Feuerfest, Beltane, Walpurgis, Maifeier

„In Nomine Patris… gestehe Hexe!!!…“ hallt es in meinen Ohren. Ich atme schwer, der Schmerz ist groß… die Angst, die Angst überwindet mich… Doch solche Furcht? Welche Furcht? Wovor? Ich weiß es nicht. Doch da,  die Stimmen fremder Zungen.

belenosIch gleite dahin, ich fühle mich leicht… Ein Gefühl, eine Erinnerung… Alles ist so friedlich. Ich spüre den Tau in meinem Gesicht. Kühle Tropfen kitzeln meine Wangen… Die frische des Morgens, des Neubeginns. Ich schaue hoch. Da ist die Sonne… Ist es  nun so weit? Der neue Sonnengott ist schon geboren? Die Göttin und der Gott haben sich schon vereint? Ich schließe meine Augen und sehe die Farbe unseres Lebens. Rot wie das Blut. Das Blut des Seins. Es scheint, dass sich die Götter fanden… in der Nacht zuvor…

feuerEine Melodie, eine Stimme… scheint mir sehr bekannt. Ein Chor, ein Chor von Frauenstimmen. Sie singen, kläglich und doch so freudig. Ich öffne meine Augen und sehe das große Feuer vor mir. Es springen Pärchen drüber.

„Doch wofür?“ fragt die fremde Stimme. Ich weiß es, doch will ich es nicht preis geben. Denn selber sprang ich voller Wollust, mit der Begierde dem Gotte nah zu sein in dieser Nacht. Mit der Hoffnung, dass mein Liebster mich nimmt. Zu Gebären ein kleines Kind, welches Freude malt uns ins Gesicht.

Um mich herum ein Kreis voll Reisig, abgesteckt, so die Tradition es will. Ich erinner‘ mich. Das Fest, die Trance die uns umgibt. Ein Fest, gewidmet unserem Frühling und der Liebe… Ich frage mich wie wird’s wohl sein…

Mein Kopf… mein Kopf so leicht, so scheint es das ich zu viel getrunken… zu viel getrunken hab‘, vom Elixier der Liebe.

Ein süßlicher Geruch steigt mir in die Nase. Ich tanze, das Feuer flimmert. Alle singen, ein Lied, was fließt wie der Fluss im Tal vor diesem Berg. So weich, so voller Leben und doch, nicht ohne Beigeschmack…

dsc_2513Ich gleite dahin… Kühles nass streift meinen nackten Körper. Sattes Grün umgibt mich, ich strecke mich, die Arme hoch, soweit es geht. Ich will die Sonne greifen, den Neugeborenen fest umarmen, die Wärme spüren und wohl sich fühlen.

Zwischen den Halmen hängt der Tau, vermischt sich mit dem Nebel. Eine göttliche Zusammenkunft, das muss es sein. Die Sonne wärmt mich, mein Herz entgleist…

Dort, dort drüben sind die Buben. Sie schreiten festen Schrittes in den Wald. Die Axt griffbereit. Denn so ist es Brauch und so wird’s immer sein… die schönste Birke muss es sein.

beltane16Voll Dankbarkeit dem Walde gegenüber, tragen Sie ihr Symbol ins Dorf. Dort warten wir, mit Neugier und Gesang. Das Loch ist schon gegraben, doch müssen sie es sich verdienen. Wir lachen, tanzen, triezen uns und schlussendlich ist’s doch vollbracht. Der Baum, der steht nach Mitternacht. Ein Symbol voll Reinheit und der Liebeslust.

Ach wie schön die Zeit, des Frühlings Willen. Voll Liebe und der Lebensfreude. Voll Stärke und der Reife…

Ach Belenos, welch‘ Freude du uns schenkst, deinen Kindern, uns den Kelten. Auf ewig wollen wir dich huldigen und ehren. Doch eins musst du mir sagen, deiner Dienerin der „Hexe“ die man mich nennt in fremden Zungen… Wer ist diese fremde Stimme, die versucht mich zu bekehren? Sie meint, es ist so falsch an dich zu glauben. Denn es gibt nur einen Gott, dessen Sohn her kam um uns zu retten. Doch mein Herz fühlt nur Kälte, zum Gottessohn der er nicht deiner ist…

hexe

„Vater, Sie stirbt vor Eurem Auge. So lasst ihr doch den Frieden, denn genug des Blutes ist schon geflossen. Das Volk was ihr hier seht ist nicht des Willens den Glauben unseren zu nehmen…

So lasst‘ mich eins Euch raten, nimmt dessen Feiertage und passt‘ diese unseren an. Lasst ihnen den Mai, den Monatsanfang, das Frühlingsfest.  Ihr werdet sehen, wie das Volk sich fügt, wie Ihr es wünscht, wie Gott es wünscht…“

Fortsetzung

Wenn Sie möchten informieren wir Sie per RSS-Kommentare feed immer wenn es Neuigkeiten gibt. Einfach abbonieren und auf dem laufenden bleiben. Both comments and pings are currently closed.

Kommentare nicht erlaubt.