Authoren Archiv

Die Wurzeln des slawischen Glaubens
 |  Kategorie: Osteuropäische Kultur, Slawen  | Tags: , , , , , , , , , , ,  | Kommentare nicht erlaubt

Lange ist es her wann wir das letzte Mal einen Artikel über die Slawen verfasst haben. Doch nun hat sie ein Zeitfenster aufgetan und wir möchten dieses sogleich nutzen Euch wieder ein Stückchen slawischer Kultur näher zu bringen.

Dieser Beitrag wird sicherlich noch das eine oder andere Mal ergänzt mit weiterführenden Informationen, die wir aus dem Russischen übersetzen. Wir beziehen und dabei auf das Buch „Yasichestvo drewnih Slawyan“ (Das Heidentum uralter Slawen) von Dr. prof. B.A. Rybakov. In dem Buch bezieht sich der Autor selber auf Schriften des 12. Jahrhunderts unserer Zeitrechnung, „Slowo ob idolah“ („Die Schrift/Das Lied über die Heiligen/Götter“).  Diese Schrift scheint am besten und ungefälscht die Entwicklung des heidnischen Glaubens bis zur Christianisierung zu beschreiben.

Der heidnische slawische Glaube wird in 3 Stadien unterteilt, von denen das erste Stadium bis in die tiefe Steinzeit reicht. Damals hat der Mensch eine sehr einfache Anschauung der Welt gehabt…

1. Stadium

Für den Menschen gab es in der Zeit nur den Glauben über das Gute und das Böse. Beide Seiten versuchten sie durch Opfergaben milde zu stimmen, sodass kein Unheil auf die Sippe hereinbricht oder dieses abgewendet wird.
Zu dieser Art der „Glaubensanschauung“ gehörten auch Fabelwesen wie die

  • Bereginya (Sirenen / Meerjungfrauen): Das Gute bzw. Neutrale welches das Gleichgewicht hält.
  • Upyriya (Vampire / Wiedergänger): Das Böse
  • Wolkokladi (Werwölfe): Weiteres noch nicht gelesen

Wie die Menschen sich diese Kräfte vorgestellt haben konnte man nicht rekonstruieren, denn es gibt keine Bildnisse davon. Das Aussehen und die Verbindung zu den Wesen wie oben in den Klammern beschrieben kam erst später in der Zeit.

 

2. Stadium

Dieses Stadium wurde von Roda und Roshanitsi-Kult geprägt. Rod ist der Obergott und Roschanitsi sind seine Helferinnen.

In diesem Zusammen möchten wir noch die Wurzel der Wörter erwähnen:

  • Rod steht für Sippe / Familienstamm
  • Roshanitsi hat die Wort-Wurzel „roshat“, also „gebären“ und könnte als Fruchtbarkeit gedeutet werden.

Weiters noch nicht gelesen

 

3. Stadium

Der Kult um den Gott „Perun“ (Gott des Blitzes und des Donners). Diesem Gott weist der Autor eine besondere Bedetung zu. Denn er hat sogar die Christianisierung überdauert und ist im orthodoxen Glauben mit Respekt erwähnt. Vor der Christianisierung tauchte Perun, mal an erster Stelle aller Götter auf, mal gleichberechtigt neben 6 anderen großen und kleinen Göttern. Während der Christianisierung wurde einzig sein Götzenbild verschont und nicht vernichtet. Dies zeigt, das die Slawen damals tiefe Ehrfurcht vor ihrem heidnischen Gott hatten und ihn nicht der Christianisierung opfern wollten.

Ivan Kupala – Mittsommerfest

Besser spät als nie, möchte ich doch nun über unser Erlebnis zum Mittsommerfest mit euch teilen. 2011 waren Jana und ich auf einer kleinen kulturellen Rundreise in Russland unterwegs und hatten die große Ehre bei einem heidnischen Mittsommerfest mitzumachen. Heißen tut er jetzt Ivan Kupala (Übersetzt: Johannes Bad), also das Bad des Johannes des Täufers.

Scheiterhaufen MittsommerfestObwohl der Name auf einen christlichen Feiertag verweist, hat dieses Mittsommerfest  einen heidnischen Kern.  Der Sinn und Ablauf des Sommerfestes ähnelt dem Mittsommerbad der Germanen oder auch dem Johannesfeuer, welches heute noch gefeiert wird. Schön anzusehen ist das Johannesfeuer hier in den Alpen, wenn an den Spitzen in der Nacht helle Feuer brennen.

Bei diesen Festen, egal in welcher Kultur, feiert man den Sommer bzw. trauert man dem Sonnengott nach, da er stirbt (die Tage werden kürzer). An der Sommersonnenwende sagt man der Natur den größten Energiepegel nach und wenn man an diesen Tagen Kräuter sammelt, so entwickeln sie ihre größte Heilkraft (wenn noch dazu Vollmond ist). So glaubte man in der slawisch/russischen Kultur, dass wenn man im Fluss oder See zu dieser Zeit baden geht, die größtmögliche Energie aus der Natur schöpfen kann.
Ebenso war das Fest eine große Verkupplungsveranstaltung, an dem mehrere Dörfer aus der Region teilnahmen. Junge Leute die noch keinen Partner hatten, fanden meist zu dieser Zeit zueinander.
Heute wird durch Spiel, Gesang und mit Nachstellen von Szenen aus dem heidnischen Glauben dieser Traditionen gedacht.

