vertreiben.

In anderen Ecken Europas steht und stand der Weihnachtsbaum seit Je-her für den Weltenbaum, welcher zur Feier mit Ornamenten, Früchten und Pilzen geschmückt wurde.

Vor allem Äpfel, Fliegenpilze und Nüsse waren beliebter Schmuck. Der Apfel stand für Leben; die Jugend und die Furchtbarkeit. Die Pilze symbolisieren für das Mystische – es wird vermutet, dass „Schamane“ diese aßen um in Trance zu fallen – und Nüsse für die Weisheit.

Adventskranz

Die Vorweihnachtszeit wird auch „Adventszeit“ genannt. Dieser Ausdruck wird im Lateinischen als „Ankunft“ übersetzt. Es wird aber stark angenommen, dass es eher eine Umdeutung der Kirche, des Ausdrucks von „An der Wend“ (Sonnen- / Jahreswende) ist.

Nun, für was steht denn der Adventskranz eigentlich? Ursprünglich, wie heute, dient der Kranz als Symbol für die Totenehrung, den Jahreskreis, den Sonnenlauf, die Wiedergeburt usw.. Das Grün soll in der dunklen Zeit an die Fruchtbarkeit und das Leben erinnern. Die Kerzen stehen für das Sonnenlicht.

Jetzt wurden diese Kerzen, unüblich unserer Gepflogenheiten, zuerst alle angezündet, um dann jede Woche eine aus zu machen. Diese Tradition spiegelt das sterbende Licht wieder. Es soll allen den Verlauf des Lebens und der Jahreszeiten verdeutlichen. Und, erst wenn das Sonnenkind am 21. Dezember wiedergeboren wurde, wurden alle Kerzen wieder angezündet um den Neuanfang zu feiern. Mancherorts wurde gar der komplette Adventskranz, zur Feier, dem Feuer geopfert.

Julbogen

Traditionell wird der Julbogen aus dem Holz der Hasel, der Birke oder dem Wacholder geschnitzt. Anschließend wird dieser, im Halbkreis gebogener Kerzenleuchter, mit Mistel, Efeu, Tanne und Buchsbaum geschmückt. Den Bogen krönen vier Kerzen und alternativ wurde er mit Gebäck in Form von Runen, gebackenen Erdmutter-Symbolen und Donnersymbolen verziert. Die halbrunde Form soll einen Teil der Krone des Lebensbaums darstellen und somit zeigen, dass Alles ein Teil diesen mächtigen Baums ist.

Julfeuer

Das Julfeuer war der wichtigste Teil der ganzen Feierlichkeit zu Winter. Auch die Ostslawen haben diese Tradition, dazu später mehr. Das Feuer wurde, wie das Urfeuer, auf die ursprünglichste Art entfacht. Dazu wurden aber zuerst alle Öfen und Lichter im Dorf erloschen. Auf einem heiligen, energetischen Berg, wurden zwei Eichenpfähle aufgestellt, wo dazwischen  mit einem Stock Glut durch Reibung erzeugt wurde. Mit einem Birkenpilz der die Glut auffing feuerte man einen großen Scheiterhaufen in der Nähe an. Von diesem Feuer nahmen sich dann alle Dorfbewohner die Glut um ihre Öfen wieder anzufachen.

Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 1

Weihnachten – Julfest Teil 1

Heilige Nacht, der Tag an dem Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsfeiertage, sind in unserer Kultur ein sehr wichtiges Ereignis. Familien kommen zusammen, feiern, beschenken sich und trinken auf den Frieden.

Ein Weihnachtsbaum, Kerzenlichter – mancherorts ein Julbogen oder auch ein Adventskranz-, darf an Tagen der Vorbereitung und am Ereignis nicht fehlen.
Doch was hat ein Weihnachtsbaum mit Jesus zu tun und warum stellt man ein Julbogen auf oder zündet Kerzen auf dem Adventskranz an?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt und recherchierte nach anderen Auslegungen, als das was die Kirche predigt. Vor allem, wo heute die Wissenschaftler behaupten, dass Jesus gar nicht an dem Datum geborgen wurde. Und der Weihnachtsbaum soll ursprünglich aus den nordischen Bräuchen kommen. Ja, und zu guter letzt, werden und wurden die Tage über all anders genannt.

Nach dem heidnischen Glauben gebiert die Muttergöttin tief in der finsteren Erde, in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind (die Nacht hieß im Althochdeutschen Modranecht = „Mutternacht“). Diesen sehr bedeutenden Akt, findet man aber in fast allen Kulturen unserer Erde und manche glaubten, dass nicht nur der Lichtgott, sondern auch viele andere Götter in dieser Nacht wiedergeboren wurden. Der Glaube in den Sohn / 3 Söhne- Gottes/Göttin war schon Jahrhunderte vor dem Christentum in den Köpfen der Menschen verankert. Mit dem neugeborenen Sonnenkind verbanden die Völker eine wieder aufkeimende Hoffnung in der Winterzeit, dass die Tage wieder länger werden, die Erde neue Kraft schöpft und somit der Kreislauf des Lebens wieder von vorne beginnt.

Nun feierten die Kelten, Germanen und auch die skandinavischen Völker das „Weihnachtsfest“ nicht nur 3 Tage sondern 12 Nächte lang. Somit setzten sich die Nächte aus der Nacht der Wiedergeburt und den 12 Rau(c)hnächten, die „Zwölften“, die „Wilde Jagd“ (auch „Jolareidi“) oder im Skandinavischen „Sonarblot“ – das Eberopfer genannt.

Diese „Übergangszeit“ fing gewöhnlich mit der Nacht der Wintersonnenwende  an (heute: 20./21. Dezember) und markierte im germanischen Kalender das Ende des alten Jahres. Das neue Jahr fing aber erst nach 12 Nächten an. So wurde dieses äußerst bedeutsame Mittwinterfest zwischen den Jahren gefeiert. Man bat um fruchtbare Ernten und verehrte seine Ahnen. Denn während dieser Tage zog bei den Skandinavier, Odin mit seinem Totenheer um die Erde. Bei den Germanen war es Wodan und Frick, die die toten Seelen begleiteten und somit den Menschen ganz nahe waren.

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass in Schweden, heute noch ein Brauch besteht die Wiedergeburt der Sonnengötting Lucina zu feiern. Was ich sehr verwirrend finde, dass die Götter von den Geschlechtern nicht eindeutig einzuordnen sind. Jede Quelle hat ihre eigene Auslegung. Ob es tatsächlich an örtlichen Gegebenheiten und der abweichenden Stammeskulten der damaligen Zeit liegt, wage ich nicht fest zu legen.

Nun dürfen hier aber die Römer nicht fehlen. Sie haben einen erheblichen Teil zur Formung des heutigen Weihnachtsfestes beigetragen. Mit ihrer adaptiven Art, was den Glauben angeht, führten die Römer einen Staatsfeiertag zur Wintersonnenwende ein. Sie widmeten Ihre Verehrung zu dieser Zeit dem Sonnengott Sol.

Nach 330 unserer Zeit wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion ausgerufen. Kaiser Konstantin, der zu der Zeit regierte, funktionierte den alten Sonnengott zum neuen Christengott, der ab da als „lux mundi“ (Licht der Welt) gefeiert wurde.
Erst 813 unserer Zeit, haben die Menschen auf dem Territorium des heutigen Deutschlands diesen neuen Glauben anerkannt.

Wie kommt es nun, dass wir heute den 24.12. als Anfang der Weihnachtszeit haben und nicht wie ursprünglich zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres?
Das liegt überwiegend an unserem Kalender, unserer „modernen“ Zeitrechnung. Die heidnischen Völker richteten sich ausschließlich nach dem Mondkalender und hatten die 12 Rauhnächte als „Schalttage“ (obwohl Sie diese so nicht ansahen). Mit dem christlichen Glauben kam auch eine neue Berechnungsgrundlage der Zeit. Zuerst der julianische Kalender, der starke Abweichungen aufwies, da man keine Schalttage nutzte und danach schlussendlich unser gregorianischer Kalender mit den Schalttagen. Die genaue Berechnung der verschiedenen Kalender wäre hier zu ausführlich. Wer da mehr wissen möchte, kann gerne googeln, da findet man ganz gute Berechnungsgrundlagen.
Nähme man  unseren Kalender als Grundlage, so feierte man Weihnachten vor dem 4 Jahrhundert am 06.01., also nach den 12 Rauhnächten (im orthodoxen Glauben ist es immer noch so), wurde dann aber auf den 25.12. gelegt.

Da merkt man, dass die Neujahrfeier und Weihnachten stark von unseren heutigen Terminen abweichen. Ob nun ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kultur, beides zu damaligen Zeit gefeiert hat, habe ich meinen Quellen nicht entnehmen können. Meist wird geschrieben, dass diese Bräuche bestanden. Ich denke aber, es ist sehr schwer nach so langer Zeit die Abläufe zu fixieren oder einer bestimmten Gruppe in einer bestimmten Reihenfolge zuzuschreiben.

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Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 1

Heilige Nacht, der Tag an dem Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsfeiertage, sind in unserer Kultur ein sehr wichtiges Ereignis. Familien kommen zusammen, feiern, beschenken sich und trinken auf den Frieden.

Ein Weihnachtsbaum, Kerzenlichter – mancherorts ein Julbogen oder auch ein Adventskranz-, darf an Tagen der Vorbereitung und am Ereignis nicht fehlen.
Doch was hat ein Weihnachtsbaum mit Jesus zu tun und warum stellt man ein Julbogen auf oder zündet Kerzen auf dem Adventskranz an?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt und recherchierte nach anderen Auslegungen, als das was die Kirche predigt. Vor allem wo heute die Wissenschaftler behaupten, dass Jesus gar nicht an dem Datum geborgen wurde. Und der Weihnachtsbaum soll ursprünglich aus den nordischen Bräuchen kommen. Ja, und zu guter letzt, werden und wurden die Tage über all anders genannt.

Nach dem heidnischen Glauben gebiert die Muttergöttin tief in der finsteren Erde, in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind (die Nacht hieß im Althochdeutschen Modranecht = „Mutternacht“). Diesen sehr bedeutenden Akt, findet man aber in fast allen Kulturen unserer Erde und manche glaubten, dass nicht nur der Lichtgott, sondern auch viele andere Götter in dieser Nacht wiedergeboren wurden. Der Glaube in den Sohn / 3 Söhne- Gottes/Göttin war schon Jahrhunderte vor dem Christentum in den Köpfen der Menschen verankert. Mit dem neugeborenen Sonnenkind verbanden die Völker eine wieder aufkeimende Hoffnung in der Winterzeit, dass die Tage wieder länger werden, die Erde neue Kraft schöpft und somit der Kreislauf des Lebens wieder von vorne beginnt.

Nun feierten die Kelten, Germanen und auch die skandinavischen Völker das „Weihnachtsfest“ nicht nur 3 Tage sondern 12 Nächte lang. Somit setzten sich die Nächte aus der Nacht der Wiedergeburt und den 12 Rau(c)hnächten, die „Zwölften“, die „Wilde Jagd“ (auch „Jolareidi“) oder im Skandinavischen „Sonarblot“ – das Eberopfer genannt.