Bratina und HonigweinAber zurück zu unserem Erlebnis. Insgesamt wird das Fest 3 Tage lang von den Menschen in Russland gefeiert, welche so langsam wieder ihre Wurzeln entdecken. Alles was dort gespielt oder veranstaltet wird, erfolgt ohne Zwang und mit viel Freude.
An diesen 2 Tagen haben wir 200 Personen ausgelassen und in enger Verbindung mit der Natur feiern gesehen.
Es gab keine Sturzbesoffenen, keine Schlägereien oder andere unangenehme Sachen.

Den ersten Tag haben wir leider nicht mitgekriegt, da wir selber noch unterwegs waren, haben es aber uns erzählen lassen.

 

1. Tag – 19. Juni

Am ersten Tag haben sich die ersten der rund 200 Teilnehmer versammelt und mit den Vorbereitungen angefangen. Am Abend trennten sich dann zum ersten Mal die Wege von Männlein und Weiblein. Die Männer blieben am Feuer, erzählten sich Geschichten, machten Musik und sangen.

Die Frauen zogen sich lange weiße Gewänder an und schlüpften so in die Rolle von Sirenen. Sirenen, sind quasi Meerjungfrauen, welche Männer bezirzen und so in den Tod reißen. In der slawisch/russischen Kultur leben solche Sirenen im Wasser, Sumpf und auf der Trauerbirke. Wie gesagt, verfällt der Mann der Schönheit und dem Gesang einer Sirene, so ist er dem Tode geweiht.

Nun, um sich an diesen Glauben zu erinnern, suchten die Frauen eine Birke auf und vollführten mit Gesang und Tanz einige Rituale, flochten sich aus Schilf Haarkränze und gingen anschließend im See baden um die Energie des Sommers zu tanken.

Anschließend, schlichen sie sich zu den Feuern, wo die Männer saßen und versuchten einen nach den anderen ins Wasser zu ziehen, um diesen quasi zu „ertränken“. Als einzige Verteidigungswaffe diente den Männern die Brennnessel…

 

Weiter zu Tag 2…

Ivan Kupala – Tag 2

Am 2. Tag der Feierlichkeiten zogen dann die restlichen Gäste, einschließlich uns, nach.  Männlein und Weiblein übernahmen geschlechterspezifische Aufgaben und man bereitete sich schon mental auf die Feier vor.

Vorbereitung

Die Frauen durften Kränze für ihre Liebsten flechten und 2 Strohpuppen, Kostroma (Symbol der Weiblichkeit und der Erde) und den Yarila (Symbol der Männlichkeit und der Erde) basteln.

 

Derweil trugen die Männer den riesigen Scheiterhaufen zusammen, welcher am Abend angezündet wurde. Ebenso bauten Sie die Plätze zur Entfachung des heiligen Feuers und zur Verbrennung der Strohpuppe Yarila.

 

Fortsetzung…

Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung 3

Nachdem nun Yarila durch das heillige Feuer in den Himmel gelangt ist, braucht er natürlich auch weibliche Begleitung. Hierfür sieht der Brauch vor, dass eine Stroh-/Graspuppe in Form einer Frau im See ertränkt wird. Diese Puppe stellt die Fruchtbarkeitsgöttin (die Mutter-Erde) „Kostroma“ dar. Sie wird an einer Birke platziert und von einem Frauen-Reigen bewacht. Die Männer müssen diesen Reigen durchbrechen die Puppe schnappen und im See/Fluss versenken.

In der Regel werden 3 Anläufe von den Männern gemacht. Die Frauen erwarten die Männer mit starkem Willen, meterlangen Brennesseln, gut gepflegten angespitzten Nägel und Zähne! Doch alles Widerstand hilft nichts. Tradition sieht vor, dass Kostroma ins Wasser gehört. Natürlich werden die Männer vom Leiter der Veranstaltung gebeten, die Frauen nicht in den Boden zu stampfen und mit ihnen behutsam umzugehen!

Große TafelNach so viel Action, folgt nun das erste Bad. Davon gibt es kaum Fotos weil es ein sehr intimer- und Energie geladener Moment ist. Jeder wer will, kann ins Wasser steigen und die Energie der Sonnenwende tanken.
Doch die Männer müssen auch hier sehr auf der Hut sein. Denn die Rache der Frauen kann sehr böse sein. Denn… verheiratete -, schwangere- und ältere Frauen, die nicht beim „Kampf umd Kostroma“ mitgemacht haben, schleichen herum und sammeln die Kleidungsstücke der Männer ein… Tjo, und diese müssen dann, wenn sie nicht nackt rumlaufen wollen, ihr Eigentum freikaufen…
Kosten können ein Bussi sein oder eine bestimmte Frau einen ganzen Abend lang zu bedienen, zu hegen und zu pflegen!

Energie getankt und die Laune gehoben… folgt nun das Mal am gemeinsamen Tisch. Jeder hat etwas zu Essen mitgebracht und bereitgestellt. Jeder darf sich bedienen und sich satt essen.

Nun wird es auch langsam dunkel und es wird Zeit den großen Scheiterhaufen zu entfachen! Das Entfachen übernehmen ein Pärchen bestehend aus einem „Jungmann“ und einer „Jungfrau“ oder welches bald heiraten wird.

Das Entfachen wird begleitet durch das Trommeln eines Schamanen, Gesang des großen Reigens aller Beteiligten. Nachdem das Feuer immer mehr um sich greift, beginnt der Reigen sich um das Feuer zu drehen. Immer schneller und schneller. Dabei singen alle „Gari, gari, yasno, schtobi ne pogasla“ , heißt soviel wie „Brenne, brenne lichterlo, sodass du nicht erlischst!“

Nach ein paar Runden zieht ein Beliebiger den Reigen zum Feuer und wieder weg. Ihm machen es andere nach, bis nach und nacht der Reigen wie eine Sonne oder Blume aussieht, welche in der Mitte den Scheiterhaufen hat. Dabei entstehen Kräfte, sodass Menschen aus dem Reigen fliegen. Deshalb müssen sich alle gut festhalten aneinander!

Die Kräfte schwinden und der Kreis wird langsamer, bis er stehen bleibt. Trauben an Menschen stellen sich in den Funkenflug und genießen die Energie, die sie tanken. Ihnen gegenüber stehen Frauen und Männer mit Instrumenten und stimmen Folklore-Lieder ein. Gänsehaut ist das Gefühl welches die ganze Szenerie beherrscht.

Nachdem die Spitze umgeknickt ist fängt man mit Volksspielen an, wo es nun darum geht, dass das Mädchen sich langsam einen Mann aussucht (so in der Vergangenheit geschehen). Wir haben es so erlebt, dass die meisten eh schon vergeben waren und die Spiele mehr eine Bussi-Hascherei war! Alles sehr lieb und nett. Kein Zwang und keine Aufdrängung.

Das Feuer brennt langsam nieder, die Nacht wird immer älter und so langsam bereitet man sich für das zweite Bad vor. Es wird ein kleines Schiffchen angezündet und als erstes Opfer über das Wasser geschickt.

Die Beteiligten suchen sich Brettchen, zünden Kerzchen an und lassen diese auch schwimmen. Dabei wünschen Sie sich z.B. Gesundheit, Liebe usw.. Ebenso werden die Blumenkränze aufs Wasser geschmissen, wer halt einen geflochten oder von der Angebetenen geschenkt gekriegt hat.

Alle Baden. Um diese Aktion mit Gefühlen zu beschreiben so kann man es mit Geborgenheit und Liebe tun.

Weiter zu Tag 3

 

Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung

Heiliges Feuer

Nachdem alles vorbereitet war, ließen wir das Fest beginnen! Die Männer durften sich erstmal in die Hände spucken und mächtig ins Zeug legen um das Heilige Feuer zu entfachen… den Rest erzählen die Bilder.

Nachdem die Flamme brannte, wurde diese zu einem Lagerfeuer getragen. Wir versammelten uns im Kreis und opferten etwas Met dem Feuer. Anschließdend wurde die „Bratina“ (Holzkelch in Form eines Pferdes oder Ente) im Kreis gereicht. Jeder nahm ein Schluck und sprach laut einen Wunsch aus. Sei es mehr Gesundheit, das Wohlergehen Russlands oder einfach nur ein fröhliches Fest feiern zu können.

Begleitet wurde diese Zeremonie von Frauengesang, von dem man Gänsehaut gekriegt hat. Man sang alte slawische Lieder über den Mittsommerfest, die Liebe und Gemeinschaft.

 

Verbrennung von Yarila

Nun wurde der sterbende Yarila vorgebracht. Frauen schluchzten und trauerten schrien dem sterbenden Sommer nach. Nach ein paar erfolglosen Reanimierungsversuche und eine kleinen aufheiternden Theatereinlage wurde Yarila vom Festzug zum Scheiterhaufen gebracht. Ein paar letzte Versuche wurden noch von ein paar Mädls unternommen um Yarila zu retten, aber es ist hoffnungslos. Yarila muss brennen!

Natürlich ist alles gespielt :)…

 

Fortsetzung…

 

Ivan Kupala – Tag 2 – Fortsetzung 2
 |  Kategorie: Geschichte, Osteuropäische Kultur  | Tags: , , , , , , , , ,  | Kommentare nicht erlaubt

Tanz und Spiel

Begleitet wurde das Verbrennen von Yarila durch Musik, Tanz und Spiele. Nun ist Zeit ausgelassen zu tanzen und zu feiern, die Energie des Sommers zu spüren und diese auch zu tanken.

 

Fortsetzung…

Ivan Kupala – Tag 3
 |  Kategorie: Geschichte, Osteuropäische Kultur  | Tags: , , , , , , , , , ,  | Kommentare nicht erlaubt

Spiel, Tanz und Gesang neigt sich dem Ende. Das Feuer ist nur noch ein kleiner Haufen über welchen Pärchen springen und sich wünschen, dass die Verbindung ewig hält. Sollte ein Mädchen/Frau sich doch anders entscheiden, so lässt sie ihren Ausgewählten los und aus dem Pärchen wird somit nichts.

Nachdem das Feuer komplett runter gebrannt ist, geht man über Kohle, seniert vor sich hin und wartet auf die letzte Gelegenheit, die Dritte, Baden zu gehen oder sich im Morgentau zu welzen. Die letzte Gelegenheit die größtmögliche Energie zu tanken…

 

Ganz ehrlich, wer braucht bei solchen Bräuchen anonyme und stinkige Diskotheken? Wer wirklich sich finden will, dem empfehlen wir einfach mal zurück zu schauen und zuhören was die Vorfahren einem so erzählen. Manche Bräuche aus der Vergangenheit würden der einen oder anderen Seele gut tun.