Diese „Übergangszeit“ fing gewöhnlich mit der Nacht der Wintersonnenwende an (heute: 20./21. Dezember) und markierte im germanischen Kalender das Ende des alten Jahres. Das neue Jahr fing aber erst nach 12 Nächten an. So wurde dieses äußerst bedeutsame Mittwinterfest zwischen den Jahren gefeiert. Man bat um fruchtbare Ernten und verehrte seine Ahnen. Denn während dieser Tage zog bei den Skandinavier, Odin mit seinem Totenheer um die Erde. Bei den Germanen war es Wodan und Frick, die die toten Seelen begleiteten und somit den Menschen ganz nahe waren.

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass in Schweden, heute noch ein Brauch besteht die Wiedergeburt der Sonnengötting Lucina zu feiern. Was ich sehr verwirrend finde, dass die Götter von den Geschlechtern nicht eindeutig einzuordnen sind. Jede Quelle hat ihre eigene Auslegung. Ob es tatsächlich an örtlichen Gegebenheiten und der abweichenden Stammeskulten der damaligen Zeit liegt, wage ich nicht fest zu legen.

Nun dürfen hier aber die Römer nicht fehlen. Sie haben einen erheblichen Teil zur Formung des heutigen Weihnachtsfestes beigetragen. Mit ihrer adaptiven Art, was den Glauben angeht, führten die Römer einen Staatsfeiertag zur Wintersonnenwende ein. Sie widmeten Ihre Verehrung zu dieser Zeit dem Sonnengott Sol.

Nach 330 unserer Zeit wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion ausgerufen. Kaiser Konstantin, der zu der Zeit regierte, funktionierte den alten Sonnengott zum neuen Christengott, der ab da als „lux mundi“ (Licht der Welt) gefeiert wurde.


Erst 813 unserer Zeit, haben die Menschen auf dem Territorium des heutigen Deutschlands diesen neuen Glauben anerkannt.

Wie kommt es nun, dass wir heute den 24.12. als Anfang der Weihnachtszeit haben und nicht wie ursprünglich zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres?
Das liegt überwiegend an unserem Kalender, unserer „modernen“ Zeitrechnung. Die heidnischen Völker richteten sich ausschließlich nach dem Mondkalender und hatten die 12 Rauhnächte als „Schalttage“ (obwohl Sie diese so nicht ansahen). Mit dem christlichen Glauben kam auch eine neue Berechnungsgrundlage der Zeit. Zuerst der julianische Kalender, der starke Abweichungen aufwies, da man keine Schalttage nutzte und danach schlussendlich unser gregorianischer Kalender mit den Schalttagen. Die genaue Berechnung der verschiedenen Kalender wäre hier zu ausführlich. Wer da mehr wissen möchte, kann gerne googeln, da findet man ganz gute Berechnungsgrundlagen.
Nähme man unseren Kalender als Grundlage, so feierte man Weihnachten vor dem 4 Jahrhundert am 06.01., also nach den 12 Rauhnächten (im orthodoxen Glauben ist es immer noch so), wurde dann aber auf den 25.12. gelegt.

Da merkt man, dass die Neujahrfeier und Weihnachten stark von unseren heutigen Terminen abweichen. Ob nun ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kultur, beides zu damaligen Zeit gefeiert hat, habe ich meinen Quellen nicht entnehmen können. Meist wird geschrieben, dass diese Bräuche bestanden. Ich denke aber, es ist sehr schwer nach so langer Zeit die Abläufe zu fixieren oder einer bestimmten Gruppe in einer bestimmten Reihenfolge zuzuschreiben.

 

Feiertage – Westeuropas

Hier findet ihr Kurzgeschichten und normale Artikel im Zusammenhang mit den Feiertagen die man heute kennt, aber dessen Ursprünge in Vergessenheit geraten sind.

Jahreskreis

Tag und Nacht, Sonne und Mond, Leben und Sterben, Sommer wie Winter… sind Ereignisse die uns heute mehr oder weniger bewegen bzw. beeinflussen. In der Vergangenheit hatten solche Geschehnisse noch einen etwas tieferen Eindruck bei den Menschen hinterlassen. Deshalb haben sich unsere Vorfahren mit den Themen ziemlich intensiv befasst. Sie beobachteten die Natur, die Sterne und an sich auch ihr eigenes Leben. Sie zogen Parallelen und Schlüsse, die ihnen dann ermöglichten ihre Ernte ertragreicher zu gestalten, Feste zur rechten Zeit abzuhalten und ihre Umwelt besser zu verstehen.

Die Zeit zu fangen, einzuteilen und zu planen ist kein modernes Phänomen. Wie schon gesagt, war es den Menschen schon damals wichtig zu wissen, wann die Zeit gekommen ist um bestimmte Dinge zu erledigen. Jede Kultur hat da ihre eigenen Instrumente gehabt, um die Zeit besser zu verstehen…

Für unsere Vorfahren war die Zeit ein Kreis, egal ob es um Monate, Tage oder Stunden geht. Stets wiederholten sich die natürlichen Zyklen und hatten ihren Anfang im Dunklen. So begannen Monate mit dem Neumond und die neuen Tage mit der Abenddämmerung.
Das Jahr als Jahreskreis wurde in 2 Hälften aufgeteilt, Jahresnacht/ Jahrestag und begann mit dem Neumond um den Anfang des heutigen Monats November. Das Neujahr wurde mit einem großen Fest „Samhain“ empfangen und gleichzeitig bereiteten sich die Menschen vor, durch die dunklen Monate zu schreiten.

Die gesamte Jahreskreis-Aufteilung verdeutlicht das Bild eigentlich ganz gut…

Jahresrad_mond

Die Kelten haben sich in dieser Hinsicht ein Denkmal aufgestellt, den heute so gut wie jeder kennt. Stonehenge… ist eine Kultstätte aber auch ein Rieseninstrument um die Tage, Monate und Jahre zu berechnen; und sie hatten ihren eigenen Kalender „Bronzetafel von Coligny“. Dieser wurde  mit 19 Sonnenjahren bzw. 235 Mondmonaten berechnet. Dieser Zusammenhang entspringt dem Ereignis, welches alle 19 Jahre auftritt, wo Sonne und Mond in gleicher Relation zueinander stehen. Die 235 Mondmonate wurden wiederrum zu je 62 Einheiten zusammengefasst, was 3 Sonnenjahren zu 12 Monaten und 2 Jahre zu 13 Monaten entsprach. Der namenlose 13. Monat soll uns bis heute als die bekannten Rauhnächte zwischen Weihnachten und dem 6 Januar erhalten geblieben sein.

In der Osteuropäischen Kultur gab es auch eine ähnliche Zeiteinteilung, dazu später mehr…

Samhain, Tag der Toten, Allerheiligen, Allerseelen, Halloween – Teil 3
 |  Kategorie: Feiertage, Geschichte, Westeuropäische Kultur  | Tags: , , , , , , ,  | Kommentare nicht erlaubt

Ursprünglich Irisch, dann Amerikanisch

In Verbindung mit dem heutigen Halloween gibt es eine uralte irische Sage. Sie erzählt über einen Bösewicht Jack O, der durch einen Trick den Teufel höchstpersönlich eingefangen hat. Um wegen seiner Sünden nicht in die Hölle zu kommen, handelte er mit dem Teufel aus, dass nach seinem Tod der Fürst der Finsternis ihn nicht zu sich holt. Das war Jack O’s Bedingung für die Freilassung des Teufels. Als Jack starb wollte ihn der Himmel auch nicht. Schlussendlich bekam der Teufel mit der armen Seele Mitleid und schenkte ihm eine Rübe und eine glühende Kohle, sodass er durch das Dunkel der Zwischenwelt wandern konnte. Diese ausgehöhlte Rübe mit der glühenden Kohle innendrin wurde von nun an Jack O’Lantern genannt.

Der Kürbis erhielt seine Rolle als Laterne erst um 1850 in den USA (woher das Gemüse auch ursprünglich kommt). Zu dieser Zeit gab es eine große Hungersnot in Irland (wegen Kartoffelfäule) und viele Iren wanderten in die Staaten aus. Dort übertrugen sie ihre „Halloween-Tradition“ auf den Kürbis.

Das Verkleiden kommt von einem sehr verbreiteten Brauch in Europa. Die Menschen nutzten ihre Verkleidung, wie auch zu Faschingszeit (die bekanntlich ab dem 11.11. beginnt), um die bösen Geister zu erschrecken und zu vertreiben.

Zuhause aber stellt man eine Kerze auf das Fensterbrett, damit die Geister sich nicht verirren und ihren zu gehenden Weg finden. Wasser und ein Stück Brot wird für die Ahnen auf die Hausschwelle gestellt. Der Hexenbesen vor der Tür, hält auch die bösen Geister vom Heim fern.

Schlussendlich lässt sich der Name „Halloween“ auf die Bezeichnung „All Hallows Eve“ (Allerheiligenabend) zurückführen.

Samhain, Tag der Toten, Allerheiligen, Allerseelen, Halloween – Teil 2

Christlich

Im Zuge der Christianisierung von Europa wurde auch dieses Fest vom Christentum übernommen, da die Kirche es nicht schaffte die Feierlichkeit abzuschaffen. Im Jahre 837 unserer Zeit hat Papst Gregor IV. angeordnet die Tradition der Heiden nicht zu vernichten sondern zu übernehmen und zu christianisieren. Er war es ebenfalls, der den Gedenktag „Allerheiligen“ vom ersten Sonntag nach Pfingsten auf die Tage nach dem 31. Oktober verlegt hat.
Von da an wurden die „Allerheiligen“ am 1. November gefeiert und galt den christlichen Märtyrer.

Der 2. November „Allerseelen“ führte Abt Odilo von Cluny 998 unserer Zeit ein. Dieser Tag gilt allen armen Seelen im Fegfeuer. (Fegfeuer, steht für die Reinigung vor dem Paradies).

Heute gedenkt man allen Toten.

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St. Leonhard

Zusätzlich wird noch ein Patron mit diesen besonderen Tagen in Verbindung gebracht, der vor allem in Bayern und in Teilen Österreichs sehr bekannt ist.  In manchen Städten Bayerns wird noch heute am 6. November zu seinen Ehren ein Umzug veranstaltet. Es geht um St. Leonhard.
Doch auch diesem Feiertag wird ein heidnischer Ursprung unterstellt. Leider habe ich nur weniges über diese These lesen können, aber ich fasse trotzdem mal das Wichtigste hier zusammen.

Der Patron lebte um das 5-6 Jahrhudert und wurde von Erzbischof Remigius erzogen. Die Geschichte über sein Leben hat aber einen sehr starken legendären Charakter. Während seiner Jugend suchte er die Nähe von Gefangenen. Aus Mitleid bat er des Öfteren um Ihre Freilassung, womit er auch Erfolg hatte. So war St. Leonhard zunächst ein Schutzparton der Gefangenen und wurde auch Kettenheiliger genannt. Später erhielt er in Bayern den Beinahmen Bauernherrgott.
Als Erwachsener wurde Ihm wegen einer mutigen Tat die Bischofswürde angeboten, welche er aber ablehnte und lieber das Einsiedlerleben in der Nähe von Limoges im Wald bevorzugte. Dort predigte er für Kranke und Hilfsbedürftige.

Symbole für St. Leonhard sind der Leonhardnagel und eine Kette. Der Nagel soll den Phallus darstellen und die Kette soll ein Hinweis auf ein altes altenglisches bzw. altnordisches Wort sein. Im Altenglischen heißt „Kett“ bzw. „Kette“, Grab, Grabhügel oder Erdhügel.
„Kett“ wird aber auch mit einem weichem „G“ interpretiert, was wiederrum „Gat“ oder „Gate“ heißt und im altsächsischen, altnordischen und mittelhochdeutschen Höhle, unterirdischer Gang oder Erdinneres bedeutete.

Im Zusammenhang mit der Kette und St. Leonhard gibt es auch eine Sage (die ich leider nicht gefunden habe), von der man ausgeht, dass sie auf die Heilige Hochzeit der Erdgöttin mit dem Jahreskönig dem irdischen Gemahl (unter der Erde), in einer Erdhöhle, hinweist.
Wie vorher schon erwähnt ist diese Hochzeit die Befruchtung der Erde durch die Sonne. In Irland gibt es eigens für diese Zeremonie angelegte Höhlen, mit einer Öffnung die genau zum Zeitpunkt der Feierlichkeiten und der „Befruchtung“ einen Lichtstrahl einließen, also eine Lichtpenetration des Bauchs der Erdgöttin. Aus der Sprache und dem Kettenbrauch leitet man heute ab, dass die Kelten wohl im Erdinneren die Zeremonie in Form eines Sexualrituals ihre Fortsetzung nahm, damit in Analogie die Fruchtbarkeit der Erde, Tiere und Menschen im kommenden Jahr gewährleistet war. – Deshalb wird Leonhard vielleicht auch fallweise „Erdmann“ genannt. –
Schließlich führte die obige „Missinterpretation“ zur Umfunktionierung dieses alten Rituals. Die Christen führten dann eine Umkettung der Kirchen an solchen Orten.

Nun zum Namen „Leonhard“. Wörtlich genommen würde man sagen es bedeute „löwenstark“. Doch wenn man im Alt- oder Mittelhochdeutschen Wörterbuch ein bisschen recherchiert, so stellt man fest, dass zu jener Zeit. „Leo“ Hügel oder Grabhügel heißt und „Hart“ mit Wald übersetzt wird. (z.B. Hardthöhe). Offensichtlich ist der Name somit ein Hinweis auf einen Hügel im Wald, vielleicht sogar auf jene Kulthöhlen in solchen Hügeln…

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Samhain, Tag der Toten, Allerheiligen, Allerseelen, Halloween

Heute kennt man diesen Feiertag vor allem als Halloween und als den heiligsten Tag der Hexen. Zum einem wird er in der modernen Kultur als ein weiterer Grund zum Feiern, Konsumieren, anderseits auch als eine Gelegenheit um Inne zu halten und den Toten zu gedenken – vor allem im christlichen Glauben.
Nur noch wenige wissen, welche Ursprünge dieser Feiertag eigentlich hat… Wie schon in vorherigen Artikeln erwähnt, ist auch dieser Brauch von Nuancen durchzogen. Es kommt immer darauf an wo und wann im Zeitalter so ein wichtiger Tag gefeiert worden ist und von welchen Gegebenheiten er geformt wurde. So können durchaus viele andere Theorien stimmen, auf die ich hier nicht näher eingehe. Für mich, die Schlüssigsten habe ich ausgewählt und hier beschrieben.

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Keltisch

Im Jahreskreis der Kelten liegt Samhain dem Beltanefest gegenüber und bildet zusammen ein Ganzes. Dieses Fest ist ein sogenanntes Mondfest und wird meist zum Neumond um den Novemberanfang gefeiert. Es hat sich aber im Laufe der Zeit der 31. Oktober eingependelt. Von den meisten wird Samhain als das Neujahrsfest der Heiden betrachtet. Einige feiern jedoch Jul als das letzte Fest des heidnischen Jahres, da danach die Tage wieder länger werden.Die Bezeichnung Samhain hat ihren Ursprung im Altirischen und heißt so viel wie „Ende des Sommers“. Dieses Ende wurde meist um den 31. Oktober gefeiert und war eines der wichtigsten Feierlichkeiten im Heidentum. Das kann man als Gegeben hinnehmen, doch ab hier scheiden und überschneiden sich die Bräuche. Ein paar möchte ich gerne aufführen:

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Jahreskönig

Samhain ist der Beginn der Jahresnacht. Diese Nacht symbolisierte den Übergang in das neue Jahr. Es kommt die Zeit der Dunkelheit und des Ausharrens… An diesem Tag stirbt der Jahreskönig, welcher der Sonnengott ist. So verweilten die Menschen den Winter über in Geduld und warteten bis er wiedergeboren wird und das Leben auf der Erde wieder anfängt zu blühen. Die heilige Vereinigung wurde ursprünglich als die Befruchtung der Erde durch die Sonne verstanden.
Doch bevor der neue Sonnengott wiedergeboren werden konnte, musste sich die Mutter Erde erst mit dem alten König vermählen und von ihm geschwängert werden. Der alte „Sonnenkönig“ wurde in der Zeit vor Christus mancher Ort durch einen echten Menschen dargestellt, meist durch einen Oberhaupt. Dieser König war während seiner Herrschaft stets dafür direkt verantwortlich, dass die Erde fruchtbar gemacht wird und die Menschen genug zu essen hatten. Wenn seine Zeit dann gekommen war, musste dieser dann den heiligen Bund mit der Erde eingehen. Heißt, um Samhain wurde der alte Menschenkönig geopfert. Dieser Tod war für den König eine sehr große Ehre und sogar ein Muss um für den neuen Herrscher Platz zu machen, die Mutter Erde fruchtbar zu halten und somit das Fortbestehen seiner Schützlinge zu garantieren.
Dieses Ritual wurde dann im Laufe der Zeit immer mehr entschärft und abstrahiert. So verschwanden die Menschenopfer aus der Tradition.

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Ahnenkult

Der Ahnenkult ist heute wohl die weit verbreiteteste Assoziation des 31. Oktober, auch „Tag der Toten“ genannt. Dieser Tag hat eine sehr mächtige Bedeutung in allen alten Kulturen, da man (Lebens-)Kraft aus der Verehrung seiner Vorfahren schöpfte. Ausgerechnet an diesem Tag,  ähnlich wie auch zum 1. Mai, ist die Grenze zwischen der Totenwelt und der Unseren sehr dünn. Man glaubte, dass die Verstorbenen in dieser Nacht zwischen uns weilen und dass man leichter mit ihnen in Kontakt treten kann. Die einen glaubten, dies würde Glück bringen. Andere waren da eher vorsichtig, was das Verständigen mit Toten angeht.
Eines der Bräuche ist eine Kerze für die Toten anzuzünden und auf die Fensterbank zu stellen, als Zeichen des Gedenkens und sodass die toten Umherwandernden ihren Weg zurück nicht verlieren.
Die römische Kultur sah viele Ähnlichkeiten zwischen dem keltischen Samhain und dem eigenem Totenfest im Mai und adaptierte es ohne viel zu manipulieren.
Im späteren Verlauf der Geschichte ist diese Idee vom Christentum aufgegriffen und von der Zeit um Pfingsten auf eben den 1. und 2. November als der Tag der Allerheiligen und Allerseelen verlegt worden. Dazu später mehr…
Beim Ahnenkult gibt es aber Abweichungen. So habe ich  gelesen, dass dieser Feiertag nur der Tag der Toten war einerseits und anderseits kritisieren einige Historiker diese These, da sie der Meinung sind, dass es im keltischen Brauchtum keine konkrete Totenverehrung zu dieser Zeit gab.

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Erntefeier / Feier der Freude

Noch heute symbolisiert dieser Tag den letzten Arbeitstag auf dem Felde. Man fuhr die letzten Ernteerträge ein und bereitete sich auf die dunkle Jahreszeit vor. Bis heute wird in manchen Teilen Britanniens dieses Fest als Fest der Freude und des Überflusses gefeiert.
So wird dort z.B. der Feiertag noch bis heute mit dem Backen von Keksen, in Form von Geweihen, eingeleitet. Diese symbolische Handlung stand und steht für den Dank für die Ernte und dass es genügend zu Essen gibt in der schweren Winterzeit.
Anderswo war es üblich ein Schlachtfest zu veranstalten und gemeinsam einen Festschmaus zu veranstalten. An diesem Fest wurde bei den Kelten üblicherweise sehr viel Wildschwein verzehrt, da man hoffte die göttliche Kraft auf sich ableiten zu können. Denn das Wildschwein symbolisierte in ihrem Glauben die Muttergötting in ihrer sommerlichen Gestalt.

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Lugnasad, Lammas, Schnitterfest

„Lammas“ ist der sächsische Ausdruck für das Schnitterfest welches zwischen der Sommersonnenwede und der Herbst Tag und Nachgleiche am 23.September stattfindet.
Ältere Wurzeln hat der Name Lugnasad und kommt aus dem Keltischen. Der Sage nach soll der Lichtgott Lugh dieses Fest zu Ehren seiner Ziehmutter, der Erdgöttin, gegründet haben.

DSC_3592Zum 1. August, dem Monat der Fülle und Reife, wurde das fröhliche Schnitterfest gefeiert. Es ist ein Zeitpunkt an dem die Menschen anfingen die ersten Ernten einzufahren und sich mental für den Winter vorzubereiten. Es war eine kritische Zeit, denn von der Ernte hing es ab wie gut der Stamm, Dorf oder die Gemeinschaft durch die kalten Monate kam. Lammas war das erste Fest von vielen, die während der ganzen Erntezeit bis zum Erntedankfest gefeiert wurden. So dankten die Menschen den Göttern, baten Sie um Schutz der Ernte und gedachten der Vergänglichkeit.

hahn 1Die Bräuche zu diesem Fest(en) variieren wieder von Gegend zu Gegend. So stand mancherorts der Hahn als (Mond-)Symbol für dieses Schnitterfest. Diese Ehre hat er seinen Schwanzfedern zu verdanken, die wie eine Sichel geformt sind und einer Sichel zum Mähen oder der Mondsichel ähneln. Denn die Ernten hingen wie vieles damals auch vom Mondzyklus ab…

„Wir haben den Hahn gefangen“ sagte man einst, wenn man rechtzeitig das letzte Getreide, die letzte Handvoll, geerntet hat.

Anderswo wurde bei diesem Fest, in Anlehnung zum wärmebringenden aber sterbenden Sonnengott, der Korngott geopfert. Dies war meist eine Strohpuppe und vereinzelt, wenn die Menschen besonders stark um die Gunst der Götter anhielten, waren es Menschenopfer.

hlebDie bekannteste Tradition zu der Zeit war aber Altes ins Neue einzuarbeiten oder etwas übrig zu lassen. Denn Neues entsteht nur auf dem Boden des Alten. Ein geschlossener Zyklus zudem die Menschen auch gehörten. So hat man zu Lammas meist ein frisches Weizenbrot gebacken und während des Knetens etwas vom alten Mehl ins Neue beigemischt. Ähnliche Symbolik hat auch das Stehenlassen von kleinen Büscheln Getreide auf dem Felde, als Dank für die Ernte und als Opfer für keimendes Leben im kommenden Jahr.

Lammas ist die beste Gelegenheit ein frisches Brot zu backen. Doch wenn man das Fest feiert, gehören auch frische Früchte und Waldbeeren dazu. Man sollte die warmen Tage noch genießen und sich langsam für Winter vorbereiten.

Sommersonnenwende

kupala_02Alban Hevin, wie die Kelten es einst nennten, war ein wahrlich großes Fest, welches zwölf Tage lang gefeiert wurde. Doch dieser Brauch war nicht nur bei den Kelten wohl bekannt, auch die Germanen und die Slawen wussten den längsten Tag des Jahres zu feiern. Auch in den anderen Kulturen war der Ablauf der Feierlichkeit ähnlich.  Wie zum 1. Mai oder zu Ostara (Ostern) wurden große Feuer angezündet, man tanzte, sprang über das Feuer, feierte, liebte und schwor einander ewige Liebe. Die Sommersonnenwende markiert einen weiteren wichtigen Punkt im heidnischen Jahr, aber auch im Leben der Heiden. Man widmet diese Tage dem mächtigen Gott der Sonne, der als ein Krieger verstanden wurde und als Ehegatte der weiblichen Götting, der Erde. Noch im Frühling feierten die Menschen die Vereinigung von Sonne und Erde und im Sommer schon, bittet man um die Früchte der sinnlichen Zusammenkunft…

stonehengeDieser Sonnenkult der Menschen trieb sie u.a. dazu, die Sonne und ihren Ablauf genau zu studieren. Sie bauten dafür große steinerne Bauwerke, wie das bekannteste Gebilde „Stonehendge“. Man weiß heute, dass die Menschen dort ihren Kult auslebten und natürlich ihre Messungen des Sonnenzyklus durchführten. So wussten die Menschen schon damals, dass der 21. Juni der längste Tag ist und  dass ab diesem Zeitpunkt die Nächte länger werden. Kommt es zusätzlich in der Nacht vom 21. auf den 22. zum Vollmond, so strotzt die Natur nur so vor Energie. Seit jeher wissen kundige Kräutersammler, dass zum Höhepunkt dieses Ereignisses die Pflanzen die höchste Sonnenenergie haben und somit am nützlichsten für den menschlichen Körper sind. Die Sammler, suchen dann nach Johanniskraut, Beifuß, Kamille, Holunderblüten, Blutwurz und vielen anderen Kräutern.

Aus anderen Quellen habe ich herauslesen können, dass es Germanen und Kelten gab, die die Sonne als eine weibliche Göttin mit den Namen „Sol“ (bei den Letten „Saule“) ansahen. Die Sonne die wir sehen, soll der abgetrennte Kopf der Göttin sein. So ist der Kopf im keltischen Glauben der Sitz der unsterblichen Seele und das Symbol für Licht und Geburt. Diese Verehrung ist vor allem auf den matriarchalischen Glauben zurück zu führen, wo man die Frau noch als Priesterin, Heilerin, Seherin oder Schamanin sah.

johannesWährend der Christianisierung von Europa wurde die Sommersonnenwende durch die Kirche dem heiligen Johannes des Täufers gewidmet, der seinen Geburtstag am 21. Juni hat. Dieser Heilige wird mit einem enthaupteten Kopf oder in einem Fellgewand, Kreuzstab und einem Lamm dargestellt. Ab und an findet man seine Figur auch mit Engelsflügeln wieder. Diese sollen seine engelsgleiche Lebensweise darstellen.

Hier hat die Kirche auch viele alte Symboliken übernommen und umfunktioniert. Das Sonnenwendfeuer wurde zum Johannisfeuer und die Speichenstellung beim Feuerrad wurde zu einem Kreuz umgebaut.

Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier – Teil 2

Bedeutung der Benennungen des 1. Mai

  • Beltane

Bei den Kelten wurde das Fest „Beltane“ genannt und war ihrem Lichtgott Belenos geweiht.
Beltane stellt die Mitte des Frühlings und den allmählichen Übergang zum Sommer dar. Das Fest ist auch der Gegenpart zu Samhain, einer Feier mit denen sich die Menschen für den Winter rüsteten, aber dazu später mehr.
Zu den Feierlichkeiten wurden große Feuer angezündet, vielerorts wurde auch ein Maibaum aufgestellt und man hat sehr ausgelassen gefeiert.

  • Walpurgis / St. Walburga

walburgaDer 1. Mai wird neben „Beltane Fest“ auch „Walpurgis Nacht“ genannt. Die Benennung nach Walpurga / Walburga hat ihre Ursprünge im Christentum. Da die Kirche mit aller Macht versuchte ihren Einfluss im heidnischen Europa auszubauen, war ihr fast jedes Mittel recht. Vor allem war das ausgelassene Feiern der Heiden für die Kirche ein Dorn im Auge.  Mal versuchte die Kirche die Birken aus den Wäldern raus zu holzen, um der Feierlichkeit das Symbol zu nehmen. Mal wurde das Fest gar verboten. Doch ließ man von der Idee ziemlich schnell ab, nachdem blutige Aufstände in der Bevölkerung die Runde machten. Also beschloss man dem ersten Mai eine andere Sinnhaftigkeit zu geben und sprach kurz vor dem 10. Jahrhundert eine fromme Missionarin am 1. Mai heilig. Sie symbolisierte die Unschuld, Unberührtheit und die bedingungslose Hingabe zum christlichen Gott. Dieser Schachzug war sehr durchdacht, da sich um diese Nonne damals viele Legenden rankten. Sie erzählten von Wunder und wundersamer Heilung mit den Heilkräften der Natur und dessen Pflanzen. Somit ging die Kirche einen Mittelweg, wenn sie schon ein Feiertag nicht verbieten kann, so biegt sie ihn sich zu Recht und die Menschen werden sich nach und nach daran gewöhnen. Walburga galt bei den Christen schon zu ihrer Lebzeiten und lange danach als Schutzheilige gegen Krankheiten, Seuchen, Tollwut und Missernte. Die heilige Walburga hat auch einen Gedenktag am 25. Februar.

Götter denen gehuldigt wurde

Je nach Region und Kulturrichtung wurden andere Götter verehrt. Auch unter den einzelnen Kulturen gab es Unterschiede in der Benennung der Götter:

  • Keltische Völker: Belenos, Erdmutter
  • Germanische Völker: Odin, Frigg (auch Freya genannt), Wotan
  • Römisches Volk: Maia, Flora – absorbierten die heidnischen Feierlichkeiten
  • Christliche Völker: Walburga, Frühlingsfest – taten aber die Ursprünge als ein Werk finsterer Mächte ab

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Örtliche Abweichungen in der Tradition

  • FeuerradÜber das Frühlingsfeuer springen
  • Feuerrad
  • Um das Feuer tanzen
  • Maibaum aufstellen
  • Maibaum erklimmen
  • Maibaum stehlen
  • Maistrich: Kreidespur von eigenem Haus zum Haus der Verehrten ziehen
  • junge Birken vor die Haustür der Verehrten stellen
  • Ausgetrockneten Reisig vor die Haustür von unzüchtigen Frauen stellen
  • Besondere Orte aufsuchen um Fruchtbarkeit zu erlangen
  • Bändertanz um den Maibaum um die Vereinigung zwischen Mann und Frau zu symbolisieren.
  • Spielerische Versteigerung der Frauen
Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier

„In Nomine Patris… gestehe Hexe!!!…“ hallt es in meinen Ohren. Ich atme schwer, der Schmerz ist groß… die Angst, die Angst überwindet mich… Doch solche Furcht? Welche Furcht? Wovor? Ich weiß es nicht. Doch da,  die Stimmen fremder Zungen.

belenosIch gleite dahin, ich fühle mich leicht… Ein Gefühl, eine Erinnerung… Alles ist so friedlich. Ich spüre den Tau in meinem Gesicht. Kühle Tropfen kitzeln meine Wangen… Die frische des Morgens, des Neubeginns. Ich schaue hoch. Da ist die Sonne… Ist es  nun so weit? Der neue Sonnengott ist schon geboren? Die Göttin und der Gott haben sich schon vereint? Ich schließe meine Augen und sehe die Farbe unseres Lebens. Rot wie das Blut. Das Blut des Seins. Es scheint, dass sich die Götter fanden… in der Nacht zuvor…

feuerEine Melodie, eine Stimme… scheint mir sehr bekannt. Ein Chor, ein Chor von Frauenstimmen. Sie singen, kläglich und doch so freudig. Ich öffne meine Augen und sehe das große Feuer vor mir. Es springen Pärchen drüber.

„Doch wofür?“ fragt die fremde Stimme. Ich weiß es, doch will ich es nicht preis geben. Denn selber sprang ich voller Wollust, mit der Begierde dem Gotte nah zu sein in dieser Nacht. Mit der Hoffnung, dass mein Liebster mich nimmt. Zu Gebären ein kleines Kind, welches Freude malt uns ins Gesicht.

Um mich herum ein Kreis voll Reisig, abgesteckt, so die Tradition es will. Ich erinner‘ mich. Das Fest, die Trance die uns umgibt. Ein Fest, gewidmet unserem Frühling und der Liebe… Ich frage mich wie wird’s wohl sein…

Mein Kopf… mein Kopf so leicht, so scheint es das ich zu viel getrunken… zu viel getrunken hab‘, vom Elixier der Liebe.

Ein süßlicher Geruch steigt mir in die Nase. Ich tanze, das Feuer flimmert. Alle singen, ein Lied, was fließt wie der Fluss im Tal vor diesem Berg. So weich, so voller Leben und doch, nicht ohne Beigeschmack…

dsc_2513Ich gleite dahin… Kühles nass streift meinen nackten Körper. Sattes Grün umgibt mich, ich strecke mich, die Arme hoch, soweit es geht. Ich will die Sonne greifen, den Neugeborenen fest umarmen, die Wärme spüren und wohl sich fühlen.

Zwischen den Halmen hängt der Tau, vermischt sich mit dem Nebel. Eine göttliche Zusammenkunft, das muss es sein. Die Sonne wärmt mich, mein Herz entgleist…

Dort, dort drüben sind die Buben. Sie schreiten festen Schrittes in den Wald. Die Axt griffbereit. Denn so ist es Brauch und so wird’s immer sein… die schönste Birke muss es sein.

beltane16Voll Dankbarkeit dem Walde gegenüber, tragen Sie ihr Symbol ins Dorf. Dort warten wir, mit Neugier und Gesang. Das Loch ist schon gegraben, doch müssen sie es sich verdienen. Wir lachen, tanzen, triezen uns und schlussendlich ist’s doch vollbracht. Der Baum, der steht nach Mitternacht. Ein Symbol voll Reinheit und der Liebeslust.

Ach wie schön die Zeit, des Frühlings Willen. Voll Liebe und der Lebensfreude. Voll Stärke und der Reife…

Ach Belenos, welch‘ Freude du uns schenkst, deinen Kindern, uns den Kelten. Auf ewig wollen wir dich huldigen und ehren. Doch eins musst du mir sagen, deiner Dienerin der „Hexe“ die man mich nennt in fremden Zungen… Wer ist diese fremde Stimme, die versucht mich zu bekehren? Sie meint, es ist so falsch an dich zu glauben. Denn es gibt nur einen Gott, dessen Sohn her kam um uns zu retten. Doch mein Herz fühlt nur Kälte, zum Gottessohn der er nicht deiner ist…

hexe

„Vater, Sie stirbt vor Eurem Auge. So lasst ihr doch den Frieden, denn genug des Blutes ist schon geflossen. Das Volk was ihr hier seht ist nicht des Willens den Glauben unseren zu nehmen…

So lasst‘ mich eins Euch raten, nimmt dessen Feiertage und passt‘ diese unseren an. Lasst ihnen den Mai, den Monatsanfang, das Frühlingsfest.  Ihr werdet sehen, wie das Volk sich fügt, wie Ihr es wünscht, wie Gott es wünscht…“

Fortsetzung