In diesem Sinne…

Scheißhaus

Ein Projekt, welches vor Ende 2012 fertig gestellt wurde

Unser niedliches und geschupptes Plumpsklo wurde aus der Not erschaffen :). Bevor wir uns an den Hausbau trauen wollten, beschlossen wir erst ein mal, ein wenig handwerkliche Erfahrung zu sammeln. Da aber in Adventon nichts Unnütziges entsteht, kam uns die Idee, das Scheißhaus zu bauen, welches parallel auch als Lagerschuppen für Werkzeug dient!

  • Bauleitung übernahm Jana als ausgebildeter Schreiner.
  • Handlanger waren dann alle aus der Gruppe Bilitsa und diverse Freunde.

 

Damit es aber nicht nur beim Bau bleibt, gibt es unter diesem Link ein paar historische Hintergründe:

 

Hygiene im Mittelalter und bei den Slawen.

 

Planung

Scheißhaus Skizze

 

Loch graben

Und das 2-Mal, da uns das Erste Loch eingestürzt ist. Das Zweite haben wir dann mit Spaltbrettern verstärkt :).

 

Rahmen bauen

 

Schindeln und Spaltbretter herstellen

 

Scheißhaus verkleiden

 

Fertig

 

adventon

Hygiene im Mittelalter

Ein wahrlich verschwiegenes Thema…

…was uns aber alle betrifft und betraf. Nur heutzutage redet man nicht darüber, fragt sich aber ab und an, ganz insgeheim: „Wie haben es die Leute denn damals getan? So mit dem Aborten, und so…“

Da nun unser Prachtstück eines „Scheißhauses“ fertig ist, haben wir uns mit diesem Thema zwangsweise und natürlich auch aus der menschlicher Neugierde heraus beschäftigt und hier ein paar Informationen zusammengetragen…

 

In der Natur…

Ein Vers aus dem Alten Testament (Moses 5, Vers 23): „Du sollst draußen vor dem Lager einen Ort haben, wohin du zur Not hinausgeht. Und du sollst eine Schaufel haben. Und wenn Du gesessen  hast, sollst du zuscharren, was von dir gegangen ist.“

Somit zeigt sogar die Bibel, dass schon damals das Thema Hygiene die Menschen beschäftigte. Jahrhunderte,  sogar Jahrtausende lang, war Entsorgung in der Natur üblich, aber auch nur bei geringer menschlicher Population.

 

In speziell eingerichteten Systemen…

Man kann nicht genau benennen, wann befestigte Abwassersysteme ihren Anfang nahmen. Eins ist aber sicher, denn es wurde durch Ausgrabungen belegt, dass die Ägypter und Völker im Zweistromland schon zwischen 3500-500 v. Chr. Funktionierende Latrinen und Abwasserleitungen besaßen.

Die Römer hatten sogar, eigens für die Notdurft, Räumlichkeiten gebaut mit einer Ausstattung, die es dem Nutzer erlaubte, alles Unnötige vom Körper zu waschen. So gab es in den Klos einen Stock mit Schwamm und Salzwasser, welches in einem Eimer bereitstand. Die Handreinigung geschah anschließend durch fließendes Wasser in einer Wasserrinne.

 

In der Burg…

Olaf I., norwegischer König um 995-1000 n. Chr. hat sich sogar eine 22-plätzige Gemeinschaftslatrine bauen lassen. Das zeigt, dass Tabus in früheren Zeiten ganz wo anders lagen!

 

Die Reinigung

Geschah überwiegend mit nachwachsenden und naturbelassenen Rohstoffen wie Heu, Moos, Gras, Blätter…. Das Besorgen dieser äußerst wichtigen Utensilien war ein fester Bestandteil des täglichen Lebens des damaligen Menschen.

Die Reicheren Schichten verwendeten Stoffteile.

 

Im 11. Jhd. …

Wurden Erdlöcher in unseren Breitengraden mit Brettern und Geflecht verstärkt. Später ging man zur Kastenbauweise (Blockhausähnliche Bauweise), Versenkung von alten Fässern oder ausgehölten Baumstämmen als Verstärkung der Erdlochwände über.

Diese Bauweise hielt bis in die Neuzeit.

 

Die Slawen

Wie sich die Slawen sauber hielten, gibt es verschiedene Theorien. Die einen Wissenschaftler sagen, dass die slawischen Menschen ebenso dreckig waren wie auch andere damalige Stämme (z.B. Germanen). Andere sagen, dass die Hygiene bei den Slawen eine lange Tradition hat und sogar im Volksglauben verankert ist.

Man muss aber bedenken, dass ihr Verbreitungsgebiet äußert groß war/ist und bei der Vielzahl an Stämmen es die ein oder andere Abweichung von Hygienevorstellungen gab (ähnlich auch wie bei anderen Völkern).

Um das 10. Jahrhundert reiste ein Apostel namens Andrej nach Nowgorod (die Wiege des Staates „Rus“ und heutigen Russlands) und schrieb nieder, wie sich die Menschen sauber hielten…

Er war sehr überrascht, dass alle 2 Tage die Banja (Sauna) aufgesucht wurde und Frauen versuchten, sich mit verschiedenen Mineralien zu „schminken“. Ebenso hielt er fest, dass den Menschen in dieser Stadt es äußerst wichtig war, dass sei es am Körper aber auch in Bezug auf Nahrung Sauberkeit herrschte.

Nun muss man seinen Worten Glauben schenken, denn seine Niederschrift ist bis heute erhalten geblieben. Ebenso war die Sauna (finnisch) bzw. Banja (russisch / karelisch)  schon Jahrhunderte vor Christus im heutigen Nordrussland und Finnland benutzt wurde.

 

Quelle:

  • Kievskaya Rus – Wladimir Vernadsky
  • „Plumpsklo, Abort, stilles Örtchen“ – ISBN 3-931824-25-X – Autor: Mila Schrader
  • Wikipedia
Zaun
 |  Kategorie: Adventon  | Tags: , , , , , , ,  | Kommentare nicht erlaubt

Zukünftige Projekte:

Fest vorgenommen haben wir uns auch, eine aufgeschüttete Holzpalisade zu bauen. Das geschieht aber erst in fernerer Zukunft.

Was wir bis Ende 2012 geschafft haben:

Für den Anfang haben wir uns überlegt, einen Zaun aus Weide zu flechten. Parallel pflanzten wir ein paar Weidensprößlinge, um ihn in einen lebenden Zaun zu verwandeln.

 

adventon

Historie 2011
 |  Kategorie: Allgemeines, Termine Fotos  | Kommentare nicht erlaubt

.

22.-25.04.11 MA-Markt Adventon „Osterfeier“ (Bilitsa + Birkenleder)
29.-01.05.11 MA-Markt Grafenau (Bilitsa+Birkenleder)
14.-15.05.11 MA-Markt Adventon „Vom Schaf zur Wolle“ (Bilitsa + Birkenleder)
09.-10.07.11 MA-Markt Wien „Montur und Pulverdampf“ (Bilitsa + Birkenleder)
13.-14.08.11 MA-Markt Angelbachtal (Bilitsa + Birkenleder)
17.-18.09.11 MA-Markt Gablitz (Bilitsa + Birkenleder)

Unser Wappen
 |  Kategorie: Allgemeines  | Kommentare nicht erlaubt
Inspiration

Inspiriert durch einen Fund aus dem 9.-10. Jhd. einer reich verzierten slawischen Schale auf Rügen (Abb. aus „Mi-Slawyane“ (Wir sind Slawen), Autor: Maria Semyenova)

Bedeutung

Sonne

Das Sonnenzeichen in der Mitte ist ein uraltes Symbol, welches von vielen Völkern verwendet wurde – auch von den Slawen.

Auf dem Wappen sieht man die aufgehende Sonne.

Wasser und Himmel

Die Wellen stellen den Himmel, die Wolken und/oder das (Himmels-) Wasser dar.

Im slawischen Glauben hatten wir alle unseren Platz irgendwo dazwischen.
Somit wollen wir mit unserem Wappen vermitteln, dass unsere Geschichte über die Slawen ebenso einen Platz unter der gemeinsamen Sonne hat.

 

Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 2

Heilige

Nun musste die Kirche bzw. auch die Römer nicht nur die Feiertage für sich anpassen, sondern auch die Heiligen mussten „technisch“ die Weihenacht vervollständigen.

Odin

Nehmen wir Odin (o.a. Wodan), dessen Beiname  Jolnir ist – Gott des Julfestes. Nun deutet das Julfest auf die alte Bedeutung für das „Rad“ oder die „Zeit der Stürme“ hin. So soll Odin, den alten Sagen nach, persönlich dieses große Fest begründet haben.

In den germanischen Göttersagen, war er ein Verwandlungskünstler. Er konnte zwischen den Welten reisen, zwischen den Menschen und den Göttern. Mal kam er als Tier in unsere Welt, mal als ein alter Mann mit langem weißen Bart… und zu Neujahr zog er in seinem Streitwagen, gefolgt vom Totenheer über die Erde. Er brachte Fruchtbarkeit über die Felder und ehrte sein Gefolge mit Opfergaben.

Obwohl Odin als kriegerischer Gott und der Weihnachtsmann als gutmütiger alter Mann dargestellt wird, haben diese beiden Figuren doch vieles gemeinsam… 🙂

Frick

Odin’s Gemahlin, die Erdmutter Frick (auch Hel, Berchta, oder Frigg genannt), wird in den alten Aufzeichnungen auch während des Julfestes erwähnt. So wurde der letzte Tag „Berchtentag“ der Zwölften zu ihren Ehren benannt.

Laut diesen Aufzeichnungen sollen beide zu Mittwinter die Seelen der Verstorbenen angeführt haben. Hier haben wir wieder den starken Bezug zu den Ahnen – Familie – Verwandtschaft während dieser Feierlichkeiten und somit zur Ahnenverehrung.

Frau Holle ist uns allen mehr oder weniger bekannt. Die Gebrüder Grimm haben sich hier von Odin’s Gemahlin als Göttin Hel inspirieren lassen. So waren ihre Aufgaben über den Tod und die Unterwelt zu herrschen, so auch über die dunkle Winterzeit. Ihr Name „Hel“ deutet aber nicht auf die kirchliche „Hölle“ hin, sondern bedeutet eher soviel wie „schützen“…

Weitere Ähnlichkeiten zur Kirche und zu den Römern, findet man bei folgenden Göttern:

– Freya entspricht der heiligen Barbara; und

– die heilige Lucia – Sunna – Sonnengöttin

—————————————————————————————————-

Kleiner gedanklicher Ausflug:

Lux – Luc = Licht

Ist denn beim Lucifer die Wortwurzel nicht auch Lux/Luc (also: Licht). Ist damit der heidnische Sonnengott gemeint? Dieser wird tief unter der Erde wiedergeboren… da wo der altbekannte Feind des christlichen Gottes hockt und die bösen (damals: heidnischen Seelen hinkamen).

Eine der Darstellungen der Kirche für Lucifer/Teufel mit seinen Hörnern und halb Mensch, halb Tier erinnert sehr stark an die Darstellung von Belenos (siehe Artikel über Beltane)

Hmmm….

Symbole

Weihnachtsbaum

Erst im 19. Jahrhundert akzeptierte die Kirche den Weihnachtsbaum und den Adventskranz als Glaubenssymbole. Vorrangegangen ist dieser Tradition aber in manchen Regionen der heidnische Brauch der Geistervertreibung. Man holte zum Barbaratag und zur dunkelsten Zeit des Jahres Tannenzweige und Grünzeug ins Haus, legte diese in die dunkelste Ecke des Hauses um die bösen Geister zu vertreiben.

In anderen Ecken Europas steht und stand der Weihnachtsbaum seit Je-her für den Weltenbaum, welcher zur Feier mit Ornamenten, Früchten und Pilzen geschmückt wurde.

Vor allem Äpfel, Fliegenpilze und Nüsse waren beliebter Schmuck. Der Apfel stand für Leben; die Jugend und die Furchtbarkeit. Die Pilze symbolisieren für das Mystische – es wird vermutet, dass „Schamane“ diese aßen um in Trance zu fallen – und Nüsse für die Weisheit.

Adventskranz

Die Vorweihnachtszeit wird auch „Adventszeit“ genannt. Dieser Ausdruck wird im Lateinischen als „Ankunft“ übersetzt. Es wird aber stark angenommen, dass es eher eine Umdeutung der Kirche, des Ausdrucks von „An der Wend“ (Sonnen- / Jahreswende) ist.

Nun, für was steht denn der Adventskranz eigentlich? Ursprünglich, wie heute, dient der Kranz als Symbol für die Totenehrung, den Jahreskreis, den Sonnenlauf, die Wiedergeburt usw.. Das Grün soll in der dunklen Zeit an die Fruchtbarkeit und das Leben erinnern. Die Kerzen stehen für das Sonnenlicht.

Jetzt wurden diese Kerzen, unüblich unserer Gepflogenheiten, zuerst alle angezündet, um dann jede Woche eine aus zu machen. Diese Tradition spiegelt das sterbende Licht wieder. Es soll allen den Verlauf des Lebens und der Jahreszeiten verdeutlichen. Und, erst wenn das Sonnenkind am 21. Dezember wiedergeboren wurde, wurden alle Kerzen wieder angezündet um den Neuanfang zu feiern. Mancherorts wurde gar der komplette Adventskranz, zur Feier, dem Feuer geopfert.

Julbogen

Traditionell wird der Julbogen aus dem Holz der Hasel, der Birke oder dem Wacholder geschnitzt. Anschließend wird dieser, im Halbkreis gebogener Kerzenleuchter, mit Mistel, Efeu, Tanne und Buchsbaum geschmückt. Den Bogen krönen vier Kerzen und alternativ wurde er mit Gebäck in Form von Runen, gebackenen Erdmutter-Symbolen und Donnersymbolen verziert. Die halbrunde Form soll einen Teil der Krone des Lebensbaums darstellen und somit zeigen, dass Alles ein Teil diesen mächtigen Baums ist.

Julfeuer

Das Julfeuer war der wichtigste Teil der ganzen Feierlichkeit zu Winter. Auch die Ostslawen haben diese Tradition, dazu später mehr. Das Feuer wurde, wie das Urfeuer, auf die ursprünglichste Art entfacht. Dazu wurden aber zuerst alle Öfen und Lichter im Dorf erloschen. Auf einem heiligen, energetischen Berg, wurden zwei Eichenpfähle aufgestellt, wo dazwischen  mit einem Stock Glut durch Reibung erzeugt wurde. Mit einem Birkenpilz der die Glut auffing feuerte man einen großen Scheiterhaufen in der Nähe an. Von diesem Feuer nahmen sich dann alle Dorfbewohner die Glut um ihre Öfen wieder anzufachen.

Weihe Nacht, Modranecht, Weihnachten, Julfest – Teil 1

Weihnachten – Julfest Teil 1

Heilige Nacht, der Tag an dem Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsfeiertage, sind in unserer Kultur ein sehr wichtiges Ereignis. Familien kommen zusammen, feiern, beschenken sich und trinken auf den Frieden.

Ein Weihnachtsbaum, Kerzenlichter – mancherorts ein Julbogen oder auch ein Adventskranz-, darf an Tagen der Vorbereitung und am Ereignis nicht fehlen.
Doch was hat ein Weihnachtsbaum mit Jesus zu tun und warum stellt man ein Julbogen auf oder zündet Kerzen auf dem Adventskranz an?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt und recherchierte nach anderen Auslegungen, als das was die Kirche predigt. Vor allem, wo heute die Wissenschaftler behaupten, dass Jesus gar nicht an dem Datum geborgen wurde. Und der Weihnachtsbaum soll ursprünglich aus den nordischen Bräuchen kommen. Ja, und zu guter letzt, werden und wurden die Tage über all anders genannt.

Nach dem heidnischen Glauben gebiert die Muttergöttin tief in der finsteren Erde, in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind (die Nacht hieß im Althochdeutschen Modranecht = „Mutternacht“). Diesen sehr bedeutenden Akt, findet man aber in fast allen Kulturen unserer Erde und manche glaubten, dass nicht nur der Lichtgott, sondern auch viele andere Götter in dieser Nacht wiedergeboren wurden. Der Glaube in den Sohn / 3 Söhne- Gottes/Göttin war schon Jahrhunderte vor dem Christentum in den Köpfen der Menschen verankert. Mit dem neugeborenen Sonnenkind verbanden die Völker eine wieder aufkeimende Hoffnung in der Winterzeit, dass die Tage wieder länger werden, die Erde neue Kraft schöpft und somit der Kreislauf des Lebens wieder von vorne beginnt.

Nun feierten die Kelten, Germanen und auch die skandinavischen Völker das „Weihnachtsfest“ nicht nur 3 Tage sondern 12 Nächte lang. Somit setzten sich die Nächte aus der Nacht der Wiedergeburt und den 12 Rau(c)hnächten, die „Zwölften“, die „Wilde Jagd“ (auch „Jolareidi“) oder im Skandinavischen „Sonarblot“ – das Eberopfer genannt.

Diese „Übergangszeit“ fing gewöhnlich mit der Nacht der Wintersonnenwende  an (heute: 20./21. Dezember) und markierte im germanischen Kalender das Ende des alten Jahres. Das neue Jahr fing aber erst nach 12 Nächten an. So wurde dieses äußerst bedeutsame Mittwinterfest zwischen den Jahren gefeiert. Man bat um fruchtbare Ernten und verehrte seine Ahnen. Denn während dieser Tage zog bei den Skandinavier, Odin mit seinem Totenheer um die Erde. Bei den Germanen war es Wodan und Frick, die die toten Seelen begleiteten und somit den Menschen ganz nahe waren.

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass in Schweden, heute noch ein Brauch besteht die Wiedergeburt der Sonnengötting Lucina zu feiern. Was ich sehr verwirrend finde, dass die Götter von den Geschlechtern nicht eindeutig einzuordnen sind. Jede Quelle hat ihre eigene Auslegung. Ob es tatsächlich an örtlichen Gegebenheiten und der abweichenden Stammeskulten der damaligen Zeit liegt, wage ich nicht fest zu legen.

Nun dürfen hier aber die Römer nicht fehlen. Sie haben einen erheblichen Teil zur Formung des heutigen Weihnachtsfestes beigetragen. Mit ihrer adaptiven Art, was den Glauben angeht, führten die Römer einen Staatsfeiertag zur Wintersonnenwende ein. Sie widmeten Ihre Verehrung zu dieser Zeit dem Sonnengott Sol.

Nach 330 unserer Zeit wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion ausgerufen. Kaiser Konstantin, der zu der Zeit regierte, funktionierte den alten Sonnengott zum neuen Christengott, der ab da als „lux mundi“ (Licht der Welt) gefeiert wurde.
Erst 813 unserer Zeit, haben die Menschen auf dem Territorium des heutigen Deutschlands diesen neuen Glauben anerkannt.

Wie kommt es nun, dass wir heute den 24.12. als Anfang der Weihnachtszeit haben und nicht wie ursprünglich zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres?
Das liegt überwiegend an unserem Kalender, unserer „modernen“ Zeitrechnung. Die heidnischen Völker richteten sich ausschließlich nach dem Mondkalender und hatten die 12 Rauhnächte als „Schalttage“ (obwohl Sie diese so nicht ansahen). Mit dem christlichen Glauben kam auch eine neue Berechnungsgrundlage der Zeit. Zuerst der julianische Kalender, der starke Abweichungen aufwies, da man keine Schalttage nutzte und danach schlussendlich unser gregorianischer Kalender mit den Schalttagen. Die genaue Berechnung der verschiedenen Kalender wäre hier zu ausführlich. Wer da mehr wissen möchte, kann gerne googeln, da findet man ganz gute Berechnungsgrundlagen.
Nähme man  unseren Kalender als Grundlage, so feierte man Weihnachten vor dem 4 Jahrhundert am 06.01., also nach den 12 Rauhnächten (im orthodoxen Glauben ist es immer noch so), wurde dann aber auf den 25.12. gelegt.

Da merkt man, dass die Neujahrfeier und Weihnachten stark von unseren heutigen Terminen abweichen. Ob nun ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kultur, beides zu damaligen Zeit gefeiert hat, habe ich meinen Quellen nicht entnehmen können. Meist wird geschrieben, dass diese Bräuche bestanden. Ich denke aber, es ist sehr schwer nach so langer Zeit die Abläufe zu fixieren oder einer bestimmten Gruppe in einer bestimmten Reihenfolge zuzuschreiben.

.

Teil 2

Weihnachten – Julfest Teil 1

Heilige Nacht, der Tag an dem Jesus geboren wurde. Die Weihnachtsfeiertage, sind in unserer Kultur ein sehr wichtiges Ereignis. Familien kommen zusammen, feiern, beschenken sich und trinken auf den Frieden.

Ein Weihnachtsbaum, Kerzenlichter – mancherorts ein Julbogen oder auch ein Adventskranz-, darf an Tagen der Vorbereitung und am Ereignis nicht fehlen.
Doch was hat ein Weihnachtsbaum mit Jesus zu tun und warum stellt man ein Julbogen auf oder zündet Kerzen auf dem Adventskranz an?

Diese Frage habe ich mir auch gestellt und recherchierte nach anderen Auslegungen, als das was die Kirche predigt. Vor allem wo heute die Wissenschaftler behaupten, dass Jesus gar nicht an dem Datum geborgen wurde. Und der Weihnachtsbaum soll ursprünglich aus den nordischen Bräuchen kommen. Ja, und zu guter letzt, werden und wurden die Tage über all anders genannt.

Nach dem heidnischen Glauben gebiert die Muttergöttin tief in der finsteren Erde, in der stillsten aller Stunden das wiedergeborene Sonnenkind (die Nacht hieß im Althochdeutschen Modranecht = „Mutternacht“). Diesen sehr bedeutenden Akt, findet man aber in fast allen Kulturen unserer Erde und manche glaubten, dass nicht nur der Lichtgott, sondern auch viele andere Götter in dieser Nacht wiedergeboren wurden. Der Glaube in den Sohn / 3 Söhne- Gottes/Göttin war schon Jahrhunderte vor dem Christentum in den Köpfen der Menschen verankert. Mit dem neugeborenen Sonnenkind verbanden die Völker eine wieder aufkeimende Hoffnung in der Winterzeit, dass die Tage wieder länger werden, die Erde neue Kraft schöpft und somit der Kreislauf des Lebens wieder von vorne beginnt.

Nun feierten die Kelten, Germanen und auch die skandinavischen Völker das „Weihnachtsfest“ nicht nur 3 Tage sondern 12 Nächte lang. Somit setzten sich die Nächte aus der Nacht der Wiedergeburt und den 12 Rau(c)hnächten, die „Zwölften“, die „Wilde Jagd“ (auch „Jolareidi“) oder im Skandinavischen „Sonarblot“ – das Eberopfer genannt.

Diese „Übergangszeit“ fing gewöhnlich mit der Nacht der Wintersonnenwende an (heute: 20./21. Dezember) und markierte im germanischen Kalender das Ende des alten Jahres. Das neue Jahr fing aber erst nach 12 Nächten an. So wurde dieses äußerst bedeutsame Mittwinterfest zwischen den Jahren gefeiert. Man bat um fruchtbare Ernten und verehrte seine Ahnen. Denn während dieser Tage zog bei den Skandinavier, Odin mit seinem Totenheer um die Erde. Bei den Germanen war es Wodan und Frick, die die toten Seelen begleiteten und somit den Menschen ganz nahe waren.

Ergänzend wäre noch zu erwähnen, dass in Schweden, heute noch ein Brauch besteht die Wiedergeburt der Sonnengötting Lucina zu feiern. Was ich sehr verwirrend finde, dass die Götter von den Geschlechtern nicht eindeutig einzuordnen sind. Jede Quelle hat ihre eigene Auslegung. Ob es tatsächlich an örtlichen Gegebenheiten und der abweichenden Stammeskulten der damaligen Zeit liegt, wage ich nicht fest zu legen.

Nun dürfen hier aber die Römer nicht fehlen. Sie haben einen erheblichen Teil zur Formung des heutigen Weihnachtsfestes beigetragen. Mit ihrer adaptiven Art, was den Glauben angeht, führten die Römer einen Staatsfeiertag zur Wintersonnenwende ein. Sie widmeten Ihre Verehrung zu dieser Zeit dem Sonnengott Sol.

Nach 330 unserer Zeit wurde das Christentum zur römischen Staatsreligion ausgerufen. Kaiser Konstantin, der zu der Zeit regierte, funktionierte den alten Sonnengott zum neuen Christengott, der ab da als „lux mundi“ (Licht der Welt) gefeiert wurde.


Erst 813 unserer Zeit, haben die Menschen auf dem Territorium des heutigen Deutschlands diesen neuen Glauben anerkannt.

Wie kommt es nun, dass wir heute den 24.12. als Anfang der Weihnachtszeit haben und nicht wie ursprünglich zur Wintersonnenwende, der längsten Nacht des Jahres?
Das liegt überwiegend an unserem Kalender, unserer „modernen“ Zeitrechnung. Die heidnischen Völker richteten sich ausschließlich nach dem Mondkalender und hatten die 12 Rauhnächte als „Schalttage“ (obwohl Sie diese so nicht ansahen). Mit dem christlichen Glauben kam auch eine neue Berechnungsgrundlage der Zeit. Zuerst der julianische Kalender, der starke Abweichungen aufwies, da man keine Schalttage nutzte und danach schlussendlich unser gregorianischer Kalender mit den Schalttagen. Die genaue Berechnung der verschiedenen Kalender wäre hier zu ausführlich. Wer da mehr wissen möchte, kann gerne googeln, da findet man ganz gute Berechnungsgrundlagen.
Nähme man unseren Kalender als Grundlage, so feierte man Weihnachten vor dem 4 Jahrhundert am 06.01., also nach den 12 Rauhnächten (im orthodoxen Glauben ist es immer noch so), wurde dann aber auf den 25.12. gelegt.

Da merkt man, dass die Neujahrfeier und Weihnachten stark von unseren heutigen Terminen abweichen. Ob nun ein bestimmter Stamm oder eine bestimmte Kultur, beides zu damaligen Zeit gefeiert hat, habe ich meinen Quellen nicht entnehmen können. Meist wird geschrieben, dass diese Bräuche bestanden. Ich denke aber, es ist sehr schwer nach so langer Zeit die Abläufe zu fixieren oder einer bestimmten Gruppe in einer bestimmten Reihenfolge zuzuschreiben.

 

Feiertage – Westeuropas

Hier findet ihr Kurzgeschichten und normale Artikel im Zusammenhang mit den Feiertagen die man heute kennt, aber dessen Ursprünge in Vergessenheit geraten sind